„Wir sind eine Kirche in Not”

Lateinischer Patriarch von Jerusalem bittet um Hilfe für Kriegsopfer in Gaza

Fouad Twal, Lateinischer Patriarch von Jerusalem.

Fouad Twal, Lateinischer Patriarch von Jerusalem.

Unser Hilfswerk unterstützt das Lateinische Patriarchat von Jerusalem bei der Betreuung der Opfer des Gaza-Krieges mit einer Soforthilfe. Vor allem die medizinische Versorgung der verwundeten Zivilisten durch Einrichtungen der katholischen Kirche vor Ort soll damit sichergestellt werden.

Zivile Kriegsopfer werden im Moment sowohl in Krankenhäusern in Gaza als auch außerhalb von Gaza behandelt. Im katholischen Sankt-Joseph-Krankenhaus in Jerusalem liegen derzeit 24 Muslime und ein Christ aus Gaza.

Unterstützung brauchen auch die christlichen medizinischen Einrichtungen in Gaza selbst. Diese leiden momentan schwer unter dem Strom- und Treibstoffmangel im Gebiet und können ihre Aufgaben deshalb nur in eingeschränkter Weise erfüllen. Treibstoff für Stromgeneratoren und die Wiederinstandsetzung christlicher Einrichtungen in Gaza sind daher weitere Aufgaben für die Hilfskräfte.

Ein Beispiel ist die katholische Schule „Heilige Familie”, in der momentan etwa 1000 Flüchtlinge untergebracht sind. Sie muss renoviert werden, ehe sie wieder in Betrieb genommen werden kann.

Vor der Schule der Rosenkranzschwestern in Gaza: Schwester Davida, Schwester Martina und Schwester Bertilla mit dem Generalvikar des Lateinischen Patriarchats, Humam Khzouz.

Vor der Schule der Rosenkranzschwestern in Gaza: Schwester Davida, Schwester Martina und Schwester Bertilla mit dem Generalvikar des Lateinischen Patriarchats, Humam Khzouz.

Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, appellierte an die Unterstützer von KIRCHE IN NOT in Europa: „Wir im Heiligen Land sind eine Kirche in Not. Bitte fahren Sie fort mit Ihren Gebeten für uns, Ihrer Solidarität und Ihrer Hilfe. Wir brauchen sie jetzt mehr als zuvor.”

Seit heute (Dienstag) früh, 7:00 Uhr, gilt eine Waffenruhe im Gaza-Streifen. Die israelischen Streitkräfte haben angekündigt, sich völlig aus Gaza zurückziehen zu wollen.

1300 Christen leben im Gazastreifen

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums sind in dem Krieg seit dem 8. Juli bislang über 1700 Palästinenser ums Leben gekommen, mehr als 9000 wurden teilweise schwer verletzt, über 254 000 Menschen sind innerhalb des Gaza-Streifens auf der Flucht. Auf israelischer Seite starben 64 Soldaten und drei Zivilisten.

Auch die christliche Gemeinschaft Gazas wurde schwer vom Krieg getroffen. Etwa 1300 Christen leben in dem Gebiet mit seinen ungefähr 1,8 Millionen muslimischen Bewohnern. Der griechisch-orthodoxen Kirche gehören schätzungsweise 1200 Gläubige an, der römisch-katholischen etwa 170. Beide Kirchen haben neben christlichen auch muslimische Flüchtlinge in ihren Gebäuden aufgenommen.

So können Sie helfen:

Gebet für den Nahen Osten

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Gott, unser Vater, hab Erbarmen mit dem Nahen Osten.

Deine treuen Diener – jung und alt – sind aufgerufen, Christus zu bezeugen. Mögen sie in dieser aufregenden Zeit gestärkt werden, indem sie deinem geliebten Sohn nachfolgen, der in jener Zeit in ihrer jetzigen Heimat tätig war.

In Gemeinschaft mit unserem Papst beten wir, dass Christen im Nahen Osten ihren Glauben in völliger Freiheit leben können. Ermutige sie, als Werkzeug des Friedens und der Versöhnung zu handeln – vereint mit allen Bürgern in ihren Ländern.

Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen.
(Gebet von Antonios Kardinal Naguib, emeritierter Patriarch von Alexandrien/Ägypten für KIRCHE IN NOT)

Diesen Text mit der Ikonenabbildung können Sie unentgeltlich als Gebetsblatt bei uns bestellen – entweder bequem in unserem Bestelldienst oder bei:
KIRCHE IN NOT
Lorenzonistraße 62
81545 München
Telefon: 089 – 64 24 888-0
Fax: 089 – 64 24 888 50
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Schlagworte:
Fouad Twal · Gaza · Israel · Jerusalem · Krieg · Palästina
KIN / S. Stein