Kirche im Kampf gegen Ebola

Pfarreien informieren die Menschen in Westafrika über die Gefahren des Virus

Armut in Freetown/Sierra Leone (Ilona Budzbon/KIRCHE IN NOT).

Armut in Freetown/Sierra Leone (Ilona Budzbon/KIRCHE IN NOT).

In katholischen Pfarreien in Liberia wird vermehrt auf die Gefahren durch Ebola und die Möglichkeiten der Prävention hingewiesen. Das hat der Apostolische Nuntius für Liberia, Sierra Leone und Gambia, Erzbischof Miroslaw Adamczyk, gegenüber KIRCHE IN NOT bestätigt.

Erzbischof Adamczyk schreibt: „Die Sonntagsmessen sind eine gute Gelegenheit, die Menschen darauf hinzuweisen, wie sie sich schützen können. Seit Anfang August stehen auf öffentlichen Plätzen und vor vielen Privathäusern Behälter mit Wasser und Chlor zum Händewaschen. Das Gleiche passiert vor dem Eintritt in jede Kirche.“

Die katholische Kirche ist ebenfalls bemüht, alle Familien zu begleiten, die mit Ebola infizierte Angehörige oder aufgrund der Krankheit Todesfälle zu beklagen haben.

„Wir können uns aber nicht um alle Erkrankten kümmern. Darauf sind wir nicht ausreichend vorbereitet. Uns fehlen die notwendigen Schutzvorrichtungen. Man muss sich klarmachen, dass sich ein hoher Anteil des Gesundheitspersonals infiziert hat, konkret 160, von denen bereits 80 verstorben sind“, so Erzbischof Adamczyk. Unter den Verstorbenen seien zahlreiche Ordensleute.

Informationstreffen über Ebola in Monrovia/Liberia.

Informationstreffen über Ebola in Monrovia/Liberia.

Kaum abzuschätzen sind laut Erzbischof Adamczyk die wirtschaftlichen und sozialen Folgen für Liberia. Weil wegen der Ebola-Epidemie Unternehmen und Geschäfte geschlossen sind, verfügen viele Menschen nicht mehr über ein regelmäßiges Einkommen. Die Preise steigen, doch über eine staatliche Grundversorgung verfügen die Menschen nicht.

„Krankenhäuser und alle Schulen sind geschlossen. Die Ebola-Epidemie kann eine wirtschaftliche Krise und soziale Unruhen nach sich ziehen“, so der Nuntius.

KIN / S. Stein