„Ihnen ist alles genommen worden”

KIRCHE IN NOT unterstützt irakische Flüchtlinge, die nach Jordanien geflohen sind

Ein Vater mit seinem Sohn in der Pfarrei in Marka.

Ein Vater mit seinem Sohn in der Pfarrei in Marka.

Unser Hilfswerk stellt 55.000 Euro als humanitäre Hilfe für christliche Flüchtlinge aus dem Irak zur Verfügung. Damit werden etwa 200 Familien aus der Region Mossul unterstützt, die in der katholischen Pfarrei „Maria, Mutter der Kirche” in Marka in der Nähe von Amman, der Hauptstadt Jordaniens, Aufnahme gefunden haben.

Gemeindepfarrer Khalil Jaar sagte gegenüber KIRCHE IN NOT: „Die Menschen sind hier mit nichts angekommen. Deshalb brauchen sie dringend alles, was irgendwie nützlich sein kann wie Schuhe, Kleidung, Decken und Medizin. Hinzu kommen die Mahlzeiten für etwa 200 Familien täglich. Niemand weiß, wie viele Tage oder Monate sie in unserer Pfarrei leben werden.”

Pfarrer Jaar zufolge leben die Familien mittlerweile nicht mehr nur in Gemeinschaftsräumen des Pfarrgebäudes, sondern auch in von der Pfarrei angemieteten Wohnungen in der Umgebung. „Wir nehmen nach wie vor täglich Neuankömmlinge auf. Wir haben damit begonnen, kleine Wohnungen nahe unserer Kirche anzumieten. Darin bringen wir je mindestens zwei Familien unter, denn die Mietkosten sind sehr hoch.”

Gottesdienst in der katholischen Pfarrei „Maria, Mutter der Kirche” in Marka bei Amman.

Gottesdienst in der katholischen Pfarrei „Maria, Mutter der Kirche” in Marka bei Amman.

Neben den Dingen des täglichen Bedarfs kümmert sich die Pfarrei auch um die psychologische Betreuung der Kinder und ihrer Eltern, organisiert Diskussionsgruppen und Gebetstreffen, so Pfarrer Jaar. Die vor den Milizen des „Islamischen Staats” (IS) aus Mossul geflüchteten Christen hätten Schreckliches erlebt.

„Im Sommer haben die muslimischen Extremisten, die Mossul erobert haben, die Christen vor die Wahl gestellt, zum Islam zu konvertieren, eine Steuer zu bezahlen oder die Hinrichtung in Kauf zu nehmen. Das Resultat war ein Massenexodus der Christen in die halb-autonome Region Kurdistan.

Ein Mann erzählte mir, wie sie bei der Flucht aus Mossul am IS-Checkpoint kontrolliert wurden. Es ist ihnen dort alles genommen worden: Geld, Pässe, Schmuck, Uhren. Der dreijährige Sohn durfte noch nicht einmal seine Milchflasche mitnehmen.”

Schlafende Kinder in der Pfarrei in Marka.

Schlafende Kinder in der Pfarrei in Marka.

Jordaniens König Abdullah II. habe auf diese Verfolgungen mit der Aufnahme vieler Christen aus Mossul in seinem Land reagiert, so Pfarrer Jaar. „Der König hat sein Mitgefühl und seine Unterstützung für die verfolgten Gruppen erklärt und die gewalttätigen Akte des IS als unislamisch verurteilt.”

KIRCHE IN NOT unterstützt die vom IS-Terror betroffenen Christen sowohl innerhalb wie außerhalb des Irak. Kürzlich gewährte das Hilfswerk vier Millionen Euro humanitäre Soforthilfe für die christlichen Binnenflüchtlinge im Irak.

Helfen Sie mit Ihrer Spende

KIRCHE IN NOT bittet um Spenden für die zahlreichen christlichen Flüchtlinge im Nahen Osten. Sie können dafür einfach und sicher online spenden oder an:

Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München
IBAN: DE63750903000002152002
BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: Flüchtlingshilfe

Beten Sie für die verfolgten Christen

11.Nov 2014 12:27 · aktualisiert: 23.Mrz 2015 10:02
KIN / S. Stein