„Hilfswerke als Kraftwerke des Glaubens”

Unser Kongress endet mit einem Gottesdienst mit Bischof Gregor Maria Hanke

Bischof Gregor Maria Hanke bei seiner Predigt während des Abschlussgottesdienstes.

Bischof Gregor Maria Hanke bei seiner Predigt während des Abschlussgottesdienstes.

Das Verhältnis von Glaube und Liebe stand im Mittelpunkt der Predigt, die der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke anlässlich der Abschlussmesse des Kongresses „Treffpunkt Weltkirche” in Würzburg gehalten hat.

Mit Bischof Hanke zelebrierten der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, der Erzbischof von Riga, Zbignevs Stankevics, sowie der koptisch-katholische Bischof von Assiut, Kyrillos William Samaan. Außerdem nahmen zahlreiche Priester aus aller Welt teil.

Bischof Hanke, der auch Vorstandsvorsitzender von KIRCHE IN NOT Deutschland ist, sagte in seiner Predigt vor der im Würzburger Kongresszentrum versammelten Gottesdienstgemeinde, dass bedingungsloser Glaube provokativ klinge in einer Zeit, die sich gern alles offenhalte. Alle Wege zum Heil schienen ihr gleichberechtigt. „Glauben aber heißt Ergriffensein von Jesus ohne Alternative”, so Bischof Hanke. „Solcher Glaube verträgt keine Mitläufer. Der Glaube an Jesus eröffnet Heil und ewiges Leben.”

Dieser Glaube sei indes wie die Liebe nicht teilbar. „Ein bisschen Liebe ist zu wenig”, betonte Bischof Hanke weiter. „Der innere Kern des Glaubens ist die Liebe und Beziehung zwischen Christus und mir: Entweder man wendet sich dem Menschensohn zu oder man steht im Abseits fern der Lebensfülle.” Dieser Anspruch lasse sich aber erst vom Liebeseinsatz Gottes selbst verstehen.

Bischof Gregor Maria Hanke und Patriarch Fouad Twal.

Bischof Gregor Maria Hanke und Patriarch Fouad Twal.

„In Christus begegnet uns die Liebe Gottes zur Welt. Die Liebe des Himmels ließ ihn bis in die tiefste Dunkelheit eintauchen. Das Kreuz ist die Brücke zwischen Gott und Mensch geworden. Die Fluten des Chaos sind gebändigt durch die Planken des Kreuzes Christi. Jeder, der an ihn glaubt, hat ewiges Leben. Ein noch so schwaches Ja stillt Gottes Sehnsucht nach dem Menschen.”

Das bleibe nicht ohne Konsequenzen für unser Verhältnis zum Nächsten. „Der Glaube beflügelt mich, mich auf Ihn hin zu übersteigen und durch Ihn auf das Du des Bruders.” In Christus werde so Glaube Liebe und Liebe Glaube, so der Bischof von Eichstätt. „Der Glaubensweg ist ein Liebesweg. Liebender Glaube und glaubende Liebe führen uns hinaus ins Weite.”

Die Liebe spürbar machen

Als Gemeinschaft des Glaubens habe die Kirche nicht ihre Aufgabe darin, ihre gemeinwohlorientierte Institutionen zum Wohle der Gesellschaft zu unterhalten, damit sie damit ihre Sozialgestalt vor der Gesellschaft rechtfertigen könne. „Sie muss in erster Linie die Liebe spürbar machen, mit der Gott Menschen in Christus begegnet.”

Deshalb wolle ein kirchliches Hilfswerk wie KIRCHE IN NOT nicht einfach nur nach Art des staatlichen Wohlfahrtswesens materielle Hilfe bereitstellen. „Die von KIRCHE IN NOT ergriffenen Maßnahmen und die Großzügigkeit der Wohltäter sind Ausdruck unseres Glaubens an die Person Jesus Christus.”

Blick in den vollbesetzten Saal beim Abschlussgottesdienst unseres Kongresses in Würzburg.

Blick in den vollbesetzten Saal beim Abschlussgottesdienst unseres Kongresses in Würzburg.

Warum begnüge sich KIRCHE IN NOT aber nicht mit dem Sammeln von Spenden, werde man mitunter gefragt, so der Bischof. „Es geht aber um das Zeugnis unseres Glaubens an die Person Christi. Deshalb laden wir von KIRCHE IN NOT Sie ein auf den gemeinsamen Weg des Glaubens wie hier auf diesem Kongress. Wir bringen Dinge des Glaubens zur Sprache. Wir ermuntern zur Weggemeinschaft des Glaubens in der Gemeinschaft der Weltkirche.

„Weggemeinschaft des Glaubens”

Kirchliche Hilfswerke sollen Kraftwerke des Glaubens sein, durch die der Wesenskern unseres Glaubens an Christus offenbar wird, ja hinaus transportiert wird in die Welt: die rettende Liebe Gottes und die liebende Antwort des Menschen. Das ist auch das Erbe von Pater Werenfried.” Es habe allen, Mitarbeitern und Wohltätern darum zu gehen, die Liebe Gottes mitteilbar und anschaubar zu machen.

Die bedrängten Menschen in Syrien, dem Irak oder der Ost-Ukraine sollten sich durch die Hilfe von KIRCHE IN NOT in den rettenden Armen Christi geborgen fühlen, sagte der Bischof weiter. „Im liebenden Glauben und der glaubenden Liebe begegnen sich schon jetzt Himmel und Erde. Es ist an uns, dieser Begegnung Raum zu schaffen.”

18.Mrz 2015 14:11 · aktualisiert: 1.Dez 2015 16:51
KIN / S. Stein