„Der Krieg im Irak und in Syrien muss aufhören”

Kardinal Rai aus dem Libanon über die Situation des Christentums im Nahen Osten

Maronitischer Patriarch Bechara Boutros Rai.

Maronitischer Patriarch Beschara Kardinal Boutros Rai.

Patriarch Beschara Kardinal Rai macht sich Sorgen um das religiöse Gleichgewicht im Libanon. Das sagte das Oberhaupt der mit Rom geeinten maronitischen Kirche in seinem Amtssitz Bkerke (Libanon) gegenüber KIRCHE IN NOT.

„Was das Zusammenleben von Muslimen und Christen im Libanon betrifft, gibt es keine Probleme. Alle Libanesen wollen das Zusammenleben. Unser großes Problem sind die syrischen Flüchtlinge. Das sind über 1,5 Millionen Menschen. Ihnen zu helfen, ist eine humanitäre Pflicht.

Und die Kirche tut viel. Der Krieg in Syrien und im Irak muss aufhören, damit die Menschen zurückkehren können. Die Zeit ist nicht auf unserer Seite”, so der Patriarch.

Der Kardinal rief KIRCHE IN NOT auf, die Politik im Westen auf die Lage der Christen im Nahen Osten aufmerksam zu machen. Kardinal Rai zufolge führt indes kein Weg an einer politischen Lösung in Syrien vorbei. „Die Gefahr, dass der Nahe Osten langsam die christliche Präsenz verliert, wächst. Der Westen muss sich deshalb des Ernstes der Lage bewusst werden.”

Syrische Kinder in einem Flüchtlingslager im Libanon.

Syrische Kinder in einem Flüchtlingslager im Libanon.

Kardinal Rai führte weiter aus, dass die Muslime des Nahen Ostens Jesu Christi und der Werte des Evangeliums bedürften. „Was hören die Muslime heute im Nahen Osten? Krieg, Hass, Verfolgung, Morde, Vertreibung, Fundamentalismus.

Sie müssten aber Dinge wie Frieden, Gerechtigkeit, Menschenrechte, Respekt vor dem Leben, Brüderlichkeit, Freiheit und Respekt vor dem Anderen hören. Sie brauchen das Gegengift des Evangeliums Christi. Sie müssen eine andere Sprache hören. Man spricht hier nicht von Liebe und Frieden. Man spricht von Krieg und Hass.”

Dieses Denkmal eines syrischen Künstlers symbolisiert, dass im Libanon, dem Land der Zedern, Muslime und Christen friedlich zusammenleben können.

Dieses Denkmal eines syrischen Künstlers symbolisiert, dass im Libanon, dem Land der Zedern, Muslime und Christen friedlich zusammenleben können.

In diesem Zusammenhang bezeichnete er das im Herbst beginnende „Heilige Jahr der Barmherzigkeit” als „prophetische Geste” von Papst Franziskus. „Es gibt keine Barmherzigkeit in der Welt. Die Welt braucht aber Barmherzigkeit, besonders heute. Wir beten dafür, dass wir Christen Apostel und Helden der Barmherzigkeit sein können.”

Ausdrücklich dankte der Patriarch den Wohltätern von KIRCHE IN NOT für ihre Großzügigkeit und Unterstützung, „die durch ihr Gebet und ihre materielle Unterstützung helfen. Im Namen aller Christen des Nahen Ostens spreche ich ihnen meine Anerkennung aus. Sie repräsentieren die Barmherzigkeit Gottes. Sie sind Zeugen dieser Barmherzigkeit in dieser von Gott erwählten Region.”

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Gebet für den Nahen Osten

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Ikone “Lasst die Kinder zu mir kommen” in Assiut/Oberägypten.

Gott, unser Vater, hab Erbarmen mit dem Nahen Osten.

Deine treuen Diener – jung und alt – sind aufgerufen, Christus zu bezeugen. Mögen sie in dieser aufregenden Zeit gestärkt werden, indem sie deinem geliebten Sohn nachfolgen, der in jener Zeit in ihrer jetzigen Heimat tätig war.

In Gemeinschaft mit unserem Papst beten wir, dass Christen im Nahen Osten ihren Glauben in völliger Freiheit leben können. Ermutige sie, als Werkzeug des Friedens und der Versöhnung zu handeln – vereint mit allen Bürgern in ihren Ländern.

Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn. Amen.

(Gebet von Antonios Kardinal Naguib, emeritierter Patriarch von Alexandrien/Ägypten für KIRCHE IN NOT)

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7.Mai 2015 09:14 · aktualisiert: 7.Mai 2015 15:25
KIN / S. Stein