Signale der Hoffnung für die Ninive-Ebene

Volker Kauder (CDU) stellt staatliche Hilfe zum Wiederaufbau in Aussicht

Volker Kauder (CDU) spricht auf dem Kongress „Christenverfolgung heute“ in Schwäbisch Gmünd (Foto: idea/k-werk).

Volker Kauder (CDU) spricht auf dem Kongress „Christenverfolgung heute“ in Schwäbisch Gmünd (Foto: idea/k-werk).

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, will sich dafür einsetzen, dass das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung den Wiederaufbau christlicher Dörfer in der Ninive-Ebene im Irak finanziell unterstützt.

Dies sagte der Politiker bei einem Treffen mit Vertretern von Hilfsorganisationen wie KIRCHE IN NOT im Rahmen des Kongresses „Christenverfolgung heute“ in Schwäbisch Gmünd.

Die Hilfe für Ortschaften, die der sogenannte „Islamische Staat“ von Sommer 2014 bis Herbst 2016 verwüstet hat, soll für den Wiederaufbau von Krankenhäusern, Schulen und Wohnungen verwendet werden. Dadurch könnten „Signale der Hoffnung“ für rückkehrwillige Flüchtlinge gesetzt und Arbeitsplätze geschaffen werden.

An dem Treffen mit Volker Kauder nahm auch der Menschenrechtsexperte von KIRCHE IN NOT Deutschland, Berthold Pelster, teil. Laut Pelster sei ein Großteil der Flüchtlinge aus der Ninive-Ebene noch nicht dorthin zurückgekehrt.

Prozession von Christen, die wieder in ihre Heimatstadt Karakosch zurückgekehrt sind.

Prozession von Christen, die wieder in ihre Heimatstadt Karakosch zurückgekehrt sind.

Allein in Erbil in der Autonomen Region Kurdistan hielten sich noch 90 000 christliche Flüchtlinge in Notunterkünften auf. Etwa die Hälfte der Hilfe für diese Flüchtlinge werde von KIRCHE IN NOT finanziert.

Berthold Pelster, Menschenrechtsexperte von KIRCHE IN NOT.

Berthold Pelster, Menschenrechtsexperte von KIRCHE IN NOT.

„Wir haben unter den 12 000 Familien in Erbil eine Befragung durchgeführt, um zu erfahren, wie stark ihr Wunsch nach einer Rückkehr in ihre Heimat ist.

Mehr als 40 Prozent von ihnen sagten, dass sie unbedingt zurückwollen. In diesen Monaten besteht also vielleicht die letzte Gelegenheit, das Christentum im Irak zu erhalten“, sagte Pelster.

Die Rückkehr der Christen in die zerstörte Ninive-Ebene könne nur gelingen, wenn der Wiederaufbau rasch Fortschritte mache, so Pelster weiter.

Um dies zu erreichen, rief KIRCHE IN NOT ein ökumenisches Komitee ins Leben, in dem die syrisch-katholische, die syrisch-orthodoxe und die chaldäisch-katholische Kirche den Wiederaufbau koordinieren.

Pelster berichtete, dass laut einer Bestandsaufnahme von KIRCHE IN NOT in zwölf christlichen Dörfern der Ninive-Ebene fast 13 000 Privathäuser durch die Terrormiliz „Islamischer Staat“ beschädigt worden seien. 669 Häuser seien vollständig zerstört worden. Für den gesamten Wiederaufbau würden insgesamt mehr als 250 Millionen US-Dollar benötigt.

Gruppenbild vor der stark beschädigten St.-Georg-Kirche in Bartella.

Gruppenbild vor der stark beschädigten St.-Georg-Kirche in Bartella.

Um zu verhindern, dass bei der Zusammenarbeit mit irakischen Regierungsbehörden Gelder in dunklen Kanälen versickern, arbeite KIRCHE IN NOT mit den kirchlichen Stellen vor Ort zusammen, betonte Pelster. So kämen die Gelder tatsächlich auch dort an, wo sie benötigt werden.

„Während große Städte wie Mossul Förderung von staatlicher Seite erfahren, werden kleine Ortschaften, zumal wenn sie von religiösen oder ethnischen Minderheiten bewohnt werden, von den zuständigen staatlichen Behörden oft vernachlässigt oder ignoriert“, berichtete Pelster. Daher unterstütze KIRCHE IN NOT gezielt die kleinen christlichen Siedlungen in der Ninive-Ebene.

Helfen Sie beim Wiederaufbau im Irak

Um den Wiederaufbau in der irakischen Ninive-Ebene und damit das Überleben des Christentums in einer seiner Ursprungsregionen zu unterstützen, bittet KIRCHE IN NOT um Spenden – online oder an:
Empfänger: KIRCHE IN NOT
LIGA Bank München

IBAN: DE63 7509 0300 0002 1520 02
BIC: GENODEF1M05

Verwendungszweck: Irak

Weitere Informationen und aktuelle Meldungen zum Wiederaufbauprogramm finden Sie hier.

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14.Nov 2017 13:03 · aktualisiert: 15.Nov 2017 11:53
KIN / S. Stein