Kühe für ein Priesterseminar

In Kolumbien konnten wir ein eher ungewöhnliches Projekt unterstützen

Kühe auf der Weide eines Priesterseminars in Kolumbien.

Kühe auf der Weide eines Priesterseminars in Kolumbien.

Lange Zeit war das Priesterseminar von Girardot – 130 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Bogota – auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen.

Ihm ging es dabei nicht anders als Hunderten anderen Priesterseminaren in aller Welt: Ohne finanzielle Unterstützung war es ihm nicht möglich, für die Ausbildung, die Unterbringung und die Verpflegung der jungen Männer aufzukommen, die sich darauf vorbereiten, eines Tages als Priester tätig zu sein.

Aber manchmal zeigt die Vorsehung Gottes auch neue Wege, so dass das Seminar von Girardot heute selbst einen Teil seines Lebensunterhaltes selbst erwirtschaften kann.

Eine katholische Viehzüchterfamilie bot dem Seminar 500 Kühe zu moderaten Preisen an. Allen war klar: Das Seminar könnte mit dieser Herde Milch erzeugen und Rinder züchten, die teilweise weiter verkauft werden könnten. Auf längere Sicht wäre das eine gewinnbringende Einnahmequelle, die das Seminar zumindest in einigen Jahren finanziell weitgehend unabhängig machen könnte.

Gruppenfoto der Seminaristen in Girardot / Kolumbien.

Gruppenfoto der Seminaristen in Girardot / Kolumbien.

Zudem würden die Seminaristen neben dem akademischen Wissen und der geistlichen Ausbildung auch praktische Kenntnisse in der Viehzucht und der Milchwirtschaft erwerben, die sie vielleicht eines Tages in ländlichen Gebieten an ihre Pfarrangehörigen weitergeben können. Denn in vielen ärmeren Gebieten der Welt genügt es nicht, wenn der Pfarrer ein guter Priester ist, sondern er muss den Menschen auch in praktischen Fragen zur Seite stehen können.

Das Seminar brauchte jedoch Unterstützung, um die Kühe erwerben zu können. Der Bischof von Girardot, Monsignore Héctor Julio Lopez Hurtado, hoffte auf unsere Hilfe, denn dieses Projekt lag ihm besonders am Herzen. Er schrieb uns: „Gebe Gott, dass Sie dieses Projekt unterstützen können, das eine Hoffnung für die Zukunft ist.“

Wir haben mit 10.000 Euro beim Erwerb einer Rinderherde geholfen. Jetzt braucht das Seminar weniger Hilfe. Dafür können wir andere Seminaristen, die bedürftiger sind und solche Möglichkeiten nicht haben, stärker unterstützen.

KIN / S. Stein