Endlich sauberes Wasser

Ein Wasseraufbereitungsanlage für ein Priesterseminar in Westbengalen / Indien

Kommunion im Morgenstern-Seminar in Barrackpore / Indien.

Gottesdienst im Morgenstern-Seminar in Barrackpore.

„Morgenstern-Seminar“ — diesen poetischen Namen trägt das Priesterseminar in Barrackpore in Westbengalen. Der Name nimmt Bezug auf Maria, die oft mit dem Morgenstern verglichen wird.

Hier bereiten sich 200 junge Männer aus 30 indischen Diözesen und sechs Ordensgemeinschaften auf die Priesterweihe vor. Obwohl sie unterschiedlichen Volksgruppen angehören, sind sie wie eine große Familie.

Die Seminaristen werden auf die vielen Herausforderungen als katholischer Priester in Indien vorbereitet. In dem riesigen Land leben viele unterschiedliche Kulturen, Religionen und Sprachen nebeneinander. So brauchen die Priester nicht nur eine fundierte theologische und geistliche Ausbildung, sondern müssen auch darauf vorbereitet sein, die Menschen in ihrer jeweiligen Tradition zu verstehen.

Sie müssen außer ihrer jeweiligen Muttersprache und Englisch auch andere in Indien gesprochene Sprachen beherrschen, um mit den Menschen, die sie betreuen werden, sprechen und ihnen zuhören zu können. Auch der Umgang mit modernen Kommunikationsmitteln steht auf dem Lehrplan, damit die Kirche die Frohe Botschaft auch auf diesem Weg zu den Menschen bringen kann. Andererseits wird in dem Seminar auf einen einfachen, bescheidenen Lebensstil Wert gelegt.

Chor der Seminaristen von Barrackpore / Indien.

Chor der Seminaristen von Barrackpore. Im Hintergrund ist ein Banner mit der Aufschrift „Thank you, Church in Need“ (Danke, KIRCHE IN NOT) zu sehen.

Wichtig ist auch der soziale Einsatz. Einmal in der Woche gehen die jungen Männer in ein Altenheim, eine Leprastation oder ein Krankenhaus, um die kranken Menschen zu besuchen, zu trösten und um das Leid aus der Nähe kennen zu lernen. Viele der zukünftigen Priester werden in die vernachlässigten Gebiete im Norden und Nordosten Indiens geschickt werden, wo katholische Angehörige ethnischer Minderheiten sehnsüchtig auf Seelsorger warten.

Dort sind die Lebensumstände jedoch hart, und die Seminaristen werden bereits während ihrer Ausbildung an körperliche Arbeit auf dem Feld und im Haus gewöhnt. So unterhält das Seminar eine Landwirtschaft mit Reisfeldern. Die Studenten sind auch für die Reinigung und Instandhaltung des Seminars verantwortlich.

Der Rektor, Pater Franklin Menendez, schrieb uns: „Die Seminaristen müssen lernen, die schmerzliche Situation von Armut, Ungerechtigkeit und Analphabetismus, die in der Region so weit verbreitet ist, am eigenen Leib zu erfahren. Das Seminar bildet missionarische Priester aus, die fähig sein werden, Christus in die lokalen Gemeinden zu bringen, indem sie sich ihrer Lebensweise anpassen und einen Lebensstil führen, der mit dem der Menschen übereinstimmt.“

Bibliothek des Priesterseminars in Barrackpore / Indien.

Bibliothek des Priesterseminars in Barrackpore.

Wichtig für die Arbeit der zukünftigen indischen Priester ist auch ein Verständnis gegenüber anderen Religionen, um mit ihren Anhängern und Führern einen respektvollen und fruchtbaren Dialog zu führen. Da es in Indien immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen auf Christen kommt, können diese Bemühungen das friedliche Zusammenleben in der Gesellschaft voranbringen.

Kürzlich hatte das Priesterseminar aber ein großes Problem: Das Wasser ist von sehr schlechter Qualität. Viele der Seminaristen litten unter Krankheiten, die durch verunreinigtes Wasser verursacht werden. Einige klagten sogar über Haarausfall, weil das Wasser nicht nur Bakterien, sondern auch schädliche Chemikalien enthielt.

Das Seminar benötigte also dringend ein Wasserreinigungssystem, damit die Gesundheit der angehenden Priester nicht weiterhin geschädigt wird. Wohltäter von KIRCHE IN NOT haben dafür 8.000 Euro gespendet.

So können Sie den Christen in Indien helfen

16.Jan 2013 09:14 · aktualisiert: 16.Jan 2013 09:18
KIN / S. Stein