Ein Handtraktor für die Pfarrei

In Myanmar kann eine Gemeinde nun leichter Reis und Mais anbauen

Kinder bestaunen den Handtraktor.

Kinder bestaunen den Handtraktor.

Myanmar hat eine schwierige Geschichte hinter sich. Auch die Kirche hat viel gelitten. Obwohl zwischen 1966 und 1970 alle katholischen Missionare ausgewiesen wurden, um „fremde Einflüsse“ weitgehend auszuschalten, ist die Zahl der Katholiken in dem mehrheitlich buddhistischen Land  inzwischen auf fast 660 000 gestiegen.

Das sind 1,3 Prozent der 50 Millionen Einwohner. Die Katholiken zeichnen sich durch eine tiefe Frömmigkeit aus. Vor allem in den ländlichen Gebieten gehen die Gläubigen auch werktags früh zur heiligen Messe und versammeln sich abends zum Rosenkranzgebet.

Pfarrer Josef leitet eine Gemeinde in einem abgelegenen Gebiet. Es gibt dort kein Telefonnetz und keine richtigen Straßen. Ohne die Kirche könnten die Kinder nicht einmal in die Schule gehen. Die  Gemeinde unterhält ein Wohnheim für 80 Schüler, die aus Dörfern stammen, die so weit von der Schule entfernt liegen, dass sich der Weg nicht tagtäglich zu Fuß bewältigen lässt. Das Internat ist für diese Kinder die einzige Chance auf eine bessere Zukunft.

Der Handtraktor erleichtert die Feldarbeit. Auch Pfarrer Josef packt mit an.

Der Handtraktor erleichtert die Feldarbeit. Auch Pfarrer Josef packt mit an.

Um den Lebensunterhalt der Kinder in dem Wohnheim zu sichern, hat die Pfarrei beschlossen, sechs Hektar Reis, Mais und Gemüse anzubauen. Das Land ist vorhanden; die Gemeindemitglieder haben sich dazu verpflichtet, einen Tag in der Woche oder zumindest alle zwei Wochen auf den Feldern mitzuarbeiten. Allerdings ist es schwierig und kostspielig, Ochsengespanne und einen Pflug auszuleihen.

So bat der Vorgänger von Pfarrer Josef KIRCHE IN NOT darum, dass wir ihm dabei helfen, einen Handtraktor zu erwerben. Bevor sich sein Traum erfüllen konnte, erlitt er einen Schlaganfall, aber Pfarrer Josef setzt sich ebenfalls für dieses Anliegen ein und arbeitet selbst auf den Feldern mit.

KIRCHE IN NOT hat mit 1750 Euro beim Erwerb des Handtraktors geholfen. Pfarrer Josef bedankt sich herzlich bei allen Wohltätern und betet für alle, die seiner Gemeinde dabei geholfen haben, dass sie in Zukunft selbst für die Versorgung der Kinder in dem Wohnheim aufkommen kann.

Begegnungstag mit Gästen aus Myanmar

Charles Bo, Erzbischof von Rangun.

Charles Bo, Erzbischof von Rangun.

Am 15. Juni stand Myanmar (Birma) im Mittelpunkt des Begegnungstages im Wallfahrtsort Vierzehnheiligen in der Nähe von Bamberg. Der Tag fand im Rahmen unserer deutschlandweiten Glaubenstournee statt. Gäste saren unter anderem der Erzbischof von Rangun, Charles Bo, sowie der Salesianerpater Saw Thi Han Lwin, der im Norden Myanmars ein Flüchtlingslager betreut.

Der Begegnungstag begann umit einer heiligen Messe in der Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen. Am Nachmittag gab es zunächst ein Podiumsgespräch über unseren Gründer Pater Werenfried van Straaten mit seinem langjährigen Mitarbeiter Hans-Peter Röthlin. Anschließend war das Podiumsgespräch mit unseren Gästen aus Myanmar.

Ein ausführlicher Rückblick auf die Veranstaltung folgt.

12.Jun 2013 11:16 · aktualisiert: 18.Jun 2013 09:59
KIN / S. Stein