Unterwegs im Urwald

Ein Missionar aus Brasilien dankt für das neue Boot

Pater Peter Shekelton tauft ein Kind.

Pater Peter Shekelton tauft ein Kind.

Pater Peter Shekelton fand zu seiner Berufung, als er 1991 in London in der Kathedrale von Westminster Pater Werenfried van Straaten predigen hörte. Inzwischen arbeitet er als Missionar im Amazonasgebiet in Brasilien.

Seit Januar 2012 ist Pater Peter in der Pfarrei von Barcelos tätig. Die Pfarrei erstreckt sich über ein riesiges Gebiet. Allerdings sind weite Flächen nicht besiedelt. Die meisten der 25 000 Einwohner leben in der Stadt Barcelos, aber es gibt am Rio Negro und seinen Nebenflüssen 45 Siedlungen, die nur schwer erreichbar sind. Teilweise braucht man drei bis vier Tage, um mit dem Boot dorthin zu gelangen.

Die Menschen, die dort leben, sind Katholiken. Doch Sekten sind aktiv und werben die Gläubigen ab. So ist es wichtig, dass auch die am weitesten entfernten Ortschaften regelmäßig von einem Priester besucht werden. Dank Ihrer Hilfe von fast 40.000 Euro hat Pater Shekelton nun ein neues Boot.

„Ich begann meine Arbeit mit einem alten Boot der Pfarrei, das sehr primitiv und renovierungsbedürftig war. Mir wurde geraten, kein Geld für die Reparaturen auszugeben, sondern ein neues Boot zu kaufen. Aber wie? Die Pfarrei ist sehr arm und konnte sich auf keinen Fall die Anschaffung eines neuen Bootes leisten.”

Mit diesem Boot ist Pater Shekelton auf dem Rio Negro in Brasilien unterwegs.

Mit diesem Boot ist Pater Shekelton auf dem Rio Negro in Brasilien unterwegs.

Pater Shekelton musste sich also mit dem alten, kaputten Boot auf den Weg in die weit abgelegenen Siedlungen an den Flüssen machen. Zumindest konnte er nach einiger Zeit einen Außenbordmotor anschaffen.

„Es gibt viele Stromschnellen, gefährliche Strömungen, verborgene Felsen und Sandbänke, die ihre Lage verändern. Außerdem ist man starken Stürmen und einer sengenden Sonne ausgesetzt, abgesehen von der Gefahr im Wasser, denn das ist voll von Krokodilen, Piranhas und Schlangen. Nachts muss man seine Hängematte aufhängen und draußen schlafen. Damit wird man zur Beute der Moskitos, die Malaria und andere Infektionskrankheiten übertragen. Letztes Jahr bekam ich Malaria.“

Ich komme oft glücklich von diesen Reisen in die Wildnis wieder, weil ich das getan habe, wovon ich glaube, dass es meine Pflicht ist. Aber ich bin auch betrübt über die Gottlosigkeit vieler Menschen. Seitdem selbst in die entlegensten Gegenden des Urwalds Satellitenschüsseln vorgedrungen sind, scheinen viele durch ‚Anti-Werte’ wie Hedonismus, Individualismus, Konsumismus und Relativismus, die für diese Zeit typisch sind, beeinflusst zu werden.

Pater Shekelton zu Besuch bei einer älteren Frau.

Pater Shekelton zu Besuch bei einer älteren Frau.

Sie werden ihrer Religiosität und Würde beraubt und werden dazu gebracht, sich nach einem Leben zu sehnen, das mit ihrer Wirklichkeit nichts zu tun hat. Dies führt dazu, dass viele Menschen sich nicht mehr um Gott scheren, und viele der Kapellen sind verlassen oder zumindest in schlechtem Zustand.

Es gibt viel Alkoholmissbrauch und sexuelle Promiskuität. Dennoch glaube ich fest daran, dass dies meine Mission ist und dass die Kirche auch weiterhin präsent sein muss. ‚Verkünde das Wort, ob man es hören will oder nicht’ (2 Tim 4,2). Diese Kirche, das sind zurzeit nur ich und mein Boot von Kirche in Not.”

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KIN / S. Stein