„Jesus ist gekommen“

Dank Ihrer Hilfe gibt es in der albanischen Stadt Jaru eine Kirche

Neue Kirche in Jaru/Albanien.

Neue Kirche in Jaru/Albanien.

Es ist erfreulich, dass der Glaube in Albanien eine zarte Blüte erlebt. Katholiken bilden zwar nur eine kleine Minderheit in der Bevölkerung, jedoch sind die Gläubigen überwiegend jung.

Insgesamt liegt der Altersdurchschnitt der albanischen Bevölkerung bei gerade einmal 30 Jahren. Auch die Gottesdienste werden von vielen jungen Menschen besucht.

Noch vor wenigen Jahren war die Lage nach vielen Jahrzehnten der Glaubensverfolgung ganz anders: Als der slowakische Franziskanerpater Jaroslav Car im Jahr 2000 nach Jaru in Südalbanien kam, hatten die meisten Menschen dort noch niemals einen Priester gesehen. Die Kinder liefen dem Mann, der das Ordensgewand und einen Vollbart trug, nach und riefen: „Jesus ist gekommen“.

Innenraum der neuen Kirche in Jaru.

Innenraum der neuen Kirche in Jaru.

Dieser Ausruf enthält eine tiefe Wahrheit. Denn Pater Jaroslav und seine Mitbrüder brachten wirklich Jesus nach Jaru. Sie mussten mit ihrer pastoralen Arbeit ganz von vorne beginnen, denn mehrere Generationen waren bereits ohne Gott erzogen worden und kannten nicht einmal das Kreuzzeichen. Ihre Arbeit trägt Früchte: Heute hat die Pfarrei mehrere hundert Gläubige.

Eingang der früheren Bunkerkirche.

Eingang der früheren Bunkerkirche.

Jahrelang wurde die heilige Messe an einem ungewöhnlichen Ort gefeiert: Die Gläubigen verwandelten einen Bunker in eine Kapelle. In Albanien gibt es viele Militärbunker. Diktator Enver Hodscha, der zwischen 1944 und 1985 in Albanien ein stalinistisches Schreckensregime führte und jegliche Religionsausübung grausam verfolgte, ließ über 750 000 bauen.

Über Jahrzehntelang verschandelten sie die Landschaft in dem südosteuropäischen Land. Auf je vier Einwohner sollte einer dieser unterirdischen Schutzräume kommen.

Seit der politischen Wende wurden viele der Bunker abgerissen, einige fanden hingegen eine neue Verwendung. In Jaru befand sich zur Zeit der Hodscha-Diktatur ein Militärstützpunkt, im Nachbarort Shtylass ein Internierungslager für politische Gefangene.

Das große Kreuz, das die Patres neben dem Eingang des Bunkers aufstellten, damit das Bauwerk schon aus der Ferne als Kirche erkennbar ist, hätte in kommunistischer Zeit ihr Todesurteil besiegelt.

Der Franziskaner Jaroslav  Car vor der alten Bunkerkirche.

Der Franziskaner Jaroslav Car vor der alten Bunkerkirche.

Dennoch: Auf die Dauer braucht eine Pfarrgemeinde eine richtige Kirche, die genug Platz für die Gottesdienstbesucher bietet und einen würdigen Ort für die heilige Messe darstellt. Die Gläubigen in Jaru freuen sich darüber, dass sie endlich eine eigene Kirche haben. Mit 80.000 Euro konnten wir dank den großzügigen Spenden unserer Wohltäter beim Bau des Gotteshauses helfen.

Alle in der Medienbox vorgestellten Beiträge sind bei uns unentgeltlich auf CD beziehungsweise DVD erhältlichSie können sie auch in unserer Mediathek anschauen.

KIN / S. Stein