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Klarissen danken für den Bau einer Kapelle und von Gästezimmern

Klarissin im Kloster Magangue.

Klarissin im Kloster Magangue.

Der Klarissenorden wurde im 13. Jahrhundert von der heiligen Klara, einer Weggefährtin des heiligen Franziskus von Assisi, gegründet. Zum Entsetzen ihrer wohlhabenden Familie wählte sie ein Leben in radikaler Armut, um Christus nachzufolgen.

Überall in der Welt gibt es heute Schwestern, die ihrem Ideal folgen und die nicht nur persönlich, sondern auch als Ordensgemeinschaft auf materiellen Besitz verzichten. Sie führen ein strenges, verborgenes Leben des Gebetes und der Buße und widmen sich vor allem der Anbetung des allerheiligsten Altarssakramentes.

Pater Werenfried, der Gründer von Kirche in Not, fand ein schönes Bild für die Bedeutung des kontemplativen Lebens. Es sei nicht nutzlos, wie viele meinen, sondern es sei wie „reiner Schnee hoch auf den Bergen in der Sonne von Gottes Liebe, Schnee, der zerschmilzt, zergeht und scheinbar nutzlos ist. Aber seht! Schmale Bächlein stürzen herab, sie werden breiter, schließen sich zu wilden Strömen zusammen, werden zu Wasserfällen, die Kraftwerke, Maschinen, Fabriken und ganze Industrien in Gang setzen.

Klarissen beim gemeinsamen Gebet.

Klarissen beim gemeinsamen Gebet.

Sie zaubern Lichtmeere hervor und strömen weiter, um dürre Ebenen in fruchtbare Äcker zu verwandeln, um eine graue Welt mit Bäumen, Pflanzen, Getreide, Blumen, Obst und Schönheit zu überdecken und Schiffsladungen mit Nahrung und allem, was sonst zu einem menschenwürdigen Leben nötig ist, in ferne Länder zu tragen … Dies ist die Essenz jedes kontemplativen Lebens, jedes still bei Gott Seins, jedes bereitwilligen Hörens auf Gottes Wort.“

Seit 1573 ist der Klarissenorden auch in Kolumbien vertreten, wo er sich rasch ausbreitete. Binnen weniger Jahre entstanden dort 40 Klöster. Manche bestehen zwar nicht mehr, dafür werden aber bis heute neue Klöster gegründet.

So entstand beispielsweise 1997 eine neue Klostergemeinschaft in Magangue im Norden Kolumbiens. Zunächst waren die Schwestern nur provisorisch untergebracht, aber 2003 wurde mit dem Bau eines Klosters begonnen. Für den Bau ihrer Kapelle und einiger Gästezimmer haben die Schwestern Kirche in Not um Hilfe gebeten. Unsere Wohltäter haben ihnen mit 20.000 Euro geholfen.

Das Kloster in Magangue/Kolumbien.

Das Kloster in Magangue/Kolumbien.

Die Kapelle kommt nicht nur den Schwestern für ihre Stundengebete und Gottesdienste zugute, sondern es kommen auch immer mehr Gläubige, um sich dem Gebet der Schwestern anzuschließen oder die heilige Messe zu besuchen. Auch Gäste verbringen einige Tage im Kloster, um wieder intensiver zu Gott zu finden.

Obwohl die Schwestern in der Verborgenheit leben, ziehen sie andere Menschen an. Aber selbst die Priester, die Exerzitien für die Ordensfrauen halten, mussten bislang bei Bekannten in der Stadt unterkommen, weil das Kloster keine Gäste unterbringen konnte. So sind die Gästezimmer eine große Hilfe.

Dafür bedanken sich die Schwestern von Herzen und versprechen, für alle Wohltäter zu beten. Schwester Ruth schreibt: „Sie können auf unsere Gebete und den Segen Gottes des Vaters, des heiligen Franziskus und der heiligen Klara zählen.“

KIN / S. Stein