Geistliche Hilfe hinter Gittern

Dank Ihrer Hilfe können wir die Gefängnisseelsorge in Russland unterstützen

Gefängnisinsassen in Russland beim Gebet.

Gefängnisinsassen in Russland beim Gebet.

Die orthodoxe Kirche ist eine der wenigen Institutionen in Russland, die sich um Gefängnisinsassen kümmert. KIRCHE IN NOT unterstützt die Gefängnisseelsorge durch Hilfe beim Bau von Kapellen und durch religiöse Literatur.

Vater Igor, der Gefängnisseelsorger in Nischni Nowgorod, hat seit 1998 fast 400 Häftlinge getauft. Alles hat ganz bescheiden angefangen: „Als wir mit der Seelsorge im Gefängnis begannen, hatten wir nur einen kleinen Raum in der Waschküche, um dort zu beten. Wir kauften Farbe und strichen die Wände an. Häftlinge, die künstlerisch begabt waren, bemalten die Wände anschließend mit Ikonen. In einer abgetrennten Kammer habe ich Beichte gehört.

Schon bald konnte ich viele Veränderungen in den Seelen beobachten. Ein halbes Jahr später traf sich bereits eine Gruppe von ihnen selbstständig zum Morgen- und Abendgebet. Wenn ich am Sonntag kam, um die heilige Liturgie zu feiern, hatten sie sich während der Woche mit Fasten und Beten auf die Beichte und den Empfang der heiligen Kommunion vorbereitet.“

Gefängnisinsasse empfängt die Kommunion.

Gefängnisinsasse empfängt die Kommunion.

Vater Igor bedauert, dass manche Menschen, die eigentlich viele Talente und Gaben haben, die sie zum Wohl der Gesellschaft einsetzen könnten, auf die schiefe Bahn geraten und ihre Intelligenz und ihre Begabungen falsch nutzen. Er führt es auf die geistige Leere zurück, die in vielen Menschen herrscht. Die Zeit im Gefängnis mit der seelsorglichen Betreuung ist für viele eine Chance, auf den rechten Weg zurückzufinden.

Viele der ehemaligen Gefängnisinsassen, die Vater Igor jahrelang betreut hat, sind inzwischen entlassen worden. Mit manchen von ihnen hat er heute noch Kontakt. Er hat sie getraut, ihre Kinder getauft, und viele kommen Sonntag für Sonntag zur Kirche. Einige, die sich erfolgreich eine neue berufliche Existenz aufgebaut haben, unterstützen die Arbeit der Kirche auch finanziell und sind wirkliche Wohltäter geworden.

Vater Igor erzählt: „Eigentlich stehen viele Menschen, die straffällig geworden sind, der Kirche wohlgesonnen gegenüber. Meiner Erfahrung nach denken sie in ihrer Sünde viel über den Sinn des Lebens nach. Menschen, bei denen alles glattgeht, denken oft, dass sie Gott nicht brauchen.“ So überraschend das auf den ersten Blick erscheinen mag, ist es doch das, was Jesus im Evangelium sagt: „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.“

KIN / S. Stein