Die Engel von Oruro

Dank Ihrer Hilfe haben Schwestern in Brasilien eine würdige Bleibe

Ein indigenes Mädchen aus Bolivien trägt sein Geschwisterchen auf dem Rücken.

Ein indigenes Mädchen aus Bolivien trägt sein Geschwisterchen auf dem Rücken.

Sie sind dort, wo die Not besonders groß ist – die Ursulinen in Oruro. Sie sind vor allem bei den mittellosen Familien, den Kindern und Jugendlichen, kranken und verlassenen Menschen.

Die Schwestern sind die Engel der kargen Industriestadt Oruro auf über 3000 Metern. Oruro war ein bedeutendes Zentrum für Zinn, Silber, Gold, Wolfram, Schwefel und Kupfer. Nachdem der Markt in den 1990er-Jahre einbrach, etablierten sich andere Wirtschaftszweige wie Landwirtschaft, Viehzucht und die Herstellung von Seifen und Schuhen.

Die Ursulinen sind seit 2009 in Bolivien präsent. Der Orden, der sich 1920 in Polen gründete, hat die Bildung von Kindern und Jugendlichen sowie den Dienst an bedürftigen Familien zum Ziel. Viele Frauen schlossen sich von Anfang an dem Orden an. Gegenwärtig gibt es in 15 Ländern Niederlassungen.

„In Oruro entstand die erste Gemeinschaft. Wir leben am Rande der Stadt, wo sehr viele arme Familien weit entfernt von der nächsten Kirche leben und nur schwer an Katechesen, den Sakramenten und am Gemeindeleben teilnehmen können“, erzählt Schwester Anna Grazyna Malecka, die Superiorin der kleinen Gemeinschaft von drei Ordensfrauen.

Schwester mit indigenen Kindern.

Schwester mit indigenen Kindern.

Diese drei sind beispielhaft für die vielen Schwesternorden in Bolivien, die die Pastoral- und Gemeindearbeit am Leben erhalten und die wenigen Priester entlasten. Sie sind es, die die bis zu 100 isolierten Dörfer in einer Gemeinde besuchen. Ohne ihren Dienst könnte die Ortskirche viele Gemeinden nicht halten.

Die Ursulinen unterstützen die Familien nach den Worten ihrer Ordensgründerin, Kinder zu Gott und für die Gesellschaft auszubilden. Sie halten Wortgottesdienste, Katechesen und Vorbereitungskurse. Sie beten mit den Familien und helfen ihnen beim Lösen diverser Probleme, pflegen kranke Menschen und fördern die schulische und ganzheitliche Entwicklung der Kinder.

Zwei dieser fleißigen Engel besuchen regelmäßig das städtische Gefängnis, wo viele Kinder gemeinsam mit ihren inhaftierten Müttern leben, weil sie kein Zuhause mehr haben und nicht alleine wohnen können. Die Schwestern selbst hausten jahrelang in einer bescheidenen Mietwohnung.

Eine Ordensschwester zu Besuch bei einer armen Familie in Bolivien.

Eine Ordensschwester zu Besuch bei einer armen Familie in Bolivien.

Bischof Krzysztof Bialasik Wawrowska hatte unser Hilfswerk im vergangenen Jahr um Unterstützung bei der Errichtung eines Wohnhauses gebeten. Er hatte bereits ein Grundstück gekauft, auf dem nun dank der Hilfe unserer Wohltäter nicht nur eine neue Bleibe für die Schwestern entsteht, sondern eine ganze Pfarrei mit Kirche und Gemeindezentrum und einer Ambulanz.

Das Gebäude wird „eine große Hilfe für unsere Mission sein“, betont Schwester Grazyna, die sich herzlich für die Unterstützung von 15.700 Euro für den Bau bedankt. „Möge Gott Sie segnen!“

Helfen Sie den Christen in Bolivien:

30.Okt 2014 09:06 · aktualisiert: 17.Mrz 2015 14:02
KIN / S. Stein