ÄTHIOPIEN

Ausbildung und Unterhalt für Novizinnen

Eine Schwester pflegt einen Kranken.

Eine Schwester pflegt einen Kranken.

Die Schwesterngemeinschaft der “Mägde der Kirche” wurde 1988 im äthiopischen Awasa gegründet. Der damalige Bischof Armido Gasparini wollte etwas tun, um junge äthiopische Frauen stärker in den Aufbau der katholischen Kirche und die Sorge um das spirituelle Wachstum der Gläubigen mit einzubinden.

Das Hauptziel war es, jungen Mädchen, die in ihrer Kultur kaum Chancen auf eine höhere Ausbildung haben, eine Hilfestellung zur Weiterbildung zu geben.

Damals begann alles mit vier jungen Mädchen, die sich zusammenschlossen, um ihre Ausbildung fortzusetzen, und die vier Jahre später ihre ersten Gelübde ablegten. Heute hat die junge Schwesterngemeinschaft bereits 15 Schwestern, acht Novizinnen, vier Postulantinnen und sieben Aspirantinnen.

Neun der Schwestern absolvieren Berufsausbildungen als Lehrerinnen, Krankenschwestern und Katechetinnen. Die anderen arbeiten in Schulen, in der Gesundheitsfürsorge und in Pfarreien. In den Pfarrgemeinden erteilen sie Katechismus-Unterricht und bereiten Katechumenen auf die Taufe, Kinder auf die Erstkommunion und junge Frauen auf die Ehe vor.

Ausbildung für äthiopische Frauen

Außerdem setzen sie sich dafür ein, dass sich ein stärkeres Bewusstsein für die Würde der Frau und der Familie entwickelt. Zwar werden Frauen auf der einen Seite in den afrikanischen Kulturen – so auch in Äthiopien – als “Quelle des Lebens” hoch geachtet, andererseits haben sie aber nicht die gleichen Bildungschancen wie die Männer.

Noch immer verstünden viele Afrikaner nicht, warum Frauen Lesen und Schreiben lernen oder sich für einen Beruf ausbilden lassen sollten, erzählt uns der katholische Bischof von Soddo-Hosanna, einer anderen Diözese in Äthiopien, Rodrigo Mejía Saldarriaga, der die Ausbildung der Frauen ebenfalls als wichtiges Anliegen der Kirche in Äthiopien betrachtet.

Er begrüßt den Einsatz von Frauen in der pastoralen Arbeit, da sie nach seiner Erfahrung einen besonderen Zugang zu den Menschen haben, der freundlicher und weicher ist. Vor allem für junge Mädchen, andere Frauen und Kinder seien sie gute Ratgeberinnen.

Engagement in der Gesundheitsfürsorge

Die Schwestern der Gemeinschaft “Mägde der Kirche” helfen Frauen sowohl in geistlicher Hinsicht als auch ganz konkret, beispielsweise dabei, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und sie engagieren sich auch stark in der Gesundheitsfürsorge.

In einem Land wie Äthiopien, das zu den ärmsten Ländern der Welt zählt und in dem fast die Hälfte der Bevölkerung unterernährt ist, ist ihr Dienst besonders wertvoll. Ihr Vorbild bei allem, was sie tun, ist Maria, “die Magd des Herrn”.

Für die Ausbildung und den Unterhalt der Novizinnen haben wir 3.000 Euro versprochen.

Hier können Sie direkt online spenden.

10.Jul 2009 15:31 · aktualisiert: 27.Mai 2011 16:48
KIN / S. Stein