RUSSLAND

Bau einer Kirche und eines Pastoralzentrums

Bischof Joseph Werth (rechts) und unser Russland-Experte Peter Humeniuk vor der neu entstehenden katholischen Kirche in Kemerowo.

Bischof Joseph Werth (rechts) und unser Russland-Experte Peter Humeniuk vor der neuen katholischen Kirche in Kemerowo.

Sibirien – noch immer denken viele bei diesem Wort an die unvorstellbar vielen Menschen, die in Lagern ihr Leben lassen mussten. Noch vor nicht allzu langer Zeit wurden Christen in Russland unterdrückt und verfolgt, unzählige wurden ermordet – Katholiken und Orthodoxe gleichermaßen.

Heute erklingen in den Weiten Sibiriens wieder die Kirchenglocken, und die Gebete und Gesänge der Christen aller Konfessionen steigen zum Himmel auf.  Im westsibirischen Kemerowo (etwa 3500 km östlich von Moskau) gibt es eine lebendige katholische Gemeinde: die Pfarrei der Unbefleckten Empfängnis.

Bislang versammeln sich die Katholiken noch in einem Wohnhaus, aber die Kapelle, die sie im Wohnzimmer liebevoll eingerichtet haben, ist zu klein. Vor allem an den Feiertagen muss der Pfarrer darum bitten, dass nicht alle Gläubigen gleichzeitig zur Heiligen Messe kommen, denn sonst platzt die Wohnung aus allen Nähten.

Die Leute ziehen die Schuhe aus, um den Boden nicht zu verschmutzen, und tun alles, damit die Gottesdienste in einem würdigen Rahmen stattfinden können. Kinder schmücken die Muttergottesstatue mit Basteleien, und jeder bringt seine Talente mit ein, um die Heilige Messe schön zu gestalten.

Unter den Gläubigen sieht man viele junge Gesichter – die Gemeinde hat Zukunft. Ein junges Pärchen, dass sich in der Gemeinde engagiert, will in diesem Jahr heiraten – sicherlich werden auch sie bald ihre Kinder mitbringen und ihnen von Jesus Christus erzählen.

Zusammenleben von Orthodoxen und Katholiken

Und hoffentlich werden ihre Kinder dann schon ein richtiges Gotteshaus erleben dürfen, denn die Pfarrei baut endlich eine eigene Kirche mit einem Pastoralzentrum. In einem Jahr soll sie fertig werden, hofft Pfarrer Zenon.

Kemerowo ist ein schönes Beispiel für das freundschaftliche Zusammenleben von Katholiken und Orthodoxen. Im vergangenen Dezember brachte Bischof Joseph Werth, zu dessen Diözese Kemerowo gehört, dem orthodoxen Bischof von Kemerowo, Aristarch, eine Reliquie des heiligen Nikolaus als Geschenk mit. Er tat es im Namen des Heiligen Vaters.

Es war ein wunderschönes gemeinsames Fest, und der orthodoxe Bischof Aristarch hat versprochen, zur Einweihungsfeier zu kommen, wenn das katholische Gotteshaus von Kemerowo endlich fertig sein wird. Dann wird es wieder eine schöne gemeinsame Feier geben – diesmal in der katholischen Kirche der Stadt.

Damit die Einweihungsfeier bald stattfinden kann und die katholischen Gläubigen von Kemerowo nicht mehr so lange auf ihre Kirche zu warten brauchen, haben wir ihnen 50.000 Euro versprochen.

Hier können Sie direkt online für spenden.

13.Jul 2009 16:15 · aktualisiert: 27.Mai 2011 16:45
KIN / S. Stein