LIBANON

Fertigstellung des Pfarrsaals in Rmeilet-Ardeh

Georges Bou-Jaoudé, maronitischer Erzbischof von Tripoli.

Georges Bou-Jaoudé, maronitischer Erzbischof von Tripoli.

Der Libanon wird bereits in der Bibel erwähnt. Schon König Salomon besang seine berühmten Zedern (vgl. 1 Könige 5,13). Jesus selbst betrat den Boden des heutigen Libanon, und hier entstanden auch schon früh christliche Gemeinden.

Der Libanon ist aber, wie die meisten Länder der Bibel, auch ein Land, das viel gelitten hat. Immer wieder wurde es im Laufe seiner Geschichte Schauplatz von Kriegen. Der Bürgerkrieg zwischen 1975 und 1990 forderte 150 000 Menschenleben, 350 000 Menschen wurden verletzt, mehrere Hunderttausend Menschen flohen ins Ausland.

Der Frieden hielt nicht lange an, denn schon 16 Jahre später kam es wieder zu einem Krieg. Seitdem sind immer wieder blutige Kämpfe aufgeflammt. Die Menschen leben in der Angst, dass die Geschichte sich wiederholen könnte.

Die Küstenstadt Tripoli schaut bereits auf eine fast dreitausendjährige Geschichte zurück. Noch im vergangenen Jahr wurde sie zum Schauplatz schwerer Kämpfe zwischen der libanesischen Armee und den islamischen Extremisten der Gruppe “Fatah al Islam”. Wohnhäuser, Geschäfte und Autos wurden zerstört. Es gab Tote, viele Menschen flohen vor den Granaten.

45 Prozent der Libanesen sind Christen

Zahlreiche Christen haben das Land bereits verlassen. Noch vor einigen Jahren war der Libanon das einzige mehrheitlich christliche Land des Nahen Ostens. Heute sind nur noch 45 Prozent der Bevölkerung Christen – und es werden immer weniger. Dennoch haben die schmerzlichen Erfahrungen, die die Menschen machen mussten, auch etwas Gutes. Der Krieg und das Erstarken des Islams haben dazu geführt, dass viele Christen ihren Glauben noch bewusster leben als früher.

Besonders die Jugend spürt, dass es keine Hoffnung außer Gott gibt. Dies hat auch zu einem Aufblühen von Berufungen geführt. Dennoch muss etwas getan werden, damit nicht noch mehr Christen das Land verlassen.

Pfarrsaal der St.-Rita-Kirche in Rmeilet-Ardeh.

Pfarrsaal der St.-Rita-Kirche in Rmeilet-Ardeh.

In der Ortschaft Rmeilet-Ardeh, die zur Erzdiözese Tripoli gehört, leben 1300 Christen. Sie sind in ihrer Heimat geblieben, obwohl auch sie Gewalt und Zerstörung erlebt haben. In ihrem Dorf bauen sie jetzt einen Pfarrsaal, damit das Leben der Gemeinde noch intensiver wird und die Menschen einen Ort haben, an dem sie gemeinsam feiern und trauern können.

Alle Arten von Feiern und Veranstaltungen werden dort stattfinden: Hochzeiten, Tauffeiern, Trauergesellschaften, Katechese, Jugendtreffen, Kurse und soziale Programme. Aber es fehlt an Geld, um das Bauvorhaben zu beenden.

Der maronitische Erzbischof von Tripoli, Georges Bou-Jaoudé, hat sich vertrauensvoll an uns gewandt. In seinem Brief schreibt er von dem großen Glauben, der Hoffnung und Liebe der christlichen Familien, die ihre Heimat nicht verlassen wollen.

Wir wollen ihn und seine Gläubigen nicht enttäuschen. Deshalb haben wir ihm 17.000 Euro versprochen.

Hier können Sie direkt online spenden.

18.Aug 2009 14:11 · aktualisiert: 27.Mai 2011 16:40
KIN / S. Stein