MOSAMBIK

Unterstützung für Bildungsprogramme

Schwester Maria Rosa Fernandes da Silva zeigt ihren Heilkräutergarten.

Schwester Maria Rosa Fernandes da Silva zeigt ihren Heilkräutergarten.

Schwester Maria Rosa Fernandes da Silva lächelt, wenn sie in ihrem Kräutergarten steht. Der Garten ist ihre Apotheke. Hier pflanzt sie Heilkräuter an, mit denen sie Menschen helfen kann, für die eine medizinische Versorgung sonst kaum erschwinglich wäre.

In dem Ausbildungszentrum der Diözese Chimoio, das sie leitet, lehrt sie die Frauen, diese Kräuter richtig anzuwenden. Das eine Kraut hilft gegen Fieber, das andere gegen Bauchweh – und alles kostenlos und ohne Nebenwirkungen. Die Frauen dürfen sich Setzlinge mit nach Hause nehmen und in ihren eigenen Gärten anpflanzen.

Aber das ist nicht alles, was das Bildungszentrum von Marera in der Diözese Chimoio zu bieten hat. So gibt es beispielsweise Ausbildungskurse für Katecheten. Auch die Priester können sich in dem Zentrum weiterbilden. Die Diözese ist 61 000 Quadratkilometer groß, dreimal so groß wie Hessen. Die Gläubigen werden jedoch nur von fünf Priestern betreut.

Wichtig sind zudem die Kurse zur AIDS-Prävention. Ein Viertel der Bevölkerung gilt als HIV-infiziert; zwei Drittel von ihnen sind zwischen 15 und 24 Jahren. Die Kirche muss das Bewusstsein der Menschen bilden und auf der Grundlage der katholischen Lehre ein Lebenskonzept anbieten, in dem eheliche Treue und Keuschheit grundlegende und lebensrettende Werte sind.

Teilnehmerinnen eines Seminars für Jugendliche.

Teilnehmerinnen eines Seminars für Jugendliche.

Gerade Jugendliche können hier lernen, ein wahrhaft christliches Leben zu führen. Sie werden darauf vorbereitet, was es bedeutet, als Mann und Frau, als Ehepaar und Eltern, zu leben.

Die Initiation, der Übergang ins Erwachsenenleben, ist in den afrikanischen Kulturen sehr wichtig. Die jungen Menschen werden in den Dörfern mit verschiedenen Riten in ihre spätere Rolle eingeführt und lernen von den Älteren, wie sie leben sollen.

Obwohl darin auch viele positive Werte vermittelt werden, sind Elemente dabei, die mit der kirchlichen Lehre unvereinbar sind. Die Kirche versucht, Werte aus der jeweiligen Kultur – etwa die traditionelle Wertschätzung vor der Familie und der Frau als Spenderin des Lebens  – zu übernehmen und diese Werte gewissermaßen im Licht des Evangeliums neu zu entdecken und in das Christsein der Menschen mitzunehmen.

Die Jugendlichen werden angeleitet, nicht mit ihrer Kultur zu brechen, damit sie nicht entwurzelt und verloren in der Welt stehen, sondern sie lernen, was es bedeutet, in ihrem ganz konkreten Umfeld in Wahrheit Christ zu sein.

Infrastruktur durch Bürgerkrieg zerstört

In dem Zentrum werden aber auch Programme zur Entwicklungshilfe angeboten, denn in der Region leben 90 Prozent der Menschen auf dem Land. Sie bebauen ein kleines Stück Land und leben mehr schlecht als recht von den Erträgen. Um ihr Leben zu verbessern, hilft die Kirche ganz konkret. Bildung ist hier – wie überall in Afrika – einer der wichtigsten Faktoren für eine bessere Zukunft.

Bischof Francisco Joao Silota von Chimoio hat unserem Hilfswerk erzählt, dass in seiner Diözese nahezu die gesamte Infrastruktur durch den Bürgerkrieg zerstört wurde. Deshalb haben wir ihm 10.000 Euro versprochen, damit das Bildungszentrum in Marera seinen wertvollen Beitrag zum Leben seiner Diözese auch weiterhin leisten kann.

Hier können Sie direkt online spenden.

12.Okt 2009 10:26 · aktualisiert: 27.Mai 2011 16:35
KIN / S. Stein