PHILIPPINEN

Bau eines Hauses für drogenabhängige Frauen

Ein ehemaliger Drogenabhängiger im Garten der Fazenda auf den Philippinen.

Ein ehemaliger Drogenabhängiger im Garten der Fazenda auf den Philippinen.

Seit 26 Jahren gibt es die so genannten “Fazendas da Esperança”. Auf diesen “Bauernhöfen der Hoffnung”  geht es nicht nur um eine erfolgreiche Suchttherapie von ehemaligen Drogenabhängigen, sondern vielmehr wird jungen Menschen ein neuer, lebenswerter Lebensstil vermittelt.

Das Konzept der Fazendas ist recht erfolgreich: 85 Prozent der Drogenabhängigen, die auf einer der mittlerweile an vielen Orten der Welt bestehenden “Fazendas” ein neues Leben beginnen, bleiben geheilt und kehren nicht wieder in den Teufelskreis aus Sucht, Kriminalität und Prostitution zurück.

Einer der Grundpfeiler der Heilung ist die Arbeit. Gemeinsam sind die jungen Leute dafür verantwortlich, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Dadurch erfahren sie, dass jeder einzelne wichtig ist, denn anders kann das Leben der Gemeinschaft nicht gelingen. Es ist für sie zudem eine wertvolle Erfahrung, etwas Sinnvolles zu tun und Verantwortung zu übernehmen.

Gebetsleben und seelsorgliche Betreuung

Wichtig ist aber auch das Gebetsleben und die seelsorgliche Betreuung. Jeden Morgen versammeln sich die einzelnen Wohngruppen, um einen Abschnitt aus der Bibel zu lesen. Dabei wird ein Schriftwort ausgewählt, das die Bewohner durch den Tag begleiten soll. Jeder nimmt sich dabei etwas vor. Am Abend kommt die Wohngruppe wieder zusammen und tauscht sich darüber aus, wie der Tag verlaufen ist, welche Probleme, aber auch Fortschritte es gegeben hat.

Wenn jemand in eine Krise gerät und Gefahr läuft, einen Rückfall zu erleiden, merken das die anderen Jugendlichen sofort und fangen den oder die Betroffene auf. Ein außerordentliches Maß an Geduld zeigen auch die Betreuer. Oft haben sie selbst eine Entziehungskur durchgemacht und kennen die Probleme der Menschen, die von der Drogensucht wegkommen möchten. Vor allem der Beginn des Drogenentzuges ist eine harte Zeit, aber die Erfolgsquote spricht für sich.

Die Fazenda da Esperança - eine große Familie.

Die Fazenda da Esperança - eine große Familie.

Auf der Insel Masbate gibt es bereits einen “Bauernhof der Hoffnung” für junge Männer. Die Jugendlichen bauen Reis, Maniok und Gemüse an, züchten Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Enten und Hühner, betreiben eine Milchwirtschaft, eine Bäckerei, eine Imkerei und bedrucken T-Shirts. In der Stadt Masbate konnte auf dem Vorplatz der Kathedrale ein kleiner Laden eröffnet werden, in dem die Produkte verkauft werden.

In ganz Asien gibt es jedoch noch keine “Fazenda” für drogensüchtige Frauen und Mädchen, obwohl es dringend benötigt wird. Bislang mussten weibliche Drogenabhängige an die “nächstgelegenen” Fazendas in Deutschland oder Mosambik verwiesen werden.

Ein Haus für 26 Frauen mit Kindern

Nun soll auf dem Gelände der bereits bestehenden Fazenda – mit gebührendem Abstand zu dem Haus für junge Männer – ein Haus für Frauen entstehen. Die Nachfrage ist schon jetzt gewaltig: inzwischen leben bereits vierzehn junge Frauen in einer provisorischen Unterkunft. Es soll nun ein Haus gebaut werden, in dem 26 junge Frauen unterkommen können. Diejenigen von ihnen, die schon Kinder haben, sollen zudem die Kleinen mitbringen können.

Pater Hans Stapel, der “Vater” der Fazendas, betont, dass das Wichtigste nicht das Geld sei, sondern die Liebe, der Geist, die Menschen. Dennoch wird Geld benötigt, um das Projekt verwirklichen zu können.

Wir haben im 60.000 Euro versprochen. Helfen Sie jungen Frauen, die schon am Ende zu sein schienen, damit sie ein neues Leben beginnen können.

Hier können Sie direkt online spenden.

12.Okt 2009 11:06 · aktualisiert: 27.Mai 2011 16:35
KIN / S. Stein