SERBIEN

Renovierung des Pastoralzentrums in Zemun

In diesem Haus soll das neue Pastoralzentrum entstehen.

In diesem Haus soll das neue Pastoralzentrum entstehen.

Pfarrer Jozo Duspara von Zemun gilt unter seinen Mitbrüdern bereits als Legende, obwohl er erst 55 Jahre alt ist. Der fröhliche, tatkräftige Priester krempelt die Ärmel hoch und tut, was er kann, um der “kleinen katholischen Herde” in Serbien, die lediglich eine Minderheit von rund 5,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung bildet, Mut zu machen.

Die neu gegründete Diözese Srijem, zu der Zemun gehört, liegt im Norden des Landes an der kroatischen Grenze, ganz nahe an der im Balkankrieg heftig umkämpften Stadt Vukovar.

Während auf kroatischer Seite die meisten der zerstörten Kirchen und kirchlichen Gebäude mittlerweile wieder aufgebaut werden konnten, sind in Serbien bislang nicht einmal die noch aus kommunistischer Zeit maroden kirchlichen Gebäude renoviert werden konnten.

Zu der Pfarrei von Zemun gehören schätzungsweise 3000 bis 6000 Katholiken, aber der Krieg hat dazu geführt, dass viele vor allem kroatischstämmige Katholiken unter Druck gerieten und die Heimat verließen. Noch heute haben manche Angst, in die Pfarrei zurückzukehren. Auch der Kommunismus hat seine Spuren hinterlassen, die noch immer spürbar sind. Die katholische Kirche steht also vor großen Herausforderungen.

Pfarrzentrum soll ein Begegnungszentrum werden

Pfarrer Duspara ist ständig im Einsatz, um die Gläubigen zu stärken und die, die sich im Glauben unsicher sind, zu ermutigen. Der unermüdliche Priester möchte in dem Ort nun neben dem Pfarrhaus ein altes Haus in ein Pfarrzentrum umwandeln. Eigentlich handelt es sich bei dem Gebäude eher um eine Baracke, in der sich Lagerräume befinden.

In dem geplanten Pfarrzentrum sollen Veranstaltungen stattfinden: Ministrantentreffen, Chorproben, Vorträge, Familienkreise, soziale Projekte, Aktivitäten für Studenten. Außerdem soll eine Pfarrbibliothek eingerichtet werden. Im Dachgeschoss sollen Zimmer entstehen, in denen arme Studenten aus der Provinz wohnen sollen, die sich keine Wohnung in der Stadt leisten können.

Auf diese Weise möchte die Pfarrei die Ausbildung junger Katholiken fördern. Das Zentrum soll jedoch nicht nur Katholiken dienen, sondern es will seine Tore Menschen aller Religionszugehörigkeiten und Nationalitäten öffnen.

Gemeinsame Aktivitäten fördern das Zusammenleben

Der Pfarrer ist davon überzeugt, dass das Zentrum einen wertvollen Beitrag zum gelungenen Zusammenleben verschiedener Konfessionen und Volksgruppen leisten wird, weil die Menschen hier einander offen und wohlwollend begegnen können. Gemeinsame Aktivitäten fördern den Frieden und das Verständnis, und das ist etwas, was in einem vom Krieg verwundeten Land notwendig ist.

Wir haben dem engagierten Pfarrer 15.000 Euro versprochen.

Hier können Sie direkt online spenden.

Schlagworte:
Frieden · Kroatien · Serbien · Srijem · Vukovar · Zemun
5.Nov 2009 16:51 · aktualisiert: 1.Apr 2015 12:01
KIN / S. Stein