BOLIVIEN

Ausbildung von Jugendlichen zu Jugendleitern

Indigene Bevölkerung aus den Anden bei einer Pause.

Indigene Bevölkerung aus den Anden bei einer Pause.

Pfarrer William Ugarte von Uncía hat viel zu tun, wenn er seine Pfarrei besuchen will: Seine Gemeinde San Miguel, deren Zentrum 4400 Meter hoch in den Anden liegt, besteht aus 208 kleinen Dörfern, die in den Bergen verstreut liegen und nur über unbefestigte Straßen erreichbar sind.

Trotz der Strapazen freut er sich jedes Mal, wenn er in eines der Dörfer kommt, denn die Gläubigen erwarten den Priester sehnsüchtig, und sie feiern ihren Glauben aus vollem Herzen – oft mit Gesang und Tanz und farbenfrohen Prozessionen.

Pfarrer Ugarte weiß aber auch, dass sich etwas ändern muss, damit die Menschen eine Zukunft haben. Denn die indigene Bevölkerung ist arm. Früher wurde in der Region Zinn abgebaut, aber die Minen sind geschlossen, und es gibt keine Arbeit.  Auch mit Landwirtschaft ist nicht viel zu verdienen: Die Einwohner wissen nicht, wie man die Felder richtig bestellt, und der karge Boden bringt ohnehin kaum Erträge hervor. Das raue Klima tut das übrige.

Vor allem mangelt es aber an Bildungsmöglichkeiten: Nirgendwo sonst in Bolivien, das ohnehin zu den ärmsten Ländern Lateinamerikas zählt, gibt es so viele Menschen, die nicht lesen und schreiben können. Dieser Bildungsmangel führt wiederum dazu, dass die Menschen – vor allem die Jugendlichen – sich nicht aus ihrem Elend befreien können.

Blick auf die bolivianische Hauptstadt La Paz. Im Hintergrund die Gipfel der Anden.

Blick auf die bolivianische Hauptstadt La Paz. Im Hintergrund die Gipfel der Anden.

Der Pfarrer beklagt, dass die Region von der Regierung vernachlässigt wird. Diese Frustration und die Langeweile führen oft zu Gewalt, immer wieder kommt es zu blutigen Auseinandersetzungen unter den Bewohnern der verschiedenen Dörfer. Die Kirche kann hier viel bewirken, indem sie die Jugendlichen anleitet, einen Sinn in ihrem Leben zu finden. Dies kann in einer Pfarrei, die sich über so ein großes Gebiet erstreckt, der Priester jedoch nicht allein bewirken.

Daher möchte Pfarrer Ugarte Jugendliche zwischen 16 und 23 Jahren dazu ausbilden, ihre Altersgenossen und auch die jüngeren Jugendlichen anzuleiten, ihr Leben am Evangelium auszurichten. Da der Priester weiß, dass es in den anderen Pfarreien im Andenhochland nicht anders aussieht, möchte er dieses Programm auch Jugendlichen aus neun anderen Pfarrgemeinden öffnen.

Lebensverhältnisse verbessern und Entwicklung vorantreiben

Dreißig junge Menschen sollen zu Jugendleitern ausgebildet werden, die die Jugendpastoral in den Pfarreien übernehmen können. Sie werden zusätzlich wertvolle praktische Fertigkeiten erwerben, von diesen Kenntnissen soll auch die restliche Bevölkerung profitieren. Der Pfarrer möchte, dass die jungen Mädchen und Männer auch in die Lage versetzt werden, den Menschen in den Dörfern dabei zu helfen, ihre Lebensverhältnisse zu verbessern und die Entwicklung voranzutreiben.

Wir haben Pfarrer Ugarte 1670 Euro versprochen. Eine relativ geringe Summe reicht aus, um das Leben zahlreicher Menschen im Andenhochland zu verändern.

Hier können Sie direkt online spenden.

2.Dez 2009 11:24 · aktualisiert: 17.Mrz 2015 14:07
KIN / S. Stein