SRI LANKA

Ausbildung von Seminaristen und Novizen

Novizen der Rosarianer.

Zwei der drei Novizen der Rosarianer.

Als “verrückter Mönch” wurde Bastiampillai Anthonipillai unter Katholiken und Hindus auf Sri Lanka berühmt. Der Gründer des ersten einheimischen kontemplativen Männerordens in Asien, der Rosarianer, führte nicht nur ein Leben in Askese und schlief nur drei Stunden, sondern nahm für seinen Orden Angehörige aller Kasten auf.

Für Pater Thomas, wie er als Ordensmann hieß, zählte die Liebe eines Kandidaten zu Jesus Christus. Obwohl dieses Vorgehen in den 1930er-Jahren auf Widerstand stieß und als “verrückt” galt, durfte in seiner Gemeinschaft das Thema der Kasten nicht einmal erwähnt werden.

Aber dies war nicht der einzige Widerstand, gegen den Pater Thomas zu kämpfen hatte, denn zu Lebzeiten litt er unter seiner schwachen Gesundheit. Bereits bei seienr Geburt 1886 dachten alle, er werde höchstens ein paar Stunden leben. Sein Leben lang litt er an vielen Krankheiten und war immer auf Medikamente angewiesen.

Während seines Noviziates erkrankte er sogar so schwer, dass man ihm die Sterbesakramente spendete, da er dem Tode geweiht schien. Doch der erste Einwohner Sri Lankas, für den ein Seligsprechungsverfahren eingeleitet worden ist, starb erst 1964 im Alter von 78 Jahren.

Die Seminaristen des Rosarianer-Ordens.

Die Seminaristen des Rosarianer-Ordens.

Der damalige Generalobere der Oblaten, also des Ordens, in den er als junger Mann eingetreten war, bevor er selbst die Rosarianer gründete, sagte, nachdem er Pater Thomas kurz vor dessen Tod besucht hatte: “Wenn ihr einen Heiligen sehen wollt, geht nach Thologatty. Man trifft in diesem alten Mann all das, was gewöhnlich das Wort ‘Heiligkeit’ hervorruft, alles, was unserer Vorstellung von einem Mann Gottes entspricht.”

Pater Thomas war aber nicht nur ein heiligmäßiger Priester, asketischer Mönch und  großer Gelehrter, sondern auch ein Kenner des Hinduismus. Mit seinem Wissen und durch sein Zeugnis erwarb er sich auch unter Hindus großen Respekt und führte mit ihnen einen fruchtbaren Dialog. Er achtete die reichen Traditionen der östlichen Kultur. Der Orden, den er gründete, basiert auf der klösterlichen Tradition der Benediktiner und Trappisten, ist jedoch in der einheimischen Kultur verwurzelt.

Der Orden erfreut sich auch heute noch zahlreicher Berufungen. Zurzeit sind es achtzehn Großseminaristen und drei Novizen, die sich auf ein gottgeweihtes Leben des Gebetes vorbereiten. Es ist jedoch schwer für die Kongregation, für ihre Ausbildung aufzukommen. Das liegt nicht nur daran, dass einheimische Kongregationen ohnehin arm sind, da sie keine Hilfe von ihren Mitbrüdern oder Mitschwestern aus reicheren Ländern erhalten.

Folgen des Bürgerkriegs spürbar

Bis vor einem halben Jahr wurde Sri Lanka auch von einem Bürgerkrieg heimgesucht, der fast 26 Jahre lang Tod, Leid und Elend über das Land brachte. Von diesem Bürgerkrieg wird sich das Land noch lange nicht erholen. So bittet uns Pater Philip Stanislaus, der Regionalobere der Kongregation, auch dieses Jahr wieder um Hilfe. Wir haben ihm 10.000 Euro versprochen, denn das verwundete Land braucht das Gebet und das Zeugnis der jungen Ordensleute.

Pater Philip Stanislaus schreibt uns: “Wir beten darum, dass der gute Herr alle Ihre Bemühungen für die vielen Priester und die Ausbildung der Ordensleute segnen möge. Da wir eine kontemplative Gemeinschaft sind, die sich der Gebetsmission widmet, werde ich alle ihre Mitglieder darum bitten, für Ihre Anliegen und die Ihrer Wohltäter zu beten und Opfer zu bringen.(…) Wir sind sehr dankbar, dass Sie unsere Lebensweise zu schätzen wissen und uns unterstützen.”

Hier können Sie direkt online spenden.

2.Dez 2009 16:31 · aktualisiert: 27.Mai 2011 16:24
KIN / S. Stein