TANSANIA

Existenzhilfe für Ordensschwestern

Schwester Valentina kann noch selbstständig in die Kapelle gehen.

Schwester Valentina kann noch selbstständig in die Kapelle gehen.

Früher haben sie anderen geholfen: die 23 alten und kranken Schwestern beziehungsweise Ordensfrauen mit Behinderung aus der Kongregation der “Schwestern des unbefleckten Herzens von Afrika”. Heute brauchen sie selbst Hilfe. Einige sind komplett gelähmt oder bettlägrig und sind auf Pflege angewiesen.

Wer noch dazu imstande ist, verkündet weiterhin im Rahmen seiner Möglichkeiten die Frohe Botschaft Jesu Christi. Die anderen Schwestern, die das Bett nicht mehr verlassen können, opfern ihr Leid auf für die Menschen, denen sie früher mit Rat und Tat und mit praktischer Nächstenliebe zur Seite standen.

Die Kongregation ist vor bald 55 Jahren in Tansania gegründet worden. Die Schwestern helfen vor allem denen im Land, die besonders leiden. Sie kümmern sich um Kinder mit Behinderung, die von den Familien oft vernachlässigt und vor den Nachbarn versteckt werden. Denn eine Behinderung gilt in Tansania als Strafe für eine böse Tat und als Fluch, wird also als Schande für die Familie angesehen.

Die Schwestern bieten auch jungen Mädchen Zuflucht, die von der Familie zu einer Ehe oder, wie es immer noch häufig der Fall ist, zu der traditionellen so genannten “weiblichen Beschneidung”, einer brutalen und folgenschweren Verstümmelung der Genitalien, gezwungen werden sollen. Die Ordensfrauen sprechen dann mit den Eltern. Manchmal gelingt es ihnen, sie umzustimmen, aber in anderen Fällen bleiben die Mädchen in der Obhut der Schwestern.

Die Menschen vertrauen den Schwestern

Zudem kümmern sich die Ordensfrauen auch um die Opfer von AIDS und um Drogenabhängige. Die Schwestern leben eng mit der Bevölkerung zusammen und erleben die Sorgen und Nöte der Menschen hautnah mit. Die Menschen vertrauen den Schwestern, denn sie wissen: Wenn sie ein Problem haben, finden sie bei ihnen ein offenes Ohr und eine helfende Hand.

150 Schwestern zählt der Orden zurzeit. Die Schwestern der “ersten Stunde” haben ihr Werk in jüngere Hände gelegt und bedürfen nun selbst der liebevollen Fürsorge. In Musoma im Norden des Landes werden sie gepflegt. Mit der Hilfe von KIRCHE IN NOT konnte eine kleine Viehzucht und ein Gemüsegarten angelegt werden, damit die alten und kranken Schwestern etwas Milch, ein Ei, ein bisschen Fleisch und Gemüse zu essen haben. Der Ertrag reicht jedoch nicht.

Sie brauchen Medikamente und Gehhilfen

So können sie sich die medizinische Versorgung der alten und kranken Schwestern aus eigenen Mitteln nicht leisten. Sie brauchen Medikamente, Gehhilfen, Brillen, manche müssen operiert werden. Da es sich um eine einheimische Gemeinschaft handelt, haben sie kein Mutterhaus im Ausland, das sie unterstützen könnte.

Wir haben ihnen 6.000 Euro versprochen, damit die alten und kranken Schwestern die Pflege und Fürsorge erhalten, die sie ihr Leben lang anderen gegeben haben.

Hier können Sie direkt online spenden. .

2.Dez 2009 16:35 · aktualisiert: 27.Mai 2011 16:23
KIN / S. Stein