WEISSRUSSLAND

Bau einer kleinen Kirche in Liozno

Dicht gedrängt müssen die Gläubigen in der viel zu kleinen Kapelle stehen.

Dicht gedrängt müssen die Gläubigen in der viel zu kleinen Kapelle stehen.

Zehn Kilometer von der Grenze zu Russland im Osten Weißrusslands liegt die Kreisstadt Liozno. Hier ist 1887 der weltberühmte Künstler Marc Chagall geboren. Ein Großteil der jüdischen Bevölkerung der Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg von den Nazis ausgelöscht.

Unter der Sowjetherrschaft verstummten für lange Zeit die Glocken der christlichen Kirchen. Die katholische Minderheit in dem mehrheitlich orthodox geprägten Land besteht vor allem aus polnischstämmigen Gläubigen. In Liozno fingen die Katholiken erst ein Jahrzehnt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wieder an, sich zum Gebet zu versammeln.

Zunächst kamen einige Gläubige auf dem Friedhof der Stadt zusammen. Dort wurde im Jahr 2001 nach Jahrzehnten der atheistischen Herrschaft die erste Heilige Messe gefeiert. Der katholische Bischof von Vitebsk richtete in Liozno bald darauf eine Pfarrei ein, die von einem Priester aus Vitebsk betreut wurde. Ihm standen Schwestern aus der Gemeinschaft des “Barmherzigen Jesus” zur Seite, die eine Kinderkatechese ins Leben riefen.

Aber es war eine Pfarrei ohne Kirche. Die Gläubigen wussten nicht, wo sie sich versammeln sollten, bis eine Frau aus der Gemeinde die Türen ihres Hauses öffnete und einen Raum als provisorische Kapelle zur Verfügung stellte. An den Gottesdiensten nahmen in der Anfangszeit regelmäßig rund 20 Gläubige teil, aber es wurden mehr, und das Privathaus war natürlich nur eine Übergangslösung.

In diesem Haus versammelten sich die Gläubigen bisher zu ihren Gottesdiensten.

In diesem Haus versammelten sich die Gläubigen bisher zu ihren Gottesdiensten.

Schließlich bot sich der Pfarrei die Gelegenheit, ein kleines Haus zu kaufen, das zu einer Kapelle umfunktioniert wurde. Mit viel Liebe richteten die Gläubigen den Hauptraum so eint: mit einem kleinen Altar, der mit einer Spitzendecke bedeckt und mit Blumen und Kerzen geschmückt ist, einem großen Bild des heiligen Pater Pio, nach dem die Pfarrei benannt ist, einem großen Kruzifix, Bänken und allem, was zu einer Kapelle gehört.

Im Garten wurde ein großes Holzkreuz aufgestellt, als Zeichen, dass das Haus ein Gotteshaus ist. Aber die Gemeinde wächst weiter, und der Platz ist viel zu klein. Höchstens 40 Gläubige – und diese auch nur dicht gedrängt – passen hinein.

Die Gemeinde ist sehr aktiv

Jeden Tag wird eine Heilige Messe gefeiert, sonntags sind es zwei Messen. Es gibt Kinder und Jugendgruppen, Treffen für ältere Menschen sowie eine Gruppe der Gebetsgemeinschaft “Lebendiger Rosenkranz”. Am Herz-Jesu-Freitag eines jeden Monats besucht der Pfarrer die kranken und alten Angehörigen der Pfarrei, die nicht mehr zur Heiligen Messe kommen können, zuhause oder im Krankenhaus und bringt ihnen die Heilige Kommunion.

Der heutige Pfarrer der Gemeinde, Oleg Piwowar, möchte nun eine kleine Kirche bauen. Er schreibt uns: “Im Namen der ganzen Pfarrei bitte ich Sie um finanzielle Unterstützung für den Bau einer neuen, größeren Kapelle, in der eine größere Anzahl von Gläubigen Platz findet und wo die Katechese abgehalten werden kann, denn wir selbst sind nicht in der Lage, den Bau zu beginnen”.

Wir haben Pfarrer Piwowar und seinen Gläubigen 20.000 Euro versprochen.

Hier können Sie direkt online  spenden.

2.Dez 2009 16:41 · aktualisiert: 27.Mai 2011 16:23
KIN / S. Stein