BOSNIEN-HERZEGOWINA
Vor fast 15 Jahren wurde in Sarajewo die Sankt-Lukas-Pfarrei gegründet. Damals war der Krieg gerade zu Ende, der nach dem Zerfall Jugoslawiens drei Jahre lang in Bosnien und Herzegowina wütete.
Die traurige Bilanz: 243 000 Menschen verloren ihr Leben, zwei Millionen Menschen wurden infolge der Umverteilung der Republik vertrieben, zahlreiche Kirchen, Klöster, Pfarrhäuser und andere kirchliche Gebäude wurden gezielt zerstört.
Die Wunden des Krieges sind noch immer im Land spürbar. Vvor allem die Katholiken, die kroatischstämmig sind, fassen kaum wieder Fuß. Zahlreiche junge Kroaten gehen ins Ausland, da die Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten schlecht sind, und von den Familien, die während des Krieges geflohen sind, wollen viele nicht in die Heimat zurückkehren, weil sie für sich und ihre Kinder keine Zukunft sehen.
Die Infrastruktur wurde im Krieg zerstört, und in manchen Gegenden gibt es noch immer keinen Strom und kein fließendes Wasser, auch wenn mittlerweile schon vieles wieder aufgebaut werden konnte. Im politischen und religiösen Bereich erfahren Katholiken zudem starke Einschränkungen, was besonders die Suche nach einem Arbeitsplatz erschwert. Oft werden Katholiken nicht eingestellt, wenn sie sich um eine Stelle bewerben.
Aber auch der Wiederaufbau des kirchlichen Lebens ist schwer. Der Bau von Kirchen und Pfarrzentren kostet nicht nur viel Geld, sondern oft wird er auch gezielt unterbunden, indem Baugenehmigungen von den Behörden verweigert werden. Während in der Hauptstadt Sarajevo und auch in anderen Teilen des Landes mit Geldern aus Saudi-Arabien über zweihundert neue Moscheen entstanden sind, ist es den Katholiken vielfach nicht möglich, Gotteshäuser und Pfarrzentren zu bauen.
Die Stimmung gegen Christen wird zudem durch islamische Fundamentalisten geschürt, was ein friedliches Miteinander erschwert, berichtet uns Pfarrer Ante Jelic. Die Gläubigen der Sankt-Lukas-Pfarrei in Sarajewo mussten sieben Jahre lang gegen alle nur denkbaren bürokratischen Hindernisse um die Baugenehmigung für ihre Pfarrkirche kämpfen.
Mittlerweile steht mit Hilfe von KIRCHE IN NOT zumindest schon der Rohbau ihrer Kirche. Pfarrer Jelic berichtet: “Die neue Pfarrkirche haben wir ausgebaut und das Dach gedeckt. Jahrelang feierten wir die Heilige Messe im Erdgeschoss, wo es zu kalt und dunkel war. Kürzlich haben wir die Fenster und Türen eingebaut, obwohl die Wände und Böden noch immer im Rohbau sind. Dort halten wir jetzt die Messe.
Aber wir möchten die Arbeiten fortsetzen. Es stehen noch die Elektroinstallationen, der Verputz, der Anstrich und die Arbeiten am Boden der Kirche bevor. Die Not zwingt uns, Ihnen wieder zu schreiben. Im Namen der Pfarrgemeinde danke ich Ihnen sehr und grüße Sie ganz herzlich in der Hoffnung, dass Sie uns nicht im Stich lassen.”
Wir wollen sein Vertrauen nicht enttäuschen und haben 25.000 Euro versprochen, damit die Bauarbeiten nicht unterbrochen werden müssen.
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