DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO

Ausbildungsbeihilfe für 47 Seminaristen

Priesterweihe in der Demokratischen Republik Kongo.

Priesterweihe in der Demokratischen Republik Kongo.

“Die Kongolesen haben endgültig genug vom Weinen und Sterben”, sagte der Generalvikar der Diözese Bukavu, Msgr. Pierre Bulambo, als im Dezember 2009 im Osten der Demokratischen Republik Kongo ein Priester und eine Ordensfrau ermordet wurden. Zu lange schon wird die Region der Großen Seen von Gewalt gegeißelt.

Der Waffenstillstand, der 2008 beschlossen wurde, ist brüchig. Immer wieder kommt es zu bewaffneten Konflikten, zu Vertreibungen und Vergewaltigungen. Die Priester und Ordensleute stehen an der Seite der leidenden Bevölkerung.

Dies hält junge Männer jedoch nicht davon ab, dem Ruf Gottes zu folgen. Im Philosophat des Großseminars Sankt Mbaga Tuzinde in Murhesa bereiten sich zurzeit 47 Seminaristen auf die Priesterweihe vor. Das Seminar besteht bereits seit 1982. Junge Priesteramtskandidaten aus sechs Diözesen werden hier auf ihren Dienst vorbereitet.

Immer wieder wurde das Seminar im Laufe seiner Geschichte geplündert und mutwillig beschädigt. Außerdem ist die Kirche so arm wie die Bevölkerung. Zwar versucht das Seminar, durch Landwirtschaft und Viehzucht zumindest die Kosten für die Verpflegung der Seminaristen und des Lehrkörpers zu decken, aber die Preise steigen, und die Weltwirtschaftskrise ist stark zu spüren. Daher bittet uns der Ökonom des Seminars, Pater Ferdinand Bizimana, auch in diesem Jahr vertrauensvoll um Hilfe für die Ausbildung der angehenden Priester.

Gruppenbild mit Seminaristen aus der Demokratischen Republik Kongo.

Gruppenbild mit Seminaristen aus der Demokratischen Republik Kongo.

So zum Beispiel Marc: Er wollte schon als Kind Priester werden. Sein Vater wurde im Bürgerkrieg getötet, so dass die Mutter mit elf Kindern als Witwe zurückblieb. Der junge Mann will sein Leben in den Dienst der Versöhnung stellen und den Teufelskreis des Hasses durchbrechen.

Er schreibt uns: “Das Priesterjahr, das für die ganze Kirche ausgerufen worden ist, und die Sonder-Bischofssynode für Afrika bestärken mich in meiner Absicht, dem Volk Gottes in meiner vom Hass und der Spaltung gepeinigten Diözese zu dienen, indem ich die Frohe Botschaft der Liebe und der Barmherzigkeit zum Wohle der Menschen bei uns verkünde.”

Levi, ein weiterer Seminarist, stammt aus einer Familie mit zwölf Kindern. Sein älterer Bruder ist bereits Priester; eine seiner Schwestern ist in den Orden der “Töchter der Auferstehung” eingetreten, der unter anderem von Pater Werenfried gegründet worden ist. Levis Eltern freuen sich, dass drei ihrer Kinder ihr Leben dem Herrn weihen.

Besonderer Dank an Wohltäter von KIRCHE IN NOT

Im Seminar sei er “aufgeblüht”, berichtet er, und sei glücklich, dass dort trotz der unterschiedlichen Herkunft (die Seminaristen stammen aus verschiedenen Regionen und Stämmen) eine große Harmonie herrsche.

In seinem Brief schreibt er: “Ich danke besonders allen Wohltätern von KIRCHE IN NOT, die auf meinem Weg meiner gedenken. Mögen sie alle versichert sein, dass ich ihre Großzügigkeit nicht enttäuschen werde. Gebe der Himmel, dass sie glücklich und gesegnet hier auf Erden leben mögen und dass Gott ihnen am Ende ihres Lebens die ewige Seligkeit gewähren möge.”

Wir wollen mit 17.000 Euro dazu beitragen, dass die 47 angehenden Priester ihren Weg weitergehen und ihre Ausbildung fortsetzen können.

Hier können Sie direkt online spenden.

3.Feb 2010 12:02 · aktualisiert: 27.Mai 2011 16:22
KIN / S. Stein