ANGOLA

Bau einer Kapelle in einer Missionsstation

Hochzeit unter freiem Himmel in Angola.

Hochzeit unter freiem Himmel in Angola.

Mehr als 55 Prozent der Bevölkerung Angolas bekennt sich zur katholischen Kirche. Für die fast sieben Millionen Gläubigen gibt es allerdings nur 443 Diözesanpriester. Ein Priester kommt somit auf 15 800 Katholiken.

Auch der Bürgerkrieg, der das Land mit Unterbrechungen von 1975 bis 2002 heimsuchte, hat tiefe Wunden im kirchlichen Leben gerissen. Er forderte zahlreiche Menschenleben, stürzte die Menschen in Armut und Trauer und hat viele Kirchen, Pfarrhäuser und Klöster nicht verschont.

Die katholische Mission Bangalas in der Diözese Malanje im Norden Angolas hatte besonders unter dem Bürgerkrieg zu leiden. Die Missionsstation wurde vollständig zerstört. Erst 2003 wurde sie an einem anderen Ort, in Quela, neu errichtet.

Betreut wird die Mission von drei “Apostolischen Schwestern vom Herzen Jesu”, denn einen Priester hat die Mission nicht. In die meisten der zahlreichen Dörfer, die zu der Mission gehören, kommt nur ein- oder höchstens zweimal im Jahr ein Priester.

Die drei Schwestern sind keine Einheimischen, sondern stammen aus Mexiko und Peru. Sie bilden die Katecheten aus, die in den vielen Dörfern den Menschen helfen, auch in Abwesenheit eines Priesters den Glauben zu weiterzugeben.

Die Gläubigen in Kunda dia Base hoffen, dass Gottesdienste unter Planen bald der Vergangenheit angehören.

Die Gläubigen in Kunda dia Base hoffen, dass Gottesdienste unter Planen bald der Vergangenheit angehören.

Das Gebiet ist riesig: Allein der Landkreis Kunda dia Base, einer der drei Landkreise, die zu der Mission gehören, ist doppelt so groß wie das Saarland. In den 253 Dörfern leben etwas mehr als 46 000 Einwohner.

Die Armut ist groß: Die Menschen können kaum ihren Lebensunterhalt bestreiten, denn die Böden sind karg; in der Trockenzeit herrscht große Hitze. Was der Bürgerkrieg hier zerstört hat, konnte noch nicht wieder aufgebaut werden. Hinzu kommt, dass viele Kriegsflüchtlinge zurückkehren. Dabei wissen viele gar nicht, wie sie ihre Familien ernähren sollen.

Das kirchliche Leben ist ebenfalls schwierig. Es gibt zwar in einigen Dörfern winzige Lehmziegelkapellen, aber in keinem Ort gibt es einen größeren Raum, in dem Gottesdienste gefeiert werden können.

Den Glauben nähren und stärken

Vor allem in der sechsmonatigen Regenzeit wird das zum Problem. Gottesdienste und katechetische Treffen, die im Freien stattfinden, werden immer wieder durch heftige Regenfälle unterbrochen. Entferntere Dörfer sind zudem gar nicht erreichbar, da die Straßen in der Regenzeit nahezu unpassierbar werden.

Die Ordensfrauen haben also beschlossen, in Kunda dia Base eine bescheidene Kapelle zu errichten, die groß genug ist, damit dort die Heilige Messe, Wortgottesdienste, Katechese und verschiedenen pastorale Programme stattfinden können, die den Glauben “nähren und stärken”, wie Schwester Verónica Márquez Nuñez uns schreibt.

Sie erzählt uns, was sich die Gläubigen wünschen: “einen würdigen und geeigneten Ort, wo sie die Eucharistie feiern, beten und Gott für alle Gaben, die sie von Seiner Großzügigkeit erhalten haben, danken können, wozu es in den 30 Jahren des Krieges an Möglichkeit und Freiheit fehlte”.

Wir wollen den Menschen in Angola mit 15.000 Euro helfen. Bitte unterstützen auch Sie die Katholiken in Angola, dass sie bald ein massives Haus für ihre Gottesdienste haben.

Hier können Sie direkt online spenden.

Schlagworte:
Angola · Bauhilfe · Bürgerkrieg · Kapelle · Malanje
9.Mrz 2010 11:23 · aktualisiert: 27.Mai 2011 16:19
KIN / S. Stein