BRASILIEN

Umbau eines Pfarrhauses in Katecheseräume

Taufe eines Kindes in Brasilien.

Taufe eines Kindes in Brasilien.

Gläubig sind die Menschen in der Heilig-Kreuz-Pfarrei in Chapata do Norte im Nordosten Brasiliens. Der größte Feiertag ist für sie das Fest Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz am 7. Oktober.

Viele ihrer Tänze und Gesänge haben die Gläubigen von ihren afrikanischen Vorfahren erhalten. Mehr als 80 Prozent sind Nachfahren afrikanischer Sklaven. Das Portugiesische, das sie sprechen, ist teilweise noch mit Elementen aus afrikanischen Sprachen durchmischt.

Bunt und froh ist auch ihre Kultur: Besonders beliebt sind die Batuques – Tänze zur Trommel, die in Brasilien heimisch wurden, noch bevor der Samba bekannt wurde.

Der frohe Glaube und die Lebensfreude der Menschen können aber nicht über ihre  Armut hinwegtäuschen. Zahlreiche Kinder sind unterernährt und sterben; von denen, die überleben, schließen die wenigsten die Schule ab. Dass viele Menschen nicht lesen und schreiben können, führt sie in noch größere Armut.

Diese Hoffnungslosigkeit bringt Alkoholismus, Drogenmissbrauch und eine hohe AIDS-Rate mit sich. Jugendliche leben perspektivlos in den Tag hinein oder träumen von einem besseren Leben in größeren Städten. Doch für viele geht dieser Traum nicht in Erfüllung, und sie enden in den immer mehr wachsenden Slums.

In manchen Regionen Brasiliens ist ein Pferd das beste Transportmittel.

In manchen Regionen Brasiliens ist ein Pferd das beste Transportmittel.

Pfarrer Luciano Franco Ramalho berichtet auch von den so genannten “Witwen lebender Ehemänner”. Das sind die Frauen, deren Männer in die großen Städte wie Sao Paulo abgewandert sind, um dort Arbeit zu suchen.

Die meisten Ehemänner schicken irgendwann kein Geld mehr nach Hause. Stattdessen gründen sie eine neue Familie und lassen ihre Frau und die Kinder im Elend zurück. Viele dieser verlassenen Ehefrauen sehen außer der Prostitution keine andere Möglichkeit, sich und ihren zumeist zahlreichen Kindern das nackte Überleben zu sichern.

Pfarrer Ramalho schreibt uns: “Als Priester tue ich hier, was ich kann. Ich nehme die Menschen an, helfe ihnen, höre ihnen zu und liebe diese Leute. Ich feiere die Messe in den 45 weit entfernt liegenden ländlichen Ortschaften, die ich über unbefestigte Landstraßen erreiche.” Er besucht alte Menschen und Kranke, hat pastorale Kinder- und Jugendgruppen ins Leben gerufen, organisiert Hilfe für unterernährte Kinder und veranstaltet Katechese.

Doch es gibt keine Räume, in denen sich die Gruppen treffen können. Dabei ist eine gute Kinder-, Jugend- und Familienpastoral die Grundlage dafür, dass die Menschen ein besseres Leben führen können. Zwar wird dadurch nicht die Armut beseitigt, aber Familien, die zusammenhalten, gleiten nicht so schnell ins Chaos ab. Jugendliche und Kinder, die die Frohe Botschaft Jesu kennen, denken positiver und sind weniger anfällig für Drogen, Kriminalität und alles, was ihr Leben zerstört.

Gottesdienst unter einer einfachen Bedachung.

Gottesdienst unter einer einfachen Bedachung.

Pfarrer Ramalho hat aber nur ein kleines, schlecht gebautes und marodes Haus zur Verfügung, in dem er lebt und das zugleich als Sekretariat und Empfangsraum dient. Für katechetische Treffen, Gruppen und Begegnungen ist es vollkommen ungeeignet.

Das Haus soll teilweise abgerissen werden. Es sollen Räume für Katechese und Begegnungen entstehen. Außerdem soll es einen Raum geben, in dem der Pfarrer Rat suchende Menschen empfangen kann. Doch die Pfarrei ist zu arm, um den Umbau aus eigener Kraft zu finanzieren.

Er schreibt uns: “Jeden Tag kommen Menschen, die ein Wort suchen und die vom Priester erwarten, dass er für sie zum Licht wird.” Er bittet uns um Hilfe, um den Menschen helfen zu können, die ihm anvertraut sind.

Wir haben Pfarrer Luciano Franco Ramalho, der unter schwierigsten Bedingungen alles tut, um den Menschen in Chapata do Norte Licht zu bringen, 6100 Euro versprochen.

Hier können Sie direkt online spenden.

Schlagworte:
AIDS · Bauhilfe · Brasilien · Sao Paulo
9.Mrz 2010 17:38 · aktualisiert: 27.Mai 2011 16:19
KIN / S. Stein