TSCHECHISCHE REPUBLIK
Pfarrer Rudolf Prey betreut sieben Diasporapfarreien im Nordwesten der Tschechischien Republik. Die Hauptpfarrei ist in Postoloprty. Der Ort wurde erstmals im 12. Jahrhundert in der Cosmas-Chronik als Dorf neben dem Benediktinerkloster der Jungfrau Maria erwähnt.
Heute gibt es auf dem Gebiet der Pfarrei zwar 20 Kirchen, Kapellen und Pfarrhäuser, aber nur noch einen Priester und wenige Gläubige.
Wie es ein Priester vor dem Besuch des Papstes im vergangenen September in der Tschechischen Republik sagte: In diesem ehemals so stark im Glauben verwurzelten Land ist die Kirche kein Weinberg mehr, sondern ein Steinbruch.
Pfarrer Prey arbeitet hier seit 35 Jahren. Sonntags muss der ältere Priester fünfzig Kilometer fahren, um in mehreren Orten die Heilige Messe zu feiern. Es gibt wenige Gläubige, aber umso wichtiger ist es, dass ein Priester die kleine katholische Herde betreut. In der Woche hält der Pfarrer Bibelstunden, Rosenkranzandachten und muss in verschiedenen Orten Beerdigungen leiten.
Auch die Vergangenheit trägt der Priester im Gebet mit: “Wir leben hier in einer Diasporagemeinde, in einem Gebiet, wo 1945 viele Sudentendeutsche gefoltert und ermordet wurden. Ich trage diese schreckliche Situation für mich als ein Kreuz und versuche, Gott Sühne dafür anzubieten”, schreibt er uns.
In seiner Gemeinde leben außerdem viele Roma-Familien, um die sich der Priester besonders kümmert. Er tauft die Kinder und bereitet sie auf die Heilige Kommunion und die Firmung vor. Mehrere Roma-Kinder sind mittlerweile schon Ministranten, viele kommen in den Religionsunterricht.
Die Seelsorge an den Roma ist wichtig, da sie am Rande der Gesellschaft leben und von der restlichen Bevölkerung wenig akzeptiert werden. Es fehlt an Gesundheits- und Ausbildungsprogrammen, und die Menschen haben kaum Perspektiven.
Noch in der jüngeren Vergangenheit wurden Roma-Frauen nach der Geburt eines Kindes in Krankenhäusern widerrechtlich sterilisiert, um dem Kinderreichtum der sogenannten “Zigeuner” entgegenzuwirken. Aber in der Pfarrei Postoloprty sind sie Menschen wie alle anderen und fühlen sich als Kinder Gottes.
Pfarrer Preys Gottvertrauen ist ungebrochen. Er schreibt: “Leider bin ich schon 70 Jahre alt und nicht ganz gesund. Umso mehr bin ich nur auf den lieben Gott, den Herrn Jesus Christus und die Mutter Gottes angewiesen.”
Um seinen Dienst verrichten zu können, braucht der Pfarrer ein Auto. Sein Wagen ist mittlerweile in die Jahre gekommen und bereitet immer mehr Schwierigkeiten. Pfarrer Prey versichert uns: “Ein Auto zu haben, ist für mich nur eine Notwendigkeit für den Dienst an Gott und den Menschen.”
Er bittet uns vertrauensvoll darum, dass wir ihm beim Kauf eines kleinen Autos helfen, denn “ein Pfarrer muss die Armut wahren”. Er und die Gläubigen, die er betreut, sind zu arm, um einen Wagen zu kaufen, zumal die Pfarrei vor zwei Jahren einen herben Schicksalsschlag hinnehmen musste, als ein Kirchturm in einem Dorf plötzlich einstürzte.
Wir haben Pfarrer Prey 6.100 Euro für ein Auto zugesagt. Der unermüdliche Priester schreibt uns: “Ich möchte allen Wohltätern ‘vergelt’s Gott’ sagen. Ich verspreche Ihnen und allen Wohltäter in Dankbarkeit viele Gebete und heilige Messen, die ich Gott darbringe.”
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