HEILIGES LAND

Renovierung eines Pfarrzentrums in Bethlehem

Die Geburtskirche in Bethlehem.

Die Geburtskirche in Bethlehem.

Der Exodus von Christen aus dem Heiligen Land ins Ausland reißt nicht ab. Waren in den 1940er-Jahren noch 80 Prozent der Einwohner Bethlehems Christen, sind es heute kaum mehr als zehn Prozent.

Wenn es allerdings eines Tages im Heiligen Land keine Christen mehr geben sollte, wäre es kein Heiliges Land mehr, sagt Marie-Ange Siebrecht, Länderreferentin für den Nahen Osten bei unserem Hilfswerk.

“Die Heiligen Stätten sind wichtig, aber die lebendigen Steine sind die Christen. Diesen Menschen muss man helfen zu bleiben. Wir müssen ihnen beistehen”, appelliert sie an die Christen in der westlichen Welt.

Die meisten Christen im Nahen Osten wollen ihre Heimat gar nicht verlassen. Für viele in Bethlehem ist es von großer Bedeutung, in der Stadt geboren zu sein, in der auch Jesus zur Welt gekommen ist. Aber viele sehen keine andere Möglichkeit, denn die Menschen in der Region von Bethlehem leben wie in einem Gefängnis. Sie können kaum woanders hingehen, ohne auf militärische Kontrollpunkte zu stoßen.

Selbst die Kinder spüren dies schon. Sie sagen: “Früher haben wir auch auf der anderen Seite gespielt, aber dann haben sie die Mauer gebaut, damit wir nicht mehr auf die andere Seite gehen können. Wir sind eine Familie, die eine Hälfte ist hier, die andere ist dort. Auf der anderen Seite spielen auch Kinder, aber wir können nicht mehr zusammen spielen.”

Außenansicht des syrisch-katholischen Pfarrzentrums in Bethlehem.

Außenansicht des syrisch-katholischen Pfarrzentrums in Bethlehem.

Die Erwachsenen wissen zudem kaum, wie sie ihre Familien ernähren sollen. In Bethlehem gibt es kaum Arbeit, aber mehr als zwei Drittel der Einwohner haben keine Möglichkeit, aus der Stadt herauszukommen, um woanders einem Beruf nachgehen zu können. Ein Christ aus Bethlehem sagt: “Wir leben fünf Minuten von Jerusalem entfernt, aber wir können nicht hingehen! Man behandelt uns wie Terroristen!”

In der Kirche erleben die Gläubigen jedoch, dass sie hier im Heiligen Land beheimatet sind. Je tiefer sie in ihrer Pfarrei verwurzelt sind und je mehr Gottesdienste, Andachten und auch soziale Aktivitäten und gemeinsame Feiern dort stattfinden, desto eher bleibt auch junge Menschen im Land. Dazu müssen jedoch die Räumlichkeiten geeignet sein.

Mit der Renovierung der Räume wurde bereits begonnen.

Mit der Renovierung der Räume wurde bereits begonnen.

Die syrisch-katholische Pfarrkirche in Bethlehem, zu der auch ein Pfarrzentrum sowie die Wohnung der Priester gehören, bedarf dringend der Restaurierung, um den Bedürfnissen der Gemeinde zu entsprechen.

Die Unterstützung der Christen im Heiligen Land ist unserem Hilfswerk ein besonderes Anliegen. Im Jahr 1956 schrieb Pater Werenfried: “Ich war für unser Werk im Heiligen Land, im Land, wo Hügel, Wege und Dörfer von den Spuren des Heilands gezeichnet sind, wo Jesus und Seine heilige Mutter gelächelt und geweint haben. Dürrer Weinberg, wo Gott in Not war und wo die Kirche auch jetzt noch das Leiden und den Tod des Gekreuzigten in ihren Gliedern trägt.”

Wir wollen der Gemeinde in Bethlehem mit 20.000 Euro helfen.

Hier können Sie direkt online spenden.

12.Apr 2010 16:11 · aktualisiert: 6.Nov 2013 15:18
KIN / S. Stein