KOLUMBIEN

Ausbildungshilfe für Seminaristen

Priesterweihe von Seminaristen aus dem Missionsinstitut in der Kathedrale von Cucuta.

Priesterweihe von Seminaristen aus dem Missionsinstitut in der Kathedrale von Cucuta.

Seit Jahrzehnten kommt es in Kolumbien zu heftigen Gefechten zwischen Polizei, Militär, Drogenkartellen und Guerilla. Die Folgen sind dramatisch: Korruption, eine hohe Inflationsrate, Tausende von Flüchtlingen im Land. Die Menschen leben in ständiger Angst.

Neben der im Westen bekannten Terror-Organisation FARC gibt es weitere links- und rechtsextremistische bewaffnete Gruppen, die Nötigung, Gewalt und Tod über die Menschen bringen, berichten uns Vertreter der Kirche.

Da der Staat in politische Auseinandersetzungen verwickelt ist, ist er nicht in der Lage, in den unterentwickelten ländlichen Gebieten, die am meisten Unterstützung benötigen, Hilfe zu leisten. In manchen Gebieten Kolumbiens gibt es nicht einmal Straßen – nur per Boot sind die Ortschaften in manchen Regionen erreichbar.

Überall im Land tut die Kirche jedoch, was in ihren Möglichkeiten steht. In der Vergangenheit wurden bereits auch einige geistliche Würdenträger verschleppt, und immer wieder werden Priester ermordet. Dennoch hält die Kirche unermüdlich und unerschrocken an ihrem Engagement fest und verbindet die pastorale Sorge für die Menschen mit sozialem Einsatz.

Darin sehen auch die 59 Seminaristen ihre Berufung, die sich im Missionsinstitut San Juan Eudes in Mosquera darauf vorbereiten, eines Tages als Missionare im eigenen Land und im Ausland Gott und den Menschen dienen zu können. So sind manche der ehemaligen Seminaristen heute beispielsweise in Peru tätig, wo der Priestermangel extrem ist. Aber auch in Kolumbien gibt es für sie viel zu tun.

Instrument des Friedens und Stimme für Gerechtigkeit

Ein kolumbianischer Bischof sagte uns: “Aufgabe der Kirche ist es, Instrument des Friedens und prophetische Stimme für Gerechtigkeit und Wahrheit zu sein – eine Stimme vor allem für die Armen und Leidenden. Der Frieden in Kolumbien soll nicht ein Frieden der Gräber sein, sondern ein lebendiger Frieden, an dem alle Seiten mitwirken müssen. Die Botschaft der Kirche wird zwar respektiert, leider wird ihr aber zu wenig Gehör geschenkt”.

Anfang des Jahres wurden zwei Priester und sechs Diakone geweiht. Die anderen jungen Männer studieren noch, um dieses Ziel zu erreichen. Es gibt bereits neue Kandidaten, die in diesem Jahr in das Institut eintreten möchten. Sie wollen dazu beitragen, dass Kolumbien ein Land wird, das von der Frohen Botschaft Jesu Christi geprägt wird. Die Priesteranwärter hoffen auf eine bessere, friedlichere Zukunft.

Aber ohne Unterstützung aus dem Ausland können die angehenden Priester ihre Ausbildung nicht fortsetzen. Wir haben ihnen daher für dieses Jahr 4200 Euro versprochen.

Hier können Sie direkt online spenden.

Schlagworte:
Ausbildung · Bogota · cuc · Kolumbien · Mosquera · Seminaristen
12.Apr 2010 16:12 · aktualisiert: 27.Mai 2011 16:13
KIN / S. Stein