KROATIEN

Aufbau eines Patoralzentrums in Plitvice

Nach und nach werden die Kirchen in Kroatien restauriert.

Nach und nach werden die Kirchen in Kroatien restauriert.

Lange mussten die Gläubigen von Plitvice darauf warten, endlich eine eigene Pfarrei zu bekommen. Die Kommunisten erlaubten die Gründung der Pfarrgemeinde nicht. Erst vor sechs Jahren erfüllte sich ihr Traum.

Aber bis heute feiern sie die Heilige Messe in einer Halle, die ihnen vom Nationalpark der Plitvicer Seenplatte zur Verfügung gestellt wird. Auch der Pfarrer wohnt noch immer in einer kleinen Mietwohnung.

Die Diözese Gospic-Senj, zu der Plitvice gehört, hat stark im Krieg im damaligen Jugoslawien und zu Beginn der Unabhängigkeit Kroatiens Anfang der 1990er-Jahre gelitten. Nahezu alle Kirchen und kirchlichen Gebäude wurden zerstört. In der Folgezeit wurden erst einmal die Ruinen wieder aufgebaut. An neue Bauten war nicht zu denken.

Jetzt aber wird der Traum der Gläubigen von Plitvice wahr: Der Bischof hat beschlossen, dort ein Pastoralzentrum zu errichten, von dem nicht nur die Pfarrangehörigen, sondern auch Priester, Ordensschwestern und Laien aus der ganzen Diözese profitieren sollen. Pfarrkatechesen sowie Besinnungstage für Laien, Exerzitien für Priester und Ordensleute, Sitzungen der Bischofskonferenz und pastorale Seminare sollen hier in Zukunft stattfinden.

Ein großer Raum für Heilige Messen

Es wird endlich auch einen großen Raum geben, in dem die Heilige Messe gefeiert werden kann, und der Priester wird ebenfalls in dem Gebäude wohnen können. Pfarrer Alojz Knezevic freut sich schon, denn er weiß, dass viel mehr Gläubige regelmäßig die Gottesdienste besuchen werden, wenn es erst einen angemessenen Raum dafür gibt.

Es gibt heute in Plitvice 300 katholische Familien, manche kommen nur an den Feiertagen zur Heiligen Messe. Aber Pfarrer Knezevic ist optimistisch, dass die, die heute nur selten Gottesdienste besuchen, ein größeres Interesse an einer gemeinsamen Messfeier entwickeln werden.

Rohbau des neuen Pastoralzentrums in Plitvice.

Rohbau des neuen Pastoralzentrums in Plitvice.

Der 38-jährige Priester hat das Schicksal des ehemaligen Jugoslawiens am eigenen Leib erlebt: 1972 noch in kommunistischer Zeit im heutigen Bosnien und Herzegowina geboren, begann er sein Studium 1991 in Sarajewo kurz vor Ausbruch des Bosnienkrieges. Das dortige Priesterseminar musste wegen des  Krieges auf die Insel Brac verlegt werden.

1997 wurde er zum Priester geweiht. Seit 2008 ist er in der Diözese Gospic-Senj tätig, denn hier war der Priestermangel besonders groß. Als er in die Diözese kam, war in der Diözese gerade ein Priester in seinem Pfarrhaus ermordet worden.

Katholischer Glaube ist tief verwurzelt

Das neue Pastoralzentrum ist ein Hoffnungszeichen für die ganze Diözese. Die Kroatische Bischofskonferenz ist sich einig: Die Aus- und Weiterbildung der Priester und Laien wird immer wichtiger. Die Kirche genießt in Kroatien noch immer ein hohes Ansehen, da sie im Kommunismus ein Zeichen des Widerstandes war und nach dem Krieg weiterhin eine moralische Instanz blieb. Der katholische Glaube ist zudem trotz der langen Zeit des Kommunismus im kroatischen Volk tief verwurzelt.

Dennoch muss gerade in die Förderung derjenigen investiert werden, die den Glauben weitergeben und durch ihr persönliches Zeugnis auch die kommenden Generationen in der Liebe zu Christus und zur Kirche erziehen werden. Das Pastoralzentrum in Plitvice soll diesem Ziel dienen.

Der Rohbau steht bereits, aber viel gibt es noch zu tun. Wir wollen mit 50.000 Euro helfen, damit das Zentrum noch in diesem Jahr fertig gestellt werden kann.

Hier können Sie direkt online spenden.

12.Apr 2010 16:12 · aktualisiert: 1.Apr 2015 13:43
KIN / S. Stein