ARGENTINIEN

Existenzhilfe für Schwestern

Mit Freude bei der Arbeit: Eine Frau hilft einer Ordensschwester beim Teigkneten.

Mit Freude bei der Arbeit: Eine Frau hilft einer Ordensschwester beim Teigkneten.

Seit mehreren Jahren unterstützt unser Hilfswerk die pastorale Arbeit von Schwestern in der Diözese San Roque de Presidencia Roque Sáenz Peña. Dieses Bistum gehört “zu den ärmsten Diözesen Argentiniens überhaupt”, sagt Ulrich Kny, Länderreferent für Lateinamerika in unserem Hilfswerk.

Sáenz Peña liegt in einem schlecht erschlossenen Gebiet im Norden Argentiniens, dem so genannten Chaco, einer Region aus Trockenwäldern und Savannen. Zur Diözese gehören 23 Pfarreien, vielen fehlt es an einer ausreichenden Infrastruktur.

Für die 34 Priester der Diözese stellt die Arbeit der etwa 85 aktiven Ordensschwestern eine unschätzbare Hilfe dar. “Da es in einigen Pfarreien keinen residierenden Priester gibt, erfüllen die Ordensschwestern wichtige pastorale und sozial-karitative Aufgaben”, erläutert Kny.

In diesem Jahr benötigen 27 Schwestern aus neun Gemeinschaften eine Existenzhilfe, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Unter ihnen sind die Benediktinerin Ivone Saldanha, die in einem Heim für Straßenkinder arbeitet, sowie Marta Graciela, die als Missionsschwester die verschiedenen Indianerstämme in ihren unzugänglichen Dörfern im Chaco besucht.

Die Nachkommen verschiedener Indianerstämme leben in erbärmlichen Zuständen. Ihre Häuser bestehen oft aus einfachen Planen, die zwischen die Bäume gespannt werden. Zusammengebundene Holzstöcke bilden die Schlafunterlage. Ihre Kinder leiden an Unterernährung, viele sind abgemagert, ihre Mahlzeit besteht hauptsächlich aus von im Wasser aufgeweichtem Mehl.

Da es in einigen Pfarreien keinen Priester ist, kümmern sich Ordensschwestern um die Katechese und die Arbeit mit Kindern.

Da es in einigen Pfarreien keinen Priester ist, kümmern sich Ordensschwestern um die Katechese und die Arbeit mit Kindern.

Bevor Mitte des 20. Jahrhunderts Missionare das Chaco betraten, lebten die Indianervölker nomadisch. Heute ernähren sie sich weiterhin als Jäger und Sammler. Sich ausbreitende Agrarkonzerne schränken ihre Lebensweise jedoch mehr und mehr ein, da sie den Wald roden, um im großen Stil Soja anzubauen. Zudem fressen die Rinder und Ziegen der Kleinbauern den Wald kahl.

Diese Bedrohung für die Indianervölker wird sich so schnell nicht ändern, denn in den letzten Jahren ist das Klima im Chaco feuchter geworden und der Boden fruchtbarer. Die Landrechte der Indianer allerdings sind bis heute ungeklärt.

Die argentinische Regierung ratifizierte eine Übereinkunft, die den indigenen Völkern Schutz und das Recht auf ihr Land garantiert. Diese Konvention wird jedoch von Provinzregierung und Agrarkonzernen missachtet. Bis auf weiteres müssen die Indianer daher immer weiter laufen, um Feuerholz zu holen. Ihnen droht dadurch der Hungertod.

“Unschätzbare Hilfe für unsere Aufgaben”

Schwestern wie Ivone Saldanha und Marta Graciela stehen an der Seite dieser extrem armen Bevölkerung. Msgr. Hugo Nicolás Barbaro, Bischof der Diözese San Roque, hatte bei einem Besuch bei KIRCHE IN NOT betont, dass die Hilfe für die Schwestern unverzichtbar sei.

Barbaro bedankt sich ausdrücklich bei allen Spendern: “Einmal mehr möchte ich meinen Dank gegenüber KIRCHE IN NOT und seinen Wohltäter ausdrücken, die eine unschätzbare Hilfe für unsere Aufgaben in dieser Region leisten. Ich nehme Sie mit in meine Gebete und bitte den Herrn, Sie zu segnen.”

Wir möchten der Diözese 12.400 Euro spenden. Helfen Sie den Geistlichen und den Schwestern in Presidencia Roque Sáenz Peña dabei, für die extrem Armen in dieser Region eine bessere Lebensgrundlage zu schaffen.

Hier können Sie direkt online spenden.

20.Mai 2010 15:53 · aktualisiert: 27.Mai 2011 16:11
KIN / S. Stein