LITAUEN

Unterstützung der Jugendtage in Panevezys

Jugendliche in einer katholischen Einrichtung in Panevezys.

Jugendliche in einer katholischen Einrichtung in Panevezys.

“Viele Jugendliche im Osten sind nach der Wende sehr einsam, hoffnungslos, ohne Glauben und Ideale”, sagt Jonas Kauneckas, Bischof von Panevezys in Litauen. Damit bringt er die Herausforderungen, vor der nicht nur die litauische Kirche steht, auf den Punkt: Die Jugend, die Zukunft der Kirche, stärken.

Umso wichtiger sind die Jugendtage, groß angelegte Treffen für junge Menschen. Während dieser Tage entsteht zwischen den Jugendlichen eine Gemeinschaft, die sie trägt und ihnen im Alltag Kraft gibt. Den Startschuss für die Jugendtage gab Papst Johannes Paul II. bei seinem Besuch in Litauen im Jahr 1993.

Ab 1997 fanden dann im Drei- beziehungsweise Vierjahresabstand weitere Jugendtage statt. So etwa in der Hauptstadt Vilnius, wo 5000 Jugendliche teilnahmen. 2004 gab es ein Zusammentreffen in Siauliai; 2007 kamen bereits 7000 zu den Jugendtagen nach Klaipeda. In diesem Jahr findet das Treffen am 26. und 27. Juni in der nordlitauischen Stadt Panevezys statt. Dazu werden 10 000 katholische Jugendliche erwartet.

Das Programm ist vielfältig. Neben Beichte, Anbetung und Gottesdiensten werden Gruppengespräche und Konzerte christlicher Musiker angeboten. Ein junges Team von Gläubigen der Diözese organisiert die Jugendtage, die unter dem Bibelwort “Steh auf und geh (Mk 2,11)” stehen. Dieses Motto, wie auch der Hymnus und das Logo, haben die Jugendlichen über Internet ausgewählt. Es ist eine Anspielung darauf, dass sich viele junge Menschen gelähmt fühlen.

Firmung in einer Kirche in Siauliai / Nordlitauen.

Firmung in einer Kirche in Siauliai / Nordlitauen.

Bischof Kauneckas sagt dazu: “Wir versuchen, soziale Probleme zu besprechen. Es ist sehr wichtig für die jungen Menschen, Wege aus Drogen, Alkohol und Sexualismus aufzuzeigen. Bei uns gibt es viele Familien aus sozial schwierigen Verhältnissen. Die Kinder und Jugendlichen in solchen Familien brauchen Hilfe und Unterstützung.”

Die Vorbereitung auf die Tage beginnt in den Pfarreien. In den nächsten Wochen tragen die Gläubigen ein Kreuz von Gemeinde zu Gemeinde und auch in Schulen, Kinderheime, Gefängnisse und Krankenhäuser. Zusätzlich haben sich die Jugendlichen Wettbewerbe ausgedacht, um auf die Jugendtage aufmerksam zu machen.

Großes Engagement der Jugendlichen

Kinder und Jugendliche wurden aufgefordert, Aufsätze über ihren Glauben und ihr Leben zu schreiben oder Holz-, Stoff-, und Keramikarbeiten sowie Bilder zum Thema erstellen. Die schönsten Ergebnisse erhalten eine Prämie. Auch in Lettland, Estland, Weißrussland, Polen und westlichen Ländern lädt das Vorbereitungsteam junge Menschen zu den Jugendtagen ein.

Obwohl es sich nur um zwei Tage handelt: Eine Veranstaltung wie diese kostet viel. Die Jugendlichen müssen versorgt und untergebracht, Materialien für Liederhefte und Gebetszettel und etliches mehr eingekauft werden. Gerade Jugendliche aus Osteuropa haben jedoch nicht viel Geld. Die Diözese möchte sie nicht abweisen und einen Teil ihrer Reisekosten übernehmen. Doch allein die Ausgaben für die Visa strapazieren das Budget der Diözese.

Trotz der eigenen Mittel und Spenden der litauischen Gläubigen sind sie auf unsere Hilfe angewiesen. Wir haben dem Bischof von Panevezys 15.000 Euro versprochen.

Hier können Sie direkt online spenden.

14.Jun 2010 13:55 · aktualisiert: 27.Mai 2011 16:06
KIN / S. Stein