UKRAINE

Bau einer Kirche in Juzhnoukrainsk

Pfarrer Vorona (Mitte) mit Generalvikar Fernando Bravo (links) und einem weiterem Priester in der Krypta.

Pfarrer Vorona (Mitte) mit Generalvikar Fernando Bravo (links) und einem weiterem Priester in der Krypta.

Der Gemeindepriester Ihor Vorona arbeitet im 38 000 Einwohner zählenden Städtchen Juzhnoukrainsk in der Süd-Ukraine.

Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in bescheidenen Verhältnissen. In seiner Zwei-Zimmerwohnung hat er neben der Küche und dem Schlafzimmer noch eine Kapelle eingerichtet, in der Heilige Messen gefeiert werden und er Katechesen für Kinder und Erwachsene leitet.

Juzhnoukrainsk zählt zur griechisch-katholischen Diözese Odessa-Krim. Wie überall in der ehemaligen Sowjetunion haben die Katholiken hier schwere Zeiten erlebt.

Zu kommunistischer Zeit sah es nicht so aus, als ob die Kirche überleben würde. Die atheistische Propaganda sorgte für eine geistige Leere in der Bevölkerung. Im Kampf gegen die Religion wurden Gotteshäuser verbrannt, vernichtet und profaniert, Priester und Gläubige erschossen, verhaftet oder in sibirische Gulags deportiert.

Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes gab es dennoch eine religiöse Aufbruchsstimmung. Als 1989 die Gläubigen der ukrainische griechisch- katholische Kirche aus dem Untergrund auftauchten, gründeten sie Pfarreien und bauten die Kirchen wieder auf. Die Berufungen von jungen Männern zum Priestertum lassen nicht nach.

Zu den jungen Priestern, die an der Seite der Gläubigen gehen und die Kirche in die Zukunft führen, zählt auch Pater Vorona. Er wurde mit 26 Jahren Priester, ist für drei Pfarreien zuständig und setzt sich mit großem Engagement für seine Gläubigen ein. Sein Bischof, Vasyl Ivasyuk, beschreibt ihn als “aktiven und zuverlässigen jungen Priester mit Missionsgeist”.

Noch feiert Pfarrer Ihor vorona die Heilige Messe in der Krypta. Wenn es regnet, tropft das Wasser durch die Decke.

Noch feiert Pfarrer Ihor vorona die Heilige Messe in der Krypta. Wenn es regnet, tropft das Wasser durch die Decke.

Pfarrer Vorona ist viel unterwegs. Er bereitet Erwachsene auf die Sakramente vor, besucht die Gläubigen, spricht mit ihnen über den Glauben und über ihre Nöte und ist in der Militärseelsorge tätig. “Mit seiner Frau gibt er seit letztem Jahr eine Monatszeitschrift heraus. Ansonsten baut er neben seinen Aufgaben in der Pastoralseelsorge eine Kirche”, ergänzt Magda Kaczmarek, Länderreferentin für die Ukraine bei KIRCHE IN NOT.

Wir halfen dem Pfarrer bereits im letzten Jahr mit einem Personenwagen, den er für seine Katechese in den weit verstreuten Dörfern unbedingt benötigte. Dieses Jahr möchten wir ihn mit 20.000 Euro beim Bau der Kirche unterstützen.

Die Mauern stehen bereits, doch das Dach fehlt

Die Kirchenmauern des Gotteshauses, das den Allerheiligen des ukrainischen Volkes geweiht ist, stehen bereits. Bisher fehlt jedoch das Dach. Pfarrer Vorona feiert deshalb die Heilige Messe in der Krypta. Hier sind alle Gegenstände und provisorischen Bänke mit Folien abgedeckt: Sobald es regnet, sammelt sich das Wasser am Boden der dachlosen Kirche, bildet Pfützen und sickert dann unerbittlich durch die Decke der Krypta.

Mit Ihrer Hilfe könnten die Katholiken in Juzhnoukrainsk in naher Zukunft ihre Liturgie im Trockenen feiern. Dann nämlich, wenn Ihor Vorona genug Geld zusammen hat, um ein Dach für seine Kirche zu bezahlen.

Hier können Sie direkt online spenden.

14.Jun 2010 13:55 · aktualisiert: 27.Mai 2011 16:05
KIN / S. Stein