BOLIVIEN

Unterstützung eines Pastoralprogramms

Indigenes Mädchen im Bistum El Beni.

Indigenes Mädchen aus dem Bistum El Beni.

Das im Amazonastiefland Boliviens gelegene Apostolische Vikariat El Beni ist etwa halb so groß wie Italien. Es hat aber nur dreißig Pfarrgemeinden, die von fünf Diözesan- und 14 Ordenspriestern betreut werden. Von den fast 190 000 Einwohnern sind achtzig Prozent katholisch – damit betreut jeder Priester im Schnitt 8100 Gläubige.

Eine der Pfarreien ist die Gemeinde “Auferstehung” im Südwesten der Stadt Trinidad, der Hauptstadt des Bezirks El Beni und Sitz des gleichnamigen Apostolischen Vikariates. Hier wurde bereits 1686 eine Missionsstation der Jesuiten gegründet.

Die Pfarrei erstreckt sich über 30 000 Quadratkilometer und ist damit flächenmäßig so groß wie Belgien! Von den 24 000 Einwohnern leben drei Viertel in der Stadt Trinidad. Zur Pfarrei zählen auch 88 Gemeinden mit indigener Bevölkerung, die am Rio Marmoré und anderen Flüssen angesiedelt sind. Teilweise betragen die Entfernungen vom Sitz der Pfarrei mehr als 500 Kilometer!

Die meisten Menschen, die in den Indigenendörfern leben, sind arm. Acht- bis zehnköpfige Familien leben in Hütten, die aus Palmblättern und Lehm errichtet sind. Mit primitiven Werkzeugen bauen sie Yucca, Bananen, Reis, Melonen, Bohnen, Kakao, Papayas und Zitrusfrüchte an. Die Kirche hat in einigen der Dörfer bereits Wasserpumpen, kleine Schulen, Ambulanzen und Funkverbindungen eingerichtet, um die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern.

Verbessern möchte die Pfarrei auch das geistliche Leben ihrer Gläubigen. Für die ländlichen Gebiete, vor allem die Indigenensiedlungen, ist geplant, unter der Leitung von Pfarrer Maximilian Noe Valverde, der selbst indigener Abstammung ist, die verschiedenen katholischen indigenen Gruppen zu stärken und ihre Verbundenheit mit der Kirche und ihren Glauben zu vertiefen. Ein Pastoralteam wurde eingesetzt, dessen Mitglieder die Dörfer jeweils von Donnerstag bis Sonntag besuchen sollen.

Die Pfarrei erstreckt sich über 30 000 Quadratkilometer, einer Fläche so groß wie Belgien.

Die Pfarrei ist 30 000 Quadratkilometer groß, das entspricht ungefähr der Fläche von Belgien.

Da nur selten ein Priester in die Gemeinden kommen kann, muss der Großteil des kirchlichen Lebens von Laien getragen werden. Die Menschen sollen dazu angeleitet werden, ihren Glauben noch stärker als in der Vergangenheit zu leben und geistlich zu wachsen.

Außerdem sollen sie in dem Gefühl gestärkt werden, dass sie als Kinder Gottes wertvoll sind und dass ihre Kultur ein großer Schatz ist. Denn sie fühlen sich oft wertlos und an den sozialen Rand gedrängt.

Pfarrer Valverde erklärt uns: “Es ist wichtig, dass wir dabei helfen, die Traditionen, die Sprachen, die Wurzeln, die Tänze, die Art und Weise, Gott zu loben und andere religiöse Bräuche, die wir von den Jesuitenreduktionen – die in der Kolonialzeit von Jesuiten errichteten indigenen Siedlungen in Lateinamerika – der Moxos-Ebene geerbt haben, lebendig zu erhalten.”

Auch in den Teilen der Pfarrei, die in der Stadt Trinidad liegen, soll das geistliche Leben gestärkt werden. Dabei wird besonderen Wert auf das Wirken von geistlichen Bewegungen und Gebetsgruppen gelegt. Es sollen auch “missionarische Gruppen” gebildet werden, die aus Laien bestehen und Hausbesuche unternehmen, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

Um dieses Programm in die Tat umzusetzen, braucht die Pfarrei Materialien: Bibeln, Gesangbücher, Schreibwaren, Kopierpapier, aber auch Benzin für die Fahrzeuge, um in die entlegenen Dörfer zu gelangen. Manche Indigenensiedlungen können nur auf dem Wasser erreicht werden; auch für das Motorboot wird Benzin benötigt. Und für die Verpflegung der Laienmissionare muss gesorgt werden.

Das Programm ist für drei Jahre geplant. Wir haben 4.100 Euro versprochen.

Hier können Sie direkt online spenden.

5.Aug 2010 11:32 · aktualisiert: 17.Mrz 2015 14:11
KIN / S. Stein