UGANDA

Unterstützung der Katechetenausbildung

Einer der Teilnehmer des Katechetenkurses im Ausbildungshaus der Diözese Lira.

Einer der Teilnehmer des Katechetenkurses im Ausbildungshaus.

“Maria, Mutter der Armen, bitte für uns”, steht auf dem Sockel der Madonnenfigur im Garten des Ausbildungshauses für Katecheten in der Diözese Lira. Die Fürsprache der “Mutter der Armen” wird hier dringend benötigt, denn die Diözese gehört zu den ärmsten in Uganda.

Bischof Giuseppe Franzelli, ein bescheidener, trotz aller Schwierigkeiten tapfer lächelnder Bischof aus dem italienischen Brescia, steht vor vielen Herausforderungen.

Eine ist der extreme Priestermangel. Denn ein Diözesanpriester betreut hier 28 000 Gläubige. Die Messbücher sind so alt, dass sie fast auseinanderfallen. Das Haus des Bischofs ist ärmlich, die Büros der Diözese schlecht ausgestattet. Überall packt der Bischof mit an.

Die Straßenverhältnisse in der Region sind teilweise katastrophal, so dass allein im Zeitraum zwischen Ostern und Juni 2010 acht Priester Autounfälle hatten. Gott sei Dank wurde niemand ernsthaft verletzt.

Überall in der Diözese fehlt es an Geld. Vertreter von KIRCHE IN NOT hatten Bischof Franzelli auf einer Reise durch mehrere Diözesen Ugandas besucht, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Es ist ein Wunder, was der Bischof, seine wenigen Priester und die Gläubigen quasi aus dem Nichts auf die Beine stellen.

Vor allem auf die Mitarbeit der Laien vertraut der unermüdliche Bischof. Denn wie sollen 33 Diözesanpriester fast eine Million Gläubige seelsorglich betreuen, selbst wenn ihnen 26 Ordensmänner dabei helfen?

Der Einsatz von Katecheten, die den Priestern bei ihrer Arbeit zur Seite stehen, ist daher notwendig – vor allem in den zahlreichen weit abgelegenen Dörfern, die nur schwer zu erreichen sind. Sie versammeln Gläubige zum Gebet, bereiten die Menschen auf den Empfang der Sakramente vor, lehren sie das Wort Gottes – manchmal in einer Kapelle, oft einfach nur unter einem Baum.

Ein Katechet erteilt den Kindern Unterricht.

Ein Katechet erteilt den Kindern Unterricht.

In vielen Gemeinden sieht man zu fast jeder Tageszeit Gruppen von Gläubigen mit einem Katecheten – die eine Gruppe betet gerade gemeinsam, die andere sitzt im Schatten und spricht über die Heilige Schrift. Anderswo versammeln sich Ehepaare, darunter viele Frauen, die kleine Babys auf dem Arm tragen. Sie lernen, wie eine christliche Familie und eine katholische Erziehung der Kinder gelingen kann.

14 000 Katecheten gibt es heute in Uganda, in der Diözese Lira sind es etwa eintausend. Der Tabernakel der Kapelle des Ausbildungshauses für Katecheten ist die Nachbildung eines afrikanischen Kornspeichers. Jesus Christus ist das Brot des Lebens. Nur der Priester kann den Gläubigen Christus in der Eucharistie bringen, aber die Katecheten können die Menschen mit dem Wort Gottes nähren.

Das Problem ist jedoch, dass die Katecheten in Lira besser ausgebildet werden müssten, um ihren Dienst fruchtbarer ausüben zu können. Der lange blutige Konflikt zwischen den Rebellen der Lord’s Resistance Army und der ugandischen Regierung zwischen 1988 bis 2008 hat auch in dieser Diözese ihre Spuren hinterlassen.

Bei der Aussendung neuer Katecheten.

Bei der Aussendung neuer Katecheten.

Viele Menschen konnten in dieser Zeit keine Schule besuchen, so dass die Männer und Frauen kaum über die notwendige Grundbildung verfügen, um an den Ausbildungskursen teilzunehmen. Vor allem können sie kaum Englisch. Daher hat die Diözese Lira nun Kurse für Katecheten in Lango, der in der Region gesprochenen Sprache, ausgearbeitet und will sie anbieten.

Die Teilnehmenden sollen einen bescheidenen Beitrag leisten, indem sie zum Beispiel einige Tassen Maismehl, Bohnen und etwas Feuerholz beisteuern. Außerdem müssen sie ihren eigenen Teller, eine Decke, einen Kugelschreiber, Hefte, eine Bibel, ein Gebetbuch und einen Rosenkranz mitbringen. Für alles andere muss die Diözese aufkommen. Doch der Bischof hat kein Geld für die Ausbildung seiner Katecheten. Seine einzige Hoffnung ist, dass wir ihm helfen.

Nach dem Besuch der Vertreter von KIRCHE IN NOT schrieb Bischof Franzelli: “Ihre Gegenwart hat mich und meine Leute ermutigt, denn sie hat uns spüren lassen, dass wir nicht alleine sind, sondern dass Gott uns durch die Gemeinschaft, die wir in der katholischen Kirche erfahren, und die Möglichkeit, mit der ganzen Kirche zu leben, reich beschenkt hat. KIRCHE IN NOT ist ganz klar ein Instrument dieser Gemeinschaft. Danke dafür!”

Da wir in der Kirche alle eine Familie sind und weil wir glauben, dass unsere Wohltäter Bischof Franzelli und seine Gläubigen in Lira nicht im Stich lassen werden, haben wir 6.500 Euro versprochen.

Hier können Sie direkt online spenden.

5.Aug 2010 11:32 · aktualisiert: 27.Mai 2011 16:00
KIN / S. Stein