BRASILIEN

Boot für die Seelsorge am Rio Paraguay

Familie in einer Hütte im Pantanal.

Familie in einer Hütte im Pantanal.

Das Pantanal im Südwesten Brasiliens zählt zu den größten Binnenland-Feuchtgebieten der Erde. Es gilt als Naturparadies mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Weit mehr als 600 Vogelarten leben hier – mehr als in ganz Europa.

Auch viele Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind, leben hier noch. Die UNESCO hat dieses einmalige Gebiet zum Weltnaturerbe erklärt.

Dass in Pantanal aber auch Menschen leben, ist weniger bekannt. Sie leben in kleinen Dorfgemeinschaften am Ufer des Rio Paraguay, des Hauptflusses, sowie der vielen Nebenflüsse, die das Feuchtgebiet speisen. Viele Siedlungen sind nur per Boot erreichbar.

Die Menschen ernähren sich durch den Anbau von Gemüse und die Zucht von Kleinvieh. Da sie so weit von der Zivilisation abgeschieden leben, sind sie auch von sozialen Programmen und dem Gesundheitssystem abgeschnitten. Die Kinder können – wenn überhaupt – nur bis zur vierten Klasse zur Schule gehen. Danach müssen sie entweder ihre Schulausbildung in der Stadt fortsetzen oder brechen die Schule ab.

Die einzige berufliche Aussicht besteht dann in der Arbeit auf einer der großen Farmen. Denn leider wird vielfach bereits der Urwald gerodet, weil von Großgrundbesitzern im großen Stil Soja und Zuckerrohr angebaut wird.

Die katholische Kirche hilft den Menschen, wo sie kann. Die Diözese Corumbá, die sich auf dem Gebiet des Pantanal befindet, hat zwar nur fünf Priester und sechs Pfarreien für mehr als 90 000 Gläubige, sie baut die Seelsorge und die Hilfe für die Menschen jedoch weiter aus.

Manche Dörfer sind nur mit dem Boot zu erreichen.

Manche Dörfer sind nur mit dem Boot zu erreichen.

Allerdings sind die meisten Ortschaften am Fluss Paraguay und seinen Nebenflüssen so schwer zu erreichen, dass nur selten ein Priester dorthin gelangt. Es wäre schon viel gewonnen, wenn jede Ortschaft einmal im Jahr von einem Priester besucht werden könnte. Davon können die Gläubigen jedoch zur Zeit nur träumen.

Aber auch Laien helfen den Priestern in der Seelsorge, der Katechese und bei den sozialen Programmen für Menschen, die sonst keine Hilfe erfahren. Die Kirche bietet Unterricht an für Menschen, die nicht lesen und schreiben können, und leistet Hilfe bei der Beschaffung der grundlegenden Dokumente wie Geburtsurkunden und Personalausweisen. Denn wer keine Papiere vorweisen kann, der existiert vor dem Staat nicht und hat auch keine Rechte.

Viel wird auch bei der Gesundheitsfürsorge geleistet. Vorbeugung ist ein wichtiges Thema, damit die Menschen – vor allem die Kinder – erst gar nicht krank werden. Aber auch die Verwendung von Heilpflanzen, die das Sumpfgebiet kostenlos hergibt, spielt eine große Rolle, denn die Medikamente der Pharmaindustrie sind größtenteils unerschwinglich.

Bei einer Taufe im Pantanal im Südwesten Brasiliens.

Bei einer Taufe im Pantanal im Südwesten Brasiliens.

Im Vordergrund steht bei allem aber die Seele der Gläubigen, und so sollen möglichst viele Menschen möglichst oft die Gelegenheit haben, die Sakramente zu empfangen, die Heilige Messe oder – wenn kein Priester sie besuchen kann – Wortgottesdienste zu feiern, mehr über den Glauben zu lernen, gemeinsam zu beten, sich auf die Taufe, die Erstkommunion, die Firmung oder die Eheschließung vorzubereiten.

Protestantische Sekten sind in Pantanal bereits aktiv, um Gläubige zu gewinnen. Dennoch bewahren viele katholische Familien ihre katholischen Traditionen und ihren Glauben, aber es muss mehr getan werden, um den Glauben zu stärken und zu nähren. Laienmissionare und Priester sollen die Dörfer an den Flüssen häufiger besuchen, diesen Wunsch hat Bischof Segismundo Martinez Alvarez.

Aber das Boot, über das die Diözese verfügt, ist bereits 15 Jahre alt und nicht mehr zu gebrauchen. Daher hat uns der Bischof um Hilfe gebeten. Wir haben ihm 6.670 Euro für ein neues Boot versprochen.

Hier können Sie direkt online spenden.

Schlagworte:
Brasilien · Corumba · Kapellenschiff · Mission · Pantanal
21.Sep 2010 14:04 · aktualisiert: 27.Mai 2011 15:59
KIN / S. Stein