URUGUAY

Kapelle für eine “Fazenda da Esperança”

Gottesdienst in der “Fazenda da Esperança” in Uruguay.

Gottesdienst in der “Fazenda da Esperança” in Uruguay.

Pablo ist ein in Kuba ausgebildeter Psychologe. Mit der Kirche hatte er nie etwas zu tun gehabt, aber er war neugierig, sich das Leben auf einem “Bauernhof der Hoffnung” (Fazenda da Esperança), wo junge Drogenabhängige durch Gebet und Arbeit zu einem Leben in Würde zurückfinden, einmal anzuschauen.

Anfangs war er skeptisch, aber was er sah, beeindruckte ihn. So ganz verstand er zwar nicht, was die Jugendlichen meinten, als sie sagten: “Jesus ist in unserer Mitte”, aber irgendwie spürte er, dass hier etwas Besonderes geschah.

Und in der Tat: Die “Bauernhöfe der Hoffnung” sind ein Erfolg. Der in Brasilien tätige deutsche Franziskanerpater Hans Stapel zeigt seit 27 Jahren, dass der Schritt in ein gelungenes Leben möglich ist. 85 Prozent der Drogenabhängigen, die auf einer der mittlerweile an mehr als 60 Orten in vielen Ländern der Welt bestehenden “Fazenda da Esperança” ein neues Leben beginnen, bleiben geheilt und kehren nicht wieder in den Teufelskreis aus Sucht, Kriminalität und Prostitution zurück.

2008 entstand der erste “Bauernhof der Hoffnung” in Uruguay. Pater Gabriel Tojo Klappenbach, der die Einrichtung leitet, berichtet uns, dass in dem zweitkleinsten Land Lateinamerikas die Drogensucht nicht als Krankheit anerkannt ist und daher nicht im Rahmen der kostenlosen Gesundheitsfürsorge abgedeckt wird.

Bislang waren seriöse Therapien im Land nicht unter 700 US-Dollar im Monat verfügbar; das Durchschnittseinkommen eines Stadtbewohners liegt bei 300 Dollar. Für die meisten Betroffenen ist eine Behandlung damit unerschwinglich.

Gruppenarbeit im Freien.

Gruppenarbeit im Freien.

Da auf dem “Bauernhof der Hoffnung” jedoch alle gemeinsam dazu beitragen, einen großen Teil des Lebensunterhaltes zu erwirtschaften, indem sie Möbel und andere Gebrauchsgegenstände herstellen, Gemüse und Obst im Garten anbauen und Vieh, ist der Unterhalt für die jungen Bewohner kostenlos. Die Arbeit dient jedoch nicht nur als Einnahmequelle, sondern ist ein wichtiger Pfeiler des Heilungsprozesses.

Auf diese Weise können die jungen Menschen lernen, Verantwortung zu übernehmen, ein geregeltes Leben zu führen und etwas Wertvolles für die Gemeinschaft zu leisten. Dadurch spüren sie, dass ihr Leben sinnvoll ist.

Trotz aller Bemühungen sind die erwirtschafteten Einnahmen zu gering, um damit alles aufzubauen, was für das Leben auf dem neugegründeten “Bauernhof der Hoffnung” notwendig ist. Derzeit gibt es noch keine Kapelle, obwohl das Gebet und die seelsorgliche Betreuung einen wesentlichen Beitrag zur Heilung leisten. Bislang dient der Aufenthaltsraum, in dem die Jugendlichen auch essen, fernsehen, spielen oder zu Gesprächen zusammenkommen, als provisorischer Ort für die Heilige Messe.

Ort der Begegnung und Zelt in der Wüste

Aber da das Gebetsleben eine entscheidende Rolle im Heilungsprozess spielt, muss es einen Ort geben, an dem die jungen Leute sich zum Gebet zurückziehen können, wenn sie das Bedürfnis haben. Auch die Heilige Messe sollte an einem würdigen Ort gefeiert werden.

Pater Gabriel schreibt uns: “Die Kapelle wird nicht nur einfach ein weiteres Gebäude sein, sondern es ist ein sichtbarer Ort der Begegnung und das ‘Zelt’ in der Wüste der von der Geißel der Drogensucht niedergedrückten Herzen.”

Wir wollen mit 50.000 Euro helfen, damit die jungen Menschen, die in ihrem Leben bereits, einen Ort haben, an dem sie den Himmel erfahren können.

Hier können Sie direkt online spenden.

21.Sep 2010 14:05 · aktualisiert: 27.Mai 2011 15:57
KIN / S. Stein