NICARAGUA

Neuer Schlafsaal für Seminaristen

Ein Seminarist zeigt, wie schlecht der Zustand des Gebäudes ist.

Ein Seminarist zeigt, wie schlecht der Zustand des Gebäudes ist.

Aus vielen Ländern erhalten wir Briefe, in denen sinngemäß steht: “Wir haben immer mehr Berufungen und müssen unser Seminar erweitern, weil wir keinen Platz mehr haben.” Oft müssen Priesteramtsanwärter abgewiesen werden – selbst dann, wenn die Räume überbelegt werden, können nicht alle Kandidaten aufgenommen werden.

Für die meisten Länder der westlichen Welt, in denen sich die Seminare immer mehr leeren und manche sogar schließen müssen, ist dies unvorstellbar.

Einer dieser Briefe hat uns auch aus Nicaragua erreicht. Das Seminar San Pedro Apostol in der Diözese Granada, wo sich junge Männer aus dem ganzen Land ein Jahr lang auf den Eintritt in das Priesterseminar vorbereiten, platzt aus allen Nähten. Im Jahr 2004 waren dort nur 22 junge Männer untergebracht. In diesem Jahr sind es 80 Seminaristen, die an dem propädeutischen Jahr teilnehmen – somit hat sich die Zahl im Laufe von sechs Jahren fast vervierfacht!

Der Direktor des Seminars, Pater Isidoro Sanchez Lopez, schreibt uns: “Die Zahl der jungen Männer, die sich in Nicaragua dazu berufen fühlen, als Priester ihren Dienst zu tun, erreicht ein bedeutendes Wachstum, das uns Hirten und alle Gläubigen, die wir gemeinsam die Kirche Gottes auf ihrer Pilgerfahrt in Nicaragua bilden, mit Freude erfüllt.

Die Diözesen in Nicaragua empfinden auch, dass dieses Geschenk ihnen gegeben ist, um es in Gemeinschaft mit anderen Ortskirchen zu leben und dass die Stunde naht, in der es der Heilige Geist von uns fordert, ernsthafte Schritte zu unternehmen, um uns großzügig der Mission in anderen Teilen der Welt zu öffnen.”

Zufahrt zum Priesterseminar San Pedro Apostol.

Zufahrt zum Priesterseminar San Pedro Apostol.

Das Propädeutikum, also das vorbereitende Jahr vor dem Eintritt in das Priesterseminar, spielt eine bedeutende Rolle bei der Festigung der Berufung. Hier werden Grundlagen gelegt, die für das gesamte Leben eines Priesters tragend sind. Denn nicht immer bringen die Kandidaten von zuhause und aus der Schule schon alle Voraussetzungen mit, die sie für das geistliche Leben und den Eintritt in das Priesterseminar brauchen. Das vorbereitende Jahr ist daher sehr wertvoll.

Nicaragua gilt als eines der ärmsten Länder Lateinamerikas. Obwohl rund 80 Prozent der Bevölkerung katholisch ist, hat die Kirche viele Probleme, denn der Staat steht der Kirche zwar an der Oberfläche freundlich gegenüber, macht ihr jedoch durch Streichung von Subventionen für ihre Einrichtungen, wie zum Beispiel katholische Schulen und Krankenhäuser, oft das Leben schwer, berichten uns immer wieder Kirchenvertreter aus dem zentralamerikanischen Land.

Mit dem Bau des neuen Schlafsaals konnte bereits begonnen werden.

Mit dem Bau des neuen Schlafsaals konnte bereits begonnen werden.

Oft werde auch gefordert, dass die Kirche die Politik der Regierung unterstütze, klagen sie, obwohl die Kirche nur dem Evangelium und den Geboten Gottes verpflichtet ist. Die Bischöfe möchten vor allem den Glauben der Menschen stärken. Dazu werden gute Priester gebraucht.

Da das Seminar San Pedro Apostol nicht mehr in der Lage ist, alle Kandidaten aufzunehmen, soll ein weiterer Schlafsaal entstehen. Wir haben 29.500 Euro versprochen.

Hier können Sie direkt online spenden.

13.Okt 2010 15:05 · aktualisiert: 27.Mai 2011 15:55
KIN / S. Stein