REPUBLIK MOLDAU

Ein Auto für die Seelsorge in Chisinau

Pfarrer Mihai Balan reicht einem Jungen die Kommunion.

Pfarrer Mihai Balan reicht einem Jungen die Kommunion.

Die heutige Republik Moldau schaut auf eine bewegte Geschichte zurück: Im Lauf der Jahrhunderte gehörte das Gebiet verschiedenen Reichen an und wurde bereits im Altertum von verschiedenen Völkern besiedelt.

Im 14. Jahrhundert gab es ein selbstständiges moldauisches Fürstentum. 1512 unterwarf es sich dem Osmanischen Reich, wurde als Teil Bessarabiens Anfang des 19. Jahrhunderts an das Russische Reich abgetreten, dann noch einige Male zwischen den regionalen Mächten hin- und hergereicht und schließlich der Sowjetunion angegliedert.

1991 wurde die Republik Moldau schließlich unabhängig. Im Sommer 1992 kam es zu einem bewaffneten Konflikt um den abtrünnigen Landesteil Transnistrien, der sich selbst zur “Republik Transnistrien” ernannt hat und der sich außerhalb der Kontrolle der moldauischen Regierung befindet. Es ist nicht auszuschließen, dass dieser Konflikt wieder aufflammen könnte.

Die Bevölkerung Moldaus setzt sich aus den Angehörigen verschiedener Volksgruppen zusammen: Die Mehrheit (78,2 Prozent) bilden rumänische Moldauer, 8,4 Prozent sind Ukrainer, 5,4 Prozent Russen, 4,4 Prozent Gagausen (Angehörige eines in Moldau ansässigen Turkvolkes), 1,9 Prozent sind Bulgaren, die übrige Bevölkerung setzt sich aus zahlreichen weiteren Ethnien zusammen.

98 Prozent der Einwohner sind orthodoxen Glaubens und gehören der rumänisch- oder der russisch-orthodoxen Kirche an. 1,5 Prozent sind Juden. Katholiken machen eine winzige Minderheit von etwas mehr als 0,4 Prozent an der Gesamtbevölkerung aus. Von 4,3 Millionen Einwohnern des Landes sind etwa 20 000 katholisch.

Kommunionkinder in der Pfarrei von der Göttlichen Vorsehung in Chisinau.

Kommunionkinder in der Pfarrei von der Göttlichen Vorsehung in Chisinau.

Die Republik Moldau hat nur eine katholische Diözese. Sie hat ihren Sitz in der Hauptstadt Chisinau. Laut Päpstlichem Jahrbuch hat die Diözese auf einem Gebiet von 33 000 Quadratkilometern (etwas kleiner als Baden-Württemberg) nur 17 Pfarreien und 14 Priester. Die Gläubigen leben also über ein weites Gebiet verstreut.

In Chisinau selbst, die rund 700 000 Einwohner hat, gibt es nur zwei katholische Pfarreien. Die Pfarrgemeinde von der Göttlichen Vorsehung wird von Pfarrer Mihai Balan betreut. Jeden Monat legen er und die drei anderen Priester, mit denen er sich den Wagen teilt, mehr als 1100 Kilometer mit seinem klapprigen Skoda Fabia zurück, der bereits seit acht Jahren im Dienste der Pfarrei steht.

Insgesamt hat der Wagen schon zehn Jahre auf dem Buckel, und bei den schlechten Straßenverhältnissen im Lande ist es ein Wunder, dass er überhaupt noch fährt. Allerdings verschlingt er immer mehr Geld, denn immer häufiger muss das Auto in die Werkstatt.

Jugendliche vor der Pfarrkiche in Chisinau.

Jugendliche vor der Pfarrkiche in Chisinau.

Da sich die Reparaturen nicht mehr lohnen und es mittlerweile gefährlich wird, mit ihm unterwegs zu sein, bittet Pfarrer Balan uns um Hilfe, einen geeigneten Wagen zu erwerben. Denn der Pfarrer und die drei anderen Priester sind nicht nur in der Stadt Chisinau unterwegs, sondern betreut auch noch drei weitere Ortschaften. Dort sind  zwar neue Pfarrgemeinden errichtet worden, aber es gibt noch keine Pfarrer.

Die Priester besuchen Kranke, bringen ihnen die Heilige Kommunion, segnen Häuser oder organisieren Kinder- und Jugendtreffen. Außerdem ist das Auto auch für die soziale Arbeit der Pfarrei unentbehrlich. Aber auch für pastorale Aktivitäten der Diözese steht dieser Wagen zur Verfügung.

Wir wollen mit 5.500 Euro helfen, damit das Leben der Pfarrgemeinde nicht dadurch gelähmt wird, dass es keine geeigneten Transportmittel gibt.

Hier können Sie direkt online spenden.

13.Okt 2010 16:26 · aktualisiert: 3.Feb 2014 15:23
KIN / S. Stein