SERBIEN

Renovierung eines Hauses für alte Priester

Ladislaw Nemet, Bischof von Zrenjanin.

Ladislaw Nemet, Bischof von Zrenjanin.

Die Wojwodina-Region im Norden Serbiens ist der am stärksten katholisch geprägte Teil des Landes. Während Katholiken in Serbien insgesamt nur 5,5 Prozent der Bevölkerung ausmachen, sind es in der Diözese Zrenjanin, die in der Wojwodina-Region liegt, elf Prozent.

Viele verschiedene Volksgruppen leben hier friedlich zusammen: Neben Serben, die die Mehrheit der Bevölkerung bilden, leben auch zahlreiche Ungarn, Slowaken, Kroaten, Rumänen, Deutsche, Bulgaren und Roma.

Sechs Amtssprachen sind in der Region anerkannt. Im letzten Jugoslawienkrieg sind 10 000 Ungarn und auch zahlreiche Kroaten aus der Region ausgewandert, wodurch sich der Anteil an Katholiken vermindert hat.

Zurzeit sind in der Diözese Zrenjanin 21 Diözesanpriester in 40 Pfarreien tätig. Die meisten von ihnen haben noch nicht das Pensionsalter erreicht, aber Bischof Ladislav Nemet macht sich Sorgen um seine alten Priester. Im Moment sind es zwar nur drei Priester und sein Vorgänger im Bischofsamt, die bereits das Pensionsalter überschritten haben, jedoch werden es in zehn Jahren doppelt so viele sein.

Der Bischof möchte also seinen alten und kranken Priestern helfen und will nicht vor einem Problem, das in Zukunft drängender werden wird, die Augen verschließen. Bislang gibt es in der Diözese nur ein Altersheim. Dort sind bereits vierzig Menschen untergebracht, so dass dort kein Platz für weitere Bewohner ist.

Mittlerweile hat sich bereits ein Gebäude gefunden. Es steht in der Stadt Kikinda an der Grenze zu Rumänien. Bis 1993 haben dort Schwestern der Göttlichen Liebe gelebt, die ihr Gebäude der Pfarrei überlassen haben. Seitdem steht das Haus leer.

Außenansicht des zukünftigen Altenheimes für Priester.

Außenansicht des zukünftigen Altenheimes für Priester.

Der Bischof schreibt uns: “In diesem leeren Haus möchten wir unseren pensionierten oder kranken Priestern Sicherheit und Pflege bieten. Es gibt dort eine kleine Kapelle im Dachbereich. Diese Kapelle wird den Menschen im Haus und in der Umgebung für die Eucharistiefeier zur Verfügung stehen.”

Außer den betagten Priestern sollen hier in einem anderen Stockwerk auch ältere Schwestern unterkommen. Außerdem sollen im Erdgeschoss in Zusammenarbeit mit der Caritas von Serbien und der Diözese Räumlichkeiten für die Tagespflege Bedürftiger entstehen. Da sich das Zentrum auch finanziell rentieren muss, soll ein weiterer Gebäudetrakt entstehen, in dem ältere Menschen aus der Stadt Kikinda untergebracht werden können.

Dann könnte sich das Zentrum in das staatliche Sozialsystem eingliedern und unterstützt werden. Es wäre aber auch ein Segen für die Menschen in der Stadt, denn zurzeit müssen Senioren dort zwei Jahre auf einen Platz in einem Altersheim warten.

Eines der völlig veralteten Badezimmer in dem leerstehenden Haus.

Eines der völlig veralteten Badezimmer in dem leerstehenden Haus.

Das alte Gebäude muss jedoch dringend saniert werden. Die Badezimmer sind völlig veraltet und nicht für ältere und pflegebedürftige Menschen geeignet, die Wände müssen isoliert werden, viele Fenster und Türen sind kaputt, und es gibt eigentlich nichts, was nicht gemacht werden muss. Erst dann ist daran zu denken, einen neuen Gebäudetrakt anzubauen. Bischof Nemet bittet uns um Hilfe, und wir haben ihm 50.000 Euro versprochen.

Hier können Sie direkt online spenden.

 

13.Okt 2010 15:05 · aktualisiert: 1.Apr 2015 12:07
KIN / S. Stein