BURKINA FASO

Allein gegen Malaria

Karmelitinnen beim Gebet in der Kapelle des Klosters in Moundasso, Burkina Faso.

Karmelitinnen beim Gebet in der Kapelle des Klosters in Moundasso, Burkina Faso.

KIRCHE IN NOT unterstützt kontemplative Ordensschwestern in der Diözese Dédougou in dem westafrikanischen Staat Burkina Faso in ihrem Kampf gegen die Tropenkrankheit.

In der Stadt Moundasso leben seit 1980 unbeschuhte Karmelitinnen. Sie leisteten von Anfang an schwere Arbeit. Sie bestellten die Felder, arbeiteten im Garten und zogen die Ochsenkarren hinter sich her. “Es war eine wahre Revolution”, sagt Äbtissin Josephine Dakouo. “Die Präsenz der Karmelschwestern in Moundasso hat die Mentalität der Bewohner verändert. Seitdem treffen wir auf dem Weg auch Frauen aus der Stadt an, die den Viehkarren ziehen.”

Der Karmel hat auch die Herzen der Menschen gewandelt. Bis zur Ankunft der Schwestern hat es nur eine christliche Familie gegeben. Es war die Familie des örtlichen Katecheten. Die Ordensfrauen bauten eine kleine Hütte, um den Leuten zu ermöglichen, mit ihnen an den Liturgiefeiern teilzunehmen.

Für die Besucher war es zunächst unverständlich, warum die Schwestern, die durch ein Gitter von der Außenwelt isoliert waren, trotzdem so fröhlich aussahen. Die Städter nahmen Kontakt mit den Schwestern auf, sprachen mit ihnen und sahen, dass diese das Wenige, was sie im Schweiß ihres Angesichts verdienten, mit den Armen teilten, und zusätzlich zur täglichen Messe und der zweistündigen Anbetung siebenmal am Tag beteten.

Da sagten sie: “Es ist ein Geheimnis. Wie kann man so leben und trotzdem glücklich sein”, schreibt uns die Äbtissin. Und die Leute kamen zu dem Schluss: Es ist nur möglich, weil Gott bei den Schwestern ist.

Auf diese Weise haben die Karmelitinnen mit ihrer stillen Anwesenheit den Bewohnern in Moundasso von Gott verkündet. Und diese kommen nun oft zu den Schwestern. Jedes Jahr wollen sie die Weihnachtsliturgie mit ihnen feiern. Deren Kapelle platzt aus allen Nähten, wenn mehr als 600 Personen in das Gotteshaus drängen.

Schutz vor den Trägern der Tropenkrankheit

Die Ordensschwestern kämpfen gegen die Malaria, eine der häufigsten Erkrankungen in Afrika. Monsignore Judes Bicaba, Bischof der Diözese Dédougou bat unser Hilfswerk um finanzielle Unterstützung für die Anschaffung von Fliegengittern für die Fenster und Türen des Karmelklosters.

Karmelkloster in Moundasso (Burkina Faso): Karmelitin beim Hausputz.

Karmelkloster in Moundasso (Burkina Faso): Karmelitin beim Hausputz.

Ein Schutz vor Moskitos ist in Burkina Faso unerlässlich, da die Tiere die Malaria übertragen. Die Moskitogitter sollen Abhilfe schaffen und die unbeschuhten Karmelitinnen vor den Trägern der Tropenkrankheit schützen.

Wenn auch nicht alle Ordensfrauen erkranken, so sind viele doch jedes Jahr betroffen. Die Äbtissin des Klosters, Schwester Josephine Dakouo, erzählt, dass sie regelmäßig Medikamente gegen die Malaria kaufen. Es sei bereits chronisch. Jede Schwester habe ihr eigenes Medikament zu nehmen. Außerdem provozieren die Malariaerreger wieder andere Krankheiten, die dann gepflegt werden müssten. “Wir haben Schwestern, die drei oder sechs Monate liegen müssen, starke Medikamente nehmen und am Ende ganz entkräftet sind”, schildert die Äbtissin des Klosters.

30 Schwestern leben im Kloster. Sie kommen aus Afrika und Europa, aus Deutschland, Spanien, Frankreich, Togo, Benin, Burkina Faso und Mali. Die Ordensfrauen unterhalten sich weitgehend selbst und halten sich Schweine, Hühner, Kaninchen, Enten. Sie haben einen Obstgarten und verdienen außerdem an dem Verkauf der in der hauseigenen Bäckerei produzierten Hostien, an der Herstellung von liturgischen Gewändern und verschiedenen Kunstgegenständen.

Anschaffungen außerhalb der Reihe

Aber die Einnahmen decken nur die laufenden Kosten der Karmelitinnen. Für Anschaffungen außerhalb der Reihe, und dazu gehören die Fliegengitter, fehlt ihnen das Geld.

Deshalb haben wir den Schwestern 7.000 Euro für den Kauf des Mückenschutzes zugesagt, in der Hoffnung, dass Sie “zustechen”. Unterstützen Sie die Karmelitinnen in Moundasso (Burkina Faso) durch Ihre Spende.

15.Okt 2010 10:21 · aktualisiert: 27.Mai 2011 15:54
KIN / T. Waitzmann