ALBANIEN

Inneneinrichtung einer Kapelle in Shkodra

Gottesdienst in der Kapelle der franziskanerinnen in Shkoder.

Gottesdienst in der Kapelle der franziskanerinnen in Shkodra (Shkoder).

Seit 1990 ist die Religionsausübung in Albanien nicht mehr verboten. Seitdem kann auch die katholische Kirche in dem südosteuropäischen Land wieder frei arbeiten.

Die Franziskanerinnen von der Unbefleckten Empfängnis kamen 1992 nach Albanien. Schon bald traten auch einheimische Frauen dem Orden bei. Heute sind die Schwestern in allen Diözesen des Landes tätig.

In Shkodra im Norden Albaniens haben sie kürzlich ein Wohnheim eingerichtet, damit begabte, aber arme Mädchen, die aus abgelegenen ländlichen Gegenden mit schwacher Infrastruktur stammen, die Möglichkeit haben, in der Stadt ein Gymnasium zu besuchen.

Zurzeit sind hier sechs Schwestern tätig, die 40 junge Mädchen betreuen. Insgesamt bietet das Haus Platz für 120 Schülerinnen, und so wird die Zahl der Mädchen noch weiter steigen, sobald alles fertig eingerichtet ist.

Albanien ist das Land mit der höchsten Analphabetenquote Europas. Mädchen und Frauen bekommen oft wenig bis gar keine Bildung. Viele Frauen sind regelmäßig Opfer von Gewalt, manche fallen sogar Menschenhändlern in die Hände. So ist die Arbeit der Ordensfrauen, die sich um die Ausbildung bedürftiger Mädchen kümmern, ein wahrer Segen.

Die Schwestern legen Wert auf die religiöse, sittliche und menschliche Prägung der Schülerinnen. Die geistliche Bildung der Schülerinnen liegt den Schwestern besonders am Herzen, denn die meisten Bewohnerinnen des Wohnheims stammen aus Dörfern im Gebirge, die nur selten von Priestern besucht werden und wo es auch keine Ordensfrauen gibt, die den Kindern und Jugendlichen Katechese erteilen und sie auf den Empfang der Sakramente vorbereiten können.

Gabenbereitung in der Kapelle der Franziskanerinnen.

Gabenbereitung in der Kapelle der Franziskanerinnen.

In dem Wohnheim der Franziskanerinnen haben die Mädchen zum ersten Mal die Gelegenheit, ihren Glauben richtig zu leben und ihn zu vertiefen. Das gemeinsame Gebet ist wichtig, ebenso die Feier der Heiligen Messe, aber auch die Lektüre der Heiligen Schrift und der Austausch über Fragen des Glaubens. Die Schwestern sind für die Fragen und Probleme der Schülerinnen da und helfen ihnen dabei, sich zu reifen Persönlichkeiten mit einem starken Glauben zu entwickeln.

Wichtig ist den Schwestern auch, dass die Mädchen zu gegenseitigem Verständnis im Zusammenleben mit den Angehörigen verschiedener Religionen und Kulturen erzogen werden, denn die Bevölkerung des überwiegend islamisch geprägten Landes gehört verschiedenen Religionsgemeinschaften an. Die Franziskanerinnen schreiben uns: “Die Erziehung zu Gerechtigkeit und Frieden, zu einer Praxis der Dialogführung ist uns Schwestern ein wichtiges Anliegen.”

Kapelle ist ein kahles und uneingerichtetes Gebäude

Das Kloster mit dem Mädchenwohnheim verfügt bereits über eine Kapelle, allerdings ist sie bislang ein uneingerichtetes, leeres Gebäude mit vier kahlen Wänden. Für die Inneneinrichtung hat das Geld gefehlt. Die Franziskanerinnen hoffen nun, dass wir ihnen helfen werden.

Schwester Marijana Merdita, die Provinzoberin, schreibt uns: “Es ist uns wirklich unangenehm, ständig zu betteln, aber wir sind dazu im Grunde gezwungen. Wir möchten gern etwas für die armen Leute hier tun und bemühen uns, das zu tun, was wir können. Allein vermögen wir allerdings nicht viel, und wir müssen uns an gute Menschen wenden und sie um Hilfe bitten.”

Wir möchten ihnen mit 8.000 Euro dabei helfen, damit ihre Kapelle bald ein Raum des Gebetes und das Herz des Hauses sein wird.

Hier können Sie direkt online spenden.

16.Nov 2010 11:25 · aktualisiert: 3.Apr 2012 19:50
KIN / S. Stein