HEILIGES LAND

Bau eines Pastoralzentrums in Isfya

Prozession in Haifa.

Prozession in Haifa.

“No future” (“Keine Zukunft”) – das ist oft das Gefühl, das Christen im Heiligen Land haben. Die maronitische Erzdiözese von Haifa will das ändern: Ein Pastoralzentrum in der 15 Kilometer von Haifa entfernt gelegenen Ortschaft Isfya auf dem Berg Karmel soll dazu beitragen, dass Christen einander begegnen und gemeinsam ihren Glauben leben können.

Dies macht ihnen Mut, um nicht auszuwandern und damit die Heiligen Stätten des Landes, wo Jesus lebte und Wunder wirkte, nur noch den Touristen und ausländischen Pilgern zu überlassen. Sie sollen spüren, dass sie selbst und ihr gelebter Glaube wichtig sind, damit das Heilige Land diesen Namen wirklich noch verdient. Vor allem die Jugend soll in ihrer christlichen Identität ermutigt und gestärkt werden.

Veranstaltungen für Familien, Kinder und Jugendliche, für ältere Menschen, Besinnungstage für Priester sowie Aktivitäten der Pfarreien und der Erzdiözese sollen hier stattfinden und Beratungsdienste für die Menschen angeboten werden. Aber auch Dialog und Begegnungen mit Juden, Muslimen und Drusen, einer vom Islam abgespaltenen Glaubensgemeinschaft, deren Mitglieder in Isfya die Mehrheit der Bevölkerung ausmachen, sollen hier stattfinden. Das Zentrum soll dabei auch den anderen christlichen Konfessionen zur Verfügung stehen.

Baustelle des neuen Pastoralzentrums in der Nähe von Haifa.

Baustelle des neuen Pastoralzentrums in der Nähe von Haifa.

Der maronitische Erzbischof von Haifa und dem Heiligen Land, Paul Nabil Sayah, der seit ihrer Gründung vor 14 Jahren die gesamte Infrastruktur der noch jungen Erzdiözese von Null an aufbauen musste, erklärt gegenüber KIRCHE IN NOT: “Wenn unsere christliche Präsenz hier friedlich, wirkungsvoll und dauerhaft sein soll, liegt eine der wichtigsten Herausforderungen in der Qualität unserer Beziehungen mit anderen Glaubensgemeinschaften in der Region.

Diese Schlussfolgerung basiert auf vielen Zwischenfällen, die sich in den vergangenen zehn Jahren abgespielt haben, und auf eine starke Zunahme von religiösem Fundamentalismus besonders innerhalb der muslimischen Gemeinschaften und der Drusen hinweisen. Sie äußerten sich in gewalttätigen Übergriffen gegen die christliche Minderheit, die dazu führen, dass Christen entweder emigrieren oder sich aus Angst in Ghettos zurückziehen. In beiden Fällen wird ein christliches Zeugnis so gut wie unmöglich.”

Ökumenisches Treffen: Bischöfe unterschiedlicher Konfessionen besuchen eine Prozession in Haifa.

Ökumenisches Treffen: Bischöfe unterschiedlicher Konfessionen besuchen eine Prozession in Haifa.

In seiner Predigt zur Eröffnung der Nahost-Synode in Rom sagte Papst Benedikt XVI. am 10.10.2010: “Trotz aller Schwierigkeiten, denen die Christen im Heiligen Land gegenüberstehen, sind sie dazu berufen, erneut das Bewusstsein lebendig werden zu lassen, dass sie lebendige Steine für die Kirche im Nahen Osten sind; und dies an den heiligen Orten unseres Heiles.”

Und er führte weiter aus: ”Aber in Würde in ihrem Heimatland zu leben, ist vor allem ein grundlegendes Menschenrecht: So müssen wir die Bedingungen für Frieden und Gerechtigkeit fördern, die unverzichtbar für die harmonische Entwicklung aller Einwohner der Region sind.” Da das Pastoralzentrum auf dem Berg Karmel in Galiläa einen wertvollen Beitrag dazu leisten wird, dass der Wunsch des Heiligen Vaters in Erfüllung geht, haben wir 50.000 Euro zugesagt.

Hier können Sie direkt online spenden.

16.Nov 2010 11:27 · aktualisiert: 6.Nov 2013 15:17
KIN / S. Stein