SIERRA LEONE

Ein Auto für die Pfarrei in Mange Bureh

So sehen die Straßen in Sierra Leone zum Teil aus.

So sehen die Straßen in Sierra Leone zum Teil aus.

Pater Arturo Torres aus Mexiko ist der Pfarrer einer riesigen Pfarrgemeinde in Mange Bureh in der Diözese Makeni im Norden Sierra Leones: Mit 1200 Quadratkilometern ist das Gebiet der Pfarrei halb so groß wie das Saarland.

100 000 Menschen leben hier, davon sind jedoch nur 5000 katholisch. Zwei Drittel der Einwohner der Pfarrei sind Muslime, 28 Prozent gehören traditionellen afrikanischen Religionen an.

Obwohl es in der Pfarrei “Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz” so klein ist, stammen fünf Priester aus der Pfarrei. Keine andere Pfarrei hat bislang der Diözese so viele Berufungen geschenkt. Zurzeit bereiten sich außerdem 413 Katechumenen auf das Sakrament der Taufe vor, und es gibt 58 Bewerber für die Firmung. Die Arbeit von Pater Arturo trägt also Früchte. Ihm helfen drei Ordensfrauen, ein Diakon, ein Freiwilliger aus Nigeria und mehrere Katecheten.

Während des Bürgerkriegs zwisschen 1991 und 2002 verloren nicht nur tausende Menschen ihr Leben, sondern die Rebellen der Revolutionary United Front verstümmelten bei ihren Überfällen auf Dörfer gezielt Zivilisten, indem sie ihnen Gliedmaßen abtrennten. 20 000 Menschen sollen betroffen sein. Zahlreiche Menschen wurden zudem aus ihren Dörfern vertrieben, Kinder als Soldaten missbraucht. Große Teile der Bevölkerung sind noch immer traumatisiert, viele Menschen haben nie Lesen und Schreiben lernen können.

Die Kirche versucht, den Menschen dabei zu helfen, ihr Leben nach dem Krieg wieder aufzubauen. So unterhält sie auf dem Gebiet der Pfarrei “Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz” sieben Schulen und einen Kindergarten. In Sierra Leone sind die Möglichkeiten eines Schulbesuchs gering, aber ohne Bildung gibt es keine Zukunft.

Blick in den Motorraum des Autos.

Blick in den Motorraum des Autos von Pater Arturo Torres.

Pater Arturo erzählt, dass er es hier bereits mit den Kindern ehemaliger Kindersoldaten zu tun hat. Diesen Kindern zu helfen, an eine bessere Zukunft ohne Gewalt und Angst zu glauben, obwohl bereits ihre Eltern kaum etwas anders kennen lernen durften und traumatisiert sind, ist eine große Aufgabe, für die die Hilfe Gottes notwendig ist.

Außerdem steht die Kirche vor der Herausforderung, dass Geheimbünde verbreitet sind, denen Hexenmeister vorstehen und deren Rituale und Ansichten die Menschen versklaven. Pater Arturo schreibt: “Ihre Praktiken sind frei von moralischem und ethischem Wert und halten ihre Mitglieder in Unwissenheit und fern von Freiheit und Gott.” Frauen und Kindern wird dabei kaum ein Wert in der Gesellschaft zuerkannt.

Fahrzeug ist häufig in der Werkstatt

Die Katholiken leben weit verstreut, und die Straßen sind schlecht. Pater Arturo und seine Helfer müssen weite Wege durch den Dschungel zurücklegen, um zu den Menschen zu gelangen. Die Pfarrei hat ein altes Auto, es ist jedoch schon so kaputt, dass es oft in der Werkstatt ist – und dies sind dann Tage, an denen niemand zu der Bevölkerung kommen kann, um das Wort Gottes und ganz konkrete Hilfe zu bringen.

Die nächste zuverlässige Werkstatt gibt es in der 50 Kilometer entfernt gelegenen Stadt Lunsar – ein weiter Weg, wenn die Straßen – vor allem in der Regenzeit – mit Löchern übersät und nur schwer befahrbar sind. Die Regenzeit dauert in Sierra Leone fünf Monate. Bisweilen sind Dörfer nach Unwettern völlig von der Außenwelt abgeschnitten.

Pater Arturo Torres mit Kindern.

Pater Arturo Torres mit Kindern aus seiner Pfarrei.

Aber auch unter “normalen” Bedingungen dauert die Fahrt nach Lunsar drei Stunden. Dorthin müssen auch immer wieder Schwerkranke transportiert werden, weil es in Lusar ein Krankenhaus gibt und das Fahrzeug der Pfarrei das einzige Transportmittel ist.

Ohne einen soliden Geländewagen bleibt man auf der Strecke, was vor allem beim Transport schwer kranker Patienten lebensbedrohlich sein kann. Aber auch die vielen anderen Menschen, die auf Hilfe und Beistand warten, bleiben allein.

Pater Arturo bittet uns um Hilfe und schreibt: “Schon im Voraus danke ich Ihnen, dass wir durch den Dschungel fahren, um das Wort des Herrn bis an die Grenzen der Erde ertönen zu lassen und den Schülern und Lehrern unserer Schulen Hilfe zu bringen. Möge Maria, die liebende Mutter, Sie bei Ihrer übernatürlichen Aufgabe auf diesem großen Kontinent beschützen.(…) Ich bete für Sie, auf dass Ihr großzügiger Beitrag viele Missionare, die sich in einer so verzweifelten Situation befinden wie ich, erreichen möge.”

Wir haben 15.600 Euro für einen soliden Geländewagen versprochen.

Hier können Sie direkt online spenden.

15.Dez 2010 17:06 · aktualisiert: 27.Mai 2011 15:09
KIN / S. Stein