BRASILIEN

Ein Auto für die Pfarrei St. Franziskus

Das Auto ist alt und für die unbefestigten Straßen nicht geeignet.

Das Auto ist alt und für die unbefestigten Straßen nicht geeignet.

“Mein Brief ist ein SOS-Ruf”, schreibt uns Pfarrer Ribamar Soares Ferreira. Der Franziskaner betreut eine Pfarrei mit 50 000 Einwohnern in der Diözese Zé Doca im Nordosten Brasiliens, dem Armenhaus des Landes.

Die Pfarrei erstreckt sich über eine Fläche von 8500 Quadratkilometern im Übergangsgebiet zu Amazonien und besteht aus 120 weit verstreut gelegenen Gemeinden.

Will der Pfarrer in eine dieser Gemeinden gelangen, muss er lange Fahrten über extrem schlechte Straßen zurücklegen. In die meisten Ortschaften kann er nur einmal im Jahr kommen. Die Wege sind sandig, in der Regenzeit sind manche Straßen unpassierbar. Nur in der Trockenzeit von Ende August bis Anfang Dezember sind sie befahrbar.

Während die viel zu wenigen Priester, die in der Region tätig sind, unter diesen Bedingungen nur unter großer Mühe ihre Gläubigen seelsorglich betreuen können, breiten sich Sekten immer weiter aus, die aufgrund der von ihnen propagierten „Theologie des Wohlstands“ und der hohen Einnahmen aus dem Zehnten ihrer Anhänger oft finanziell gut gestellt sind.

Aufgrund des niedrigen Bildungsstandes – rund 60 Prozent der Einwohner sind Analphabeten – sind viele Menschen empfänglich für die Sekten. Hier ist es wichtig, dass die Kirche Präsenz zeigt und die Gläubigen betreuen kann. Der Analphabetismus erschwert aber die Katechese, und so ist viel Zeit, Mühe und Aufmerksamkeit notwendig, um die Gläubigen in der Frohen Botschaft zu unterweisen.

Pfarrer Ribamar Soares Ferreira und sein jetziges Auto.

Pfarrer Ribamar Soares Ferreira und sein jetziges Auto.

Um seine vielen Aufgaben bewältigen zu können, benötigt Pfarrer Ferreira dringend ein Fahrzeug. Der Fiat Uno, der der Pfarrei seit 2004 zur Verfügung steht, ist den Straßenverhältnissen nicht mehr gewachsen. Er hat bereits 160 000 Kilometer zurückgelegt und verbringt immer mehr Zeit in der Werkstatt. Die Instandsetzungskosten steigen ebenfalls an.

Die Gläubigen leben in bitterer Armut und können die Kirche kaum unterstützen. Sie sind größtenteils Tagelöhner auf den großen Farmen oder kleine Straßenhändler. Die Region ist kaum wirtschaftlich nutzbar. Der Regenwald wird zwar von den Farmern abgeholzt, aber die entstehenden Flächen sind nicht fruchtbar. Auch vom Fischfang können die Menschen kaum leben, obwohl es mehrere kleine Flüsse gibt.

Pfarrer Ferreira hat sich also mit seinem “SOS-Brief” an KIRCHE IN NOT gewandt, um uns um Hilfe zu bitten. Er braucht nur einen bescheidenen Wagen, mit dem er zu den Gläubigen gelangen kann. Wir haben ihm 7000 Euro versprochen.

Hier können Sie direkt online spenden.

Schlagworte:
Armut · Auto · Brasilien · Fahrzeughilfe · Seelsorge · Ze Doca
14.Feb 2011 17:49 · aktualisiert: 27.Mai 2011 15:06
KIN / S. Stein