IRAK

Renovierung einer Kirche in Mossul

Kinder im Katechesezentrum von Mossul.

Kinder im Katechesezentrum von Mossul.

Die Christen im Irak leben in ständiger Angst. Anschläge, Mord, Drohungen, Entführungen – alles das gehört für sie zum Alltag. Eine irakische Terrorgruppe hat erst kürzlich alle Christen im Nahen Osten zu “legitimen Zielen” von Anschlägen erklärt.

Für die meisten Christen ist es fast unmöglich geworden, einer geregelten Arbeit nachzugehen, täglich werden sie bedroht. Mittlerweile gibt es nicht nur Anschläge auf Kirchen, die zumindest teilweise bewacht werden, sondern die Wohnungen von Christen werden gezielt angegriffen.

“Bewaffnete Gruppen gehen in die Nachbarschaft, wo Christen wohnen, und töten wahllos jeden, der ihnen über den Weg läuft”, sagt Msgr. Philip Najim, Vertreter der Chaldäischen Kirche beim Heiligen Stuhl. “Das sind kaltblütige Mörder, die ihre Tat am helllichten Tag vor Dutzenden von Zeugen ausüben, als ob diese Gruppen zeigen wollten, dass sie ungestraft handeln und die Stadt kontrollieren können.” Die großen Anschläge mit vielen Opfern finden internationale Aufmerksamkeit, aber die Liste der Leiden für Christen im Irak ist lang.

Die meisten Angriffe fanden im nordirakischen Mossul statt. In dieser von Sunniten dominierten Stadt unterliegen auch Christen der Scharia. Christliche Frauen müssen in der Öffentlichkeit ihren Kopf bedecken. In öffentlichen Verkehrsmitteln sind Männer und Frauen getrennt. Übergriffe auf Christen sind an der Tagesordnung. Msgr. Ignace Joseph III. Younan, der syrisch-katholische Patriarch, hat sich mit einer Bittschrift an den Premierminister Noury al-Maliki gewandt.

Darin heißt es: “Kein menschliches Gewissen kann diese fehlende Sicherheit in Mossul akzeptieren, wo es legal geworden ist, unschuldige und wehrlose Menschen zu töten. Wir sind von den Rechtfertigungsversuchen und der Untätigkeit der Regierungsbeamten überrascht. Wir können daraus nur den Rückschluss ziehen, dass sie bei dem Prozess mithelfen, Mossul von den seit Jahrhunderten dort lebenden christlichen Einwohnern zu befreien.”

Bei einer Katechese in der irakischen Stadt Mossul.

Bei einer Katechese in der irakischen Stadt Mossul.

Viele Menschen wollen das Land verlassen, aber dies ist nur eine Notlösung, denn die meisten würden gerne bleiben, wenn sie für sich und ihre Familien eine Zukunft sehen würden. Die irakischen Bischöfe appellieren daher immer wieder an die westliche Welt, den Christen im Irak dabei zu helfen, im Lande zu bleiben, da sie dort ihre Wurzeln haben und zuhause sind. Die Christen sind ein Teil des Iraks, sagen sie immer wieder.

Es ist zu wünschen, dass die christlichen Kirchen auch weiterhin im Irak das Evangelium verkünden, wie sie es bereits seit vielen Jahrhunderten tun. Vieles wird dafür getan. Denn das Christentum war im heutigen Irak bereits lange vor dem Islam präsent. Zu der Zeit machten Christen die Mehrheit der Bevölkerung aus. Mesopotamien, ein Teil des heutigen Irak, spielte bereits im Alten Testament eine wichtige Rolle: Das Paradies, von dem die Schöpfungsgeschichte erzählt, und die Sintflut werden dort lokalisiert, und die Familie Abrahams stammte aus der Gegend von Ur in Chaldäa.

Eine aktive Pfarrei trotz Bedrohung

Viele Gläubige lassen sich nicht entmutigen. Die Pfarreien sind lebendig, Jugendgruppen, Katechese für Erwachsene und Jugendliche, Sonntagsschulen für die Kinder – die pastoralen Aktivitäten nehmen zu, und viele Gläubige besuchen die Gottesdienste. Besonders in der St.- Paulus-Pfarrei in Mossul blüht das kirchliche Leben, denn sie ist leicht zu erreichen und befindet sich an einem sichereren Ort. Mehr als 1200 Familien gehören der Pfarrei an und gestalten ihr Leben aktiv mit.

Allerdings sind das Gotteshaus und das Gemeindezentrum renovierungsbedürftig. Daher hat uns Bischof Amel Shamaon Nona, der chaldäische Bischof von Mossul, uns um Hilfe gebeten. Er schreibt: “Wir möchten Ihnen und allen unseren Wohltätern für Ihre großzügige Unterstützung und das unablässige Gebet danken, das dazu dient, das Wort Gottes und seine Gegenwart unter seinem leidenden Volk zu nähren”.

Wir haben 25.000 Euro versprochen, damit diese blühende Gemeinde für die Christen in Mossul ein Ort der Hoffnung und der Freude ist, an dem sie Gott begegnen.

Hier können Sie direkt online spenden.

So können Sie den verfolgten Christen im Irak helfen:

Alle in der Medienbox vorgestellten Beiträge sind bei uns unentgeltlich auf CD beziehungsweise DVD erhältlich.

14.Feb 2011 17:49 · aktualisiert: 10.Jun 2014 11:24
KIN / S. Stein