SUDAN

Orientierungskurs am Priesterseminar

Teilnehmer des Orientierungskurses beim Gebet.

Teilnehmer des Orientierungskurses beim Gebet.

Die sudanesischen Priester wissen, was Leid ist. Die jüngeren Priester haben ihr Land nie anders als im Krieg erlebt und wurden unter schwierigen Bedingungen ausgebildet.

Fast 25 Jahre Bürgerkrieg, dessen Wunden auch fünf Jahre nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens noch bluten, haben das Land gezeichnet. 2,5 Millionen Tote, Millionen Menschen, die in die angrenzenden Länder geflohen oder innerhalb des Landes vertrieben wurden, und unzählige verletzte Seelen.

Für die Flüchtlinge, die aus dem Süden des Landes in die Hauptstadt Khartum geflohen sind, ist die Kirche oft die einzige Hilfe. Die Priester stehen ihnen zur Seite: Seelsorge, materielle Hilfe, Erziehung – alles das müssen sie leisten, obwohl sie viel zu wenige sind. Ihre eigenen Seelen sind genauso verletzt wie die ihrer Gläubigen, und ihre Hände sind leer, weil sie selbst nichts haben.

Die Christen im Sudan leiden auch unter der Einführung des islamischen Sharia-Gesetzes, das für alle Einwohner des Landes gilt. Es gilt für das öffentliche und private Recht und wird auch im Erziehungswesen angewandt. Das Ziel, die Gesellschaft im Sudan zu islamisieren, nimmt in der Politik einen breiten Raum ein. Für die Kirche wird die Luft vor allem im Norden immer dünner. Dort werden Christen diskriminiert. Erfreulich ist aber, dass es nach der Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des Südsudan so ruhig geblieben ist, denn viele Beobachter haben erwartet, dass es zu Unruhen kommen werde.

Im Priesterseminar St. Paul im Khartum bereiten sich Männer aus allen Diözesen des Landes auf die Priesterweihe vor. Das Seminar teilte dabei das Schicksal der Bevölkerung: sieben Mal musste es während des Krieges umziehen.

Teilnehmer des Kurses am Priesterseminar in Khartum.

Teilnehmer des Kurses am Priesterseminar in Khartum.

Trotz der schwierigen Situation der Christen im Sudan fühlen sich viele junge Männer zum Priestertum berufen. Damit die Kandidaten ihre Berufung prüfen können und auf das Studium und Leben im Priesterseminar vorbereitet werden, werden in Khartum Orientierungskurse angeboten, die ein Jahr dauern. Diese vermitteln theologische, philosophische und psychologische Grundkenntnisse. Außerdem steht eine Einführung in die pastorale Arbeit und Evangelisierung sowie Englisch- und Arabischunterricht auf dem Lehrplan. Zurzeit nehmen 31 junge Männer an dem Kurs teil.

Die jungen Menschen, die sich für das Seminar anmelden, sind im Krieg geboren. Sie brauchen eine gute Betreuung und Ausbildung, um den Menschen im Sudan helfen und die Frohe Botschaft Jesu Christi verkünden zu können. Ein Vorbereitungskurs für das Seminar legt solide Grundlagen für ihren weiteren Weg. Aber ohne unsere Unterstützung kann das Seminar dieses Programm nicht fortsetzen. Wir möchten daher mit 10.000 Euro helfen, damit die Gehälter bezahlt, die Seminaristen und Lehrkräfte ernährt, ein Computer angeschafft und die weiteren Bedürfnisse gedeckt werden können.

Hier können Sie direkt online spenden.

14.Feb 2011 17:50 · aktualisiert: 27.Mai 2011 15:05
KIN / S. Stein