TÜRKEI

Renovierung der Wallfahrtskirche St. Polykarp

Gottesdienst in der St.-Polykarp-Kirche in Izmir.

Gottesdienst in der St.-Polykarp-Kirche in Izmir.

“86 Jahre habe ich Christus gedient, und er hat mir nichts zuleide getan. Wie kann ich jetzt meinem König fluchen, der mich erlöst hat?” Diese Worte sagte um das Jahr 155 der heilige Bischof Polykarp von Smyrna, als er seinen Glauben verleugnen sollte.

Für seine Treue zu Christus zahlte er mit dem Leben. Nachdem er auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden sollte und der Legende nach die Flammen ihm nichts anhaben konnten, sondern Wohlgeruch aufstieg, wurde er mit dem Dolch erstochen.

Der heilige Polykarp war ein Schüler des Apostels Johannes und zählt zu den Apostolischen Vätern. Damit ist er eine der Säulen der Kirchengeschichte. Sein Name bedeutet „Der viel Frucht Bringende“. Er wird auch als „Zerstörer der heidnischen Götter“ bezeichnet.

Die christliche Gemeinde von Smyrna, woher er stammt, ist eine der sieben christlichen Gemeinden aus der Offenbarung des Johannes und war schon früh ein wichtiges Zentrum der christlichen Welt. Heute ist Smyrna bekannt als Izmir. Die an der türkischen Ägäisküste gelegene Stadt hat drei Millionen Einwohner.

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war ein Drittel der Bevölkerung der Türkei christlich, während die türkischen Christen heutzutage eine verschwindende Minderheit von 0,6 Prozent ausmachen. Christen werden rechtlich benachteiligt und bisweilen Opfer von Gewalttaten.

Blick in das Innere der St.-Polykarp-Kirche in Izmir.

Blick in das Innere der St.-Polykarp-Kirche in Izmir.

So wurde im Februar 2006 der italienische Priester Andrea Santoro nach der Heiligen Messe, als er noch im Gebet versunken war, von einem Jugendlichen erschossen. Im Dezember 2007 stach in Izmir ein junger Mann den italienischen Priester Adriano Franchini nieder, der das Attentat jedoch überlebte. Im vergangenen Juni wurde Bischof Luigi Padovese, der Apostolische Vikar von Anatolien, von seinem Chauffeur getötet.

Andrea Santoro schrieb kurz vor seinem Tod in seinem letzten Brief: “Wenn uns dieses Licht [Christus] erleuchtet, dann wird nicht nur jede Situation, selbst die tragischste, erleuchtet werden, sondern zudem werden auch wir, wie Jesus immer gesagt hat, selbst Licht sein. Das zarte Kerzenlicht erleuchtet das Haus, während bei einer ausgelöschten Lampe alles dunkel bleibt. Jesus möge in uns strahlen – mit seinem Wort, mit seinem Geist, mit der Kraft seiner Heiligen. Möge unser Leben jenes Wachs sein, das sich bereitwillig verzehren lässt.”

Die St.-Polykarp-Kirche ist das älteste Gotteshaus Izmirs

Fast zwei Jahrtausende früher schrieb der heilige Polykarp in seinem Brief an die Gemeinde von Philippi: “So wollen wir also Nachahmer werden Seiner Geduld, und wenn wir Seines Namens wegen leiden, wollen wir ihn verherrlichen. Hierin hat er nämlich durch sich selbst ein Beispiel gegeben, und wir haben daran geglaubt.” Mit diesen Worten hat der Heilige den Christen in der Türkei auch heute noch etwas zu sagen. Sie und viele andere Menschen vertrauen sich bis heute seiner Fürsprache an.

Die St.-Polykarp-Kirche ist das älteste Gotteshaus Izmirs. Es wurde 1620 erbaut und ist eine Wallfahrtsstätte, die von Pilgern aus aller Welt besucht wird. Sie ist das meistbesuchte katholische Heiligtum der Türkei. Sowohl an der Kirche selbst, als auch an den Räumlichkeiten, die dazu dienen, Pilger aufzunehmen, sind dringend Renovierungsarbeiten notwendig. Wir möchten helfen und haben 7000 Euro versprochen.

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Schlagworte:
Bauhilfe · Izmir · Nikolaus · Polykarp · Renovierung · Smyrna · Türkei · Wallfahrt
14.Feb 2011 17:50 · aktualisiert: 14.Jan 2014 08:59
KIN / S. Stein